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Karibische Inseln für mehr Schwulenrechte

Karibische Inseln: mehr Schwulenrechte Aktivisten sprechen von Meilenstein für die Karibik

ms - 08.07.2022 - 11:00 Uhr
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Die Situation für homosexuelle Menschen in der Karibik ist eine meist sehr schwierige – oftmals herrschen noch sehr rigide und strikte Gesetze, die Homosexualität verbieten, bestrafen oder zumindest gesellschaftlich ächten. Umso erstaunlicher ist jetzt die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichts der ostkaribischen Staaten in St. Lucia, das die beiden karibischen Inseln Antiqua und Barbuda betrifft – die Richter urteilten: Die aus der britischen Kolonialzeit stammenden Gesetze gegen Homosexualität sind verfassungswidrig. Mit klaren Worten stellte das Gericht weiter fest: „Die Auswahl eines Intimpartners ist Privatangelegenheit!“ Ein Verbot von schwulem Sex und homosexuellen Beziehungen sei zudem auch nicht mit dem Grundrecht auf Redefreiheit vereinbar. Die zuständige Behörde des Generalstaatsanwalts von Antigua und Barbuda kann grundsätzlich allerdings noch Einspruch gegen dieses Urteil einlegen – bisher gab es noch keine offizielle Stellungnahme.

In die Wege geleitet war die Klage von Rechtsanwalt Andrew O´Kola, der einen schwulen Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums vertrat, der aufgrund seiner Homosexualität verurteilt hätte werden sollen. Das jetzige Urteil ist auch deswegen ein Meilenstein für die Region, weil die Inselkette damit rechtlich ohne Umgehe einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht hat – bisher wurde Analsex unter Männern mit 15 Jahren Haft bestraft, andere sexuelle und intime gleichgeschlechtliche Handlungen mit mindestens fünf Jahren. Die Gesetzgebung richtete sich dabei wie in vielen anderen Staaten mit homophoben Richtlinien ausschließlich gegen schwule Männer. Rechtsanwalt O´Kola, erklärte dazu: „Dieser Sieg bringt uns dem Ziel einen Schritt näher, dass die Diskriminierung gegenüber Menschen beendet wird, die ihn ihrem Privatleben andere sexuelle Partner haben als ihre Nachbarn.“

Die jüngste Entscheidung des Gerichts könnte dabei nebst der direkten Verbesserung der Lebenssituation von schwulen Männern auch anderweitig zu positiven Entwicklungen führen: Bisher wurden viele Schwule auch vom Gesundheitssystem diskriminiert und schikaniert, weswegen die meisten über Jahre hinweg keinen HIV-Test machten. LGBTI*-Aktivisten hoffen nun, dass durch die Legalisierung von Homosexualität auch ein verstärkter Anreiz gesetzt wird, dass schwule und bisexuelle Männer öfter ihren HIV-Status überprüfen lassen. Für die Aktivisten vor Ort ist somit klar, dass der Richterspruch noch mehr ein Meilenstein für die ganze Region sein kann.

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