Direkt zum Inhalt
Prozessbeginn in Hamburg

Prozessbeginn in Hamburg Angriff auf Schwule und Manipulation von Mädchen

ms - 28.05.2026 - 11:30 Uhr
Loading audio player...

Vor dem Landgericht Hamburg beginnt Mitte Juni ein Strafprozess gegen einen 18-Jährigen, dem schwere Straftaten gegen Minderjährige sowie Angriffe auf schwule Männer vorgeworfen werden. Der Prozessauftakt ist für den 16. Juni vorgesehen. Bis zum 16. September wurden zunächst 16 Verhandlungstage angesetzt. Da dem Beschuldigten ein Teil der Taten aus seiner Jugendzeit vorgeworfen wird, findet das Verfahren nicht öffentlich statt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Vor dem Landgericht Hamburg startet am 16. Juni ein Prozess gegen einen 18-Jährigen.
  • Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und sexuelle Nötigung vor.
  • Der Angeklagte soll Mädchen online zu sexuellen Handlungen und Selbstverletzungen gedrängt haben.
  • Zudem werden ihm elf mutmaßlich homophob motivierte Angriffe auf Männer zur Last gelegt.
  • Der Prozess findet wegen des Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Im Fokus pädokriminelle Online-Gruppen 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte zwischen Mai 2023 und März 2024 Online-Gruppen gegründet haben, die sich an dem internationalen Sadisten-Netzwerk „764“ orientierten. Über soziale Medien habe er Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren emotional beeinflusst und zu zunehmend drastischen Handlungen gedrängt. Laut Anklage soll er eines der Mädchen dazu gebracht haben, sich seinen Namen sowie die Namen der von ihm gegründeten Gruppen in die Haut zu ritzen. 

Die Ermittler werfen ihm unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, sexuelle Nötigung sowie gefährliche Körperverletzung in mittelbarer Täterschaft vor. Darüber hinaus soll der heute 18-Jährige zwischen Sommer 2024 und Frühjahr 2025 Straftaten gegen homosexuelle Männer begangen haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft habe er in elf Fällen über Dating-Portale Treffen vereinbart, um die Männer anschließend überraschend anzugreifen und zu verletzen. Die Ermittler gehen von homophoben Motiven aus. Seit Dezember vergangenen Jahres befindet sich der Beschuldigte in Untersuchungshaft.

Keine Verbindung zu „White Tiger“

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, gebe es keine Hinweise auf Verbindungen des Angeklagten zu dem unter dem Namen „White Tiger“ bekannten mutmaßlichen Kopf des Netzwerks „764“. Gegen den 21 Jahre alten Deutsch-Iraner aus Hamburg läuft seit Mitte Januar ebenfalls ein nicht öffentlicher Prozess vor dem Landgericht Hamburg. Dem Mann werden insgesamt 204 Straftaten zwischen 2021 und 2023 vorgeworfen. Laut Ermittlungen soll er Kinder und Jugendliche über das Internet manipuliert, mit pornografischem Material erpresst und zu schweren Selbstverletzungen gezwungen haben. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Taten in einzelnen Fällen bis hin zu Suiziden geführt haben. Einem Bericht der Washington Post zufolge, die sich auf Angaben des FBI beruft, leitet sich der Name des Netzwerks „764“ von einem Teil der Postleitzahl der texanischen Stadt Stephenville ab. Dort soll der in den USA zu 80 Jahren Haft verurteilte Gründer des Netzwerks gelebt haben.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Unvereinbarkeit von Positionen

Rechtspopulistische Strategie

Der Christopher Street Day (CSD) in Erkrath, Nordrhein-Westfalen, hat den Antrag der AfD auf einen eigenen Infostand abgelehnt.
WM-Kuss wird Symbol

Liebesbekundung in Mexiko

Ein spontaner Kuss bei einer WM-Fanfeier in Mexiko-Stadt geht viral und wird für viele zum Symbol für LGBTIQ+-Sichtbarkeit im Fußball.
Nasty Pig-Gründer Lauterstein

Kampf gegen Altersdiskriminierung

Nasty-Pig-Mitgründer David Lauterstein ruft ältere schwule Männer dazu auf, selbstbewusst aufzutreten und ihre Lebenserfahrung als Vorteil zu nutzen.
Bottoming Fever

Grippesymptome nach Analsex

Nach intensivem Analverkehr können bei manchen Menschen grippeähnliche Beschwerden auftreten. Die Forschungen zum „Bottoming Fever“ laufen.
Neue Straftatbestände gelten

Besonders Studierende betroffen

Queere Studierende in Victoria sind auf Dating‑Apps gezielt unter Druck gesetzt, körperlich attackiert und mit „Outing“-Erpressung bedroht worden.
Social Media-Verbote

Klare Absage der Expertenkommission

Die Expertenkommission der Regierung hat sich gegen pauschale Social Media-Verbote ausgesprochen. Ministerin Prien kann sich dies trotzdem vorstellen.
Schule zahlt nach Coming-Out

Streit um Abschluss in Tennessee

Eine christliche Schule in Tennessee hat nach dem Ausschluss einer Schülerin wegen ihres Coming-Outs eine Entschädigung von 10.000 Dollar gezahlt.
Amoklauf in Montreal

Schießerei nahe Pornhub-Hauptsitz

Drei Menschen starben bei einem Amoklauf in Montreal nahe der Pornhub-Zentrale. Der Täter hatte es unter anderem auf Pornodarsteller abgesehen.
Prides in Europa unter Druck

Mehr Hass und weniger Geld

Prides in Europa erleben zunehmend mehr Hass bei zeitgleicher Reduzierung der Finanzen, so der neue EPOA-Bericht.