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Katholische Kirche wettert Dominikanische Republik: Queerer Sex in Polizei straffrei

Von mr - 21.11.2025 - 13:30 Uhr
Dominikanische Republik: Queerer Sex in Polizei straffrei
Foto: © iStock / Matthias Lindner
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Polizistinnen, Polizisten, Soldatinnen und Soldaten in der Dominikanische Republik müssen künftig nicht länger befürchten, wegen gleichgeschlechtlicher sexueller Beziehungen belangt zu werden. Das Verfassungsgericht des Inselstaats hat am 19. November 2025 langjährige Strafgesetze aufgehoben, die gleichgeschlechtliche Intimität innerhalb von Militär und Polizei bislang mit Freiheitsstrafen bedrohten. Die Entscheidung markiert einen Meilenstein im Umgang mit queeren Menschen in staatlichen Institutionen und sendet ein deutliches Signal für eine modernere Gesellschaft.

 

Justiz kippt veraltete Strafgesetze

Auslöser des Urteils war die Überprüfung von Vorschriften, laut denen bereits der Versuch gleichgeschlechtlicher Kontakte Offizierinne und Offiziere für bis zu zwei Jahre ins Gefängnis bringen konnte. Das Verfassungsgericht stellte fest, die Bestimmungen seien unvereinbar mit den Grundrechten auf Intimsphäre, freie Persönlichkeitsentfaltung sowie das Recht auf Arbeit. Begründet wurde die Entscheidung zudem mit dem Ende der Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung – Maßstäbe, die bereits seit Jahrzehnten für die allgemeine Bevölkerung gelten: Homosexualität ist für Zivilpersonen auf Hispaniola seit 1822 straffrei.

Die jetzt gestrichenen Paragraphen stammen aus den autoritär geprägten Regierungsjahren von Rafael Leonidas Trujillo und seinen Nachfolgern. Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Justiz sowie Zivilgesellschaft betrachten sie als Relikt einer Zeit, die mit modernen Wertvorstellungen längst nicht mehr vereinbar ist. Die historischen Wurzeln solcher Gesetze spiegeln den anhaltenden Konflikt zwischen konservativen und progressiven Kräften im Land wider.

 

Gespaltene Reaktionen und gesellschaftliche Debatte

Insbesondere Vertreter der katholischen Kirche und evangelikalen Gruppen kritisierten das Urteil scharf. Sie sehen traditionelle Familienwerte, Moral, aber auch die Integrität von Sicherheitskräften durch eine offene Haltung gegenüber queeren Soldatinnen und Soldaten gefährdet. Dagegen feiern queere Aktivistinnen und Aktivisten sowie viele Rechtsexpertinnen und Rechtsexperten das Ende dieser Ungleichbehandlung als längst überfälligen Schritt. Die große Tageszeitung „Hoy“ mahnt zwar, die praktische Umsetzung werde nun entscheidend sein, doch der gesellschaftliche Diskurs ist längst entfacht.

 

Mehr Sichtbarkeit für queere Community

Parallel zur rechtlichen Entwicklung wächst in den Städten Santo Domingo und Santiago de los Caballeros eine lebhafte queere Szene. Trotz der gesellschaftlichen Kontroversen gibt es mittlerweile ein Netzwerk von Bars, Nachtclubs und Treffpunkten, das Raum für Austausch und Selbstbestimmung bietet. Internationale Menschenrechtsorganisationen sehen das Urteil als positives Vorbild für karibische Nachbarstaaten, in denen gleichgeschlechtliche Beziehungen weiterhin unter Strafe stehen.

Abschließend lässt sich sagen: Mit dem Urteil des Verfassungsgerichts ist die Dominikanische Republik einen wichtigen Schritt hin zu Gleichbehandlung und Akzeptanz gegangen. Ob die Öffnung für Queers auch innenpolitisch für mehr Toleranz sorgt, wird sich jedoch erst in den kommenden Jahren zeigen. Die gesellschaftliche Debatte über Vielfalt und Inklusion ist damit längst nicht beendet.

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