Direkt zum Inhalt

Kanada debütiert beim ESC EBU setzt auf weitere Internationalisierung des Wettbewerbs

Von ms - 02.07.2026 - 08:30 Uhr
Kanada debütiert beim ESC
Foto: FASH Medien Archiv KI
ANZEIGE
Loading audio player...

Kanada wird im Jahr 2027 erstmals beim Eurovision Song Contest (ESC) an den Start gehen. Die Ankündigung erfolgte am 1. Juli, dem kanadischen Nationalfeiertag, durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunksender CBC/Radio-Canada. Für die Rundfunkanstalt hat die Entscheidung nach eigenen Angaben eine besondere Bedeutung.

Das Wichtigste im Überblick

  • Kanada wird 2027 erstmals am Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen.
  • Der öffentlich-rechtliche Sender CBC/Radio-Canada gab die Entscheidung am kanadischen Nationalfeiertag bekannt.
  • Voraussetzung für die Teilnahme war der Beitritt von CBC/Radio-Canada als Vollmitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU).
  • Der kanadische Beitrag muss sich 2027 im Halbfinale für das Finale qualifizieren.
  • Die EBU wertet den Beitritt als weiteren Schritt zur internationalen Ausrichtung des Wettbewerbs.

Internationaler Neuling seit Australien

Mit Kanada erhält der ESC erstmals seit Australien im Jahr 2015 ein weiteres neues Teilnehmerland. Australien war damals auf Einladung der Europäischen Rundfunkunion (EBU) anlässlich des Wettbewerbsjubiläums erstmals dabei. Der kanadische Act wird sich beim Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien regulär über das Halbfinale für das Finale qualifizieren müssen. Wie die Auswahl des Beitrags erfolgen soll, wurde bislang nicht bekanntgegeben. „Unsere Teilnahme erlaubt es, kanadische Talente auf einer der berühmtesten Musikbühnen der Welt zu präsentieren“, erklärte die Präsidentin von CBC/Radio-Canada, Marie-Philippe Bouchard.

Die EBU begründete die Aufnahme Kanadas unter anderem mit dem wachsenden Interesse am Wettbewerb. Nach Angaben der Veranstalter kamen beim „Rest of the World“-Voting, an dem sich Zuschauerinnen und Zuschauer aus nicht teilnehmenden Ländern beteiligen können, im Jahr 2026 die drittmeisten Stimmen aus Kanada. Zudem seien zahlreiche Kanadierinnen und Kanadier nach Wien gereist und hätten Eintrittskarten für die ESC-Veranstaltungen gekauft.

Lange Verbundenheit zum Contest 

Auch ohne eigene Teilnahme war Kanada in der Geschichte des Eurovision Song Contest bereits mehrfach vertreten. So traten unter anderem La Zarra im Jahr 2023 sowie Natasha Saint-Pier 2001 für Frankreich an. Bereits 1988 erreichten zwei Kanadierinnen eine Platzierung unter den besten fünf: Lara Fabian belegte für Luxemburg Rang vier. Céline Dion gewann damals mit dem Titel „Ne Partez Pas Sans Moi“ für die Schweiz den Wettbewerb und wurde damit international bekannt. Den formalen Weg für die Teilnahme ebnete CBC/Radio-Canada erst vor wenigen Tagen. Der Sender wurde in der vergangenen Woche Vollmitglied der Europäischen Rundfunkunion und ist damit berechtigt, am Eurovision Song Contest teilzunehmen.

Geboren in Europa, offen für die Welt 

Neben zahlreichen europäischen Rundfunkanstalten gehören der EBU auch mehrere Sender außerhalb Europas an. Seit Jahren nehmen unter anderem die Rundfunkanstalten aus Aserbaidschan, Armenien und Georgien am Wettbewerb teil. Auch der israelische Sender KAN ist regelmäßig vertreten. Als Israel 1980 aussetzte, nahm mit Marokko bislang einmalig ein weiteres nordafrikanisches EBU-Mitglied am Eurovision Song Contest teil. Die Rundfunkanstalten aus Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Jordanien und dem Libanon verzichteten dagegen bislang auf eine Teilnahme. Für die Europäische Rundfunkunion ist der Einstieg Kanadas ein wichtiger Schritt ihrer Strategie, den Eurovision Song Contest international weiterzuentwickeln. ESC-Direktor Martin Green begrüßte den Beitritt von CBC/Radio-Canada zur „Eurovision-Familie“. Es sei ein weiteres Zeichen dafür, dass der Wettbewerb zwar „in Europa geboren sei“, aber „die Welt willkommen heißt“. Unklar ist indes in Europa noch immer, welche Länder final 2027 antreten werden und welche sich möglicherweise erneut aufgrund der Teilnahme Israels für einen Boykott entscheiden werden. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

hessenschauMoritz Brandenstein schafft Ort gegen Einsamkeit: "Keiner war so wie ich"tazHomosexualität im japanischen Sport: Rui Takahashi macht den ganz mutigen AufschlagtazNeue ZDF-Serie: Das Geisterhaus im SchwarzwaldhessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Brutaler Angriff in Frankreich

Homophobe Gewalt erschüttert Paris

Nach dem Pariser Pride wurde ein LGBTIQ+-Aktivist brutal zusammengeschlagen. Menschenrechtsorganisationen fordern besseren Schutz vor Hassgewalt.
Kritik von Human Rights Watch

Olympische Jugendspiele im Senegal

Vor den Olympischen Jugendspielen gerät Senegal wegen der Verfolgung queerer Menschen unter Druck. Menschenrechtler fordern ein Ende der Repressionen.
Cybermobbing gegen LGBTIQ+

Jeder fünfte Schüler betroffen

Cybermobbing trifft Millionen Schüler. Für queere Jugendliche kommen homophobe Angriffe, Outing-Drohungen und besondere psychische Belastungen hinzu.
Sperre gegen Jens Härtel

DFB zu Diskriminierungsvorwürfen

Nach Diskriminierungsvorwürfen gegen Jens Härtel verhängt der DFB ein zwölfwöchiges Funktionsverbot. Der Trainer hat Union Berlin zudem verlassen.
Missbrauch durch Priester

Erzbistum zahlt Schmerzensgeld

Nach jahrzehntelangem Kampf erhält Andreas Perr Schmerzensgeld vom Erzbistum München. Der Missbrauchsfall beschäftigt auch die Kirche.
Ungewissheit in Cloppenburg

Wird 2027 der CSD erneut ausfallen?

Nach dem Ausfall 2026 droht auch der CSD Cloppenburg 2027 auszufallen. Ohne zusätzliche Ehrenamtliche kann die Veranstaltung nicht stattfinden.
Frankreich verbietet Dickpics

Hohe Strafen für Penisfotos

Frankreich will ungefragt verschickte Penisfotos unter Strafe stellen. Schon ein einziges Bild könnte künftig 15.000 Euro kosten, auch bei Dating-Apps
Schuluniformen in Pornos

Verbot in Großbritannien gefordert

In England wird über eine Petition debattiert, die Schuluniformen aus Pornofilmen verbannen und damit Jugendliche vor Sexualisierung schützen soll.
Justin Lui zieht Bilanz

Schwuler Olympionike hört auf

Der offen schwule Volleyball-Olympionike Justin Lui beendet seine Nationalmannschaftskarriere und blickt stolz auf sein Coming-Out zurück.