Direkt zum Inhalt
Humane Krise in Ostafrika
ANZEIGE

Humane Krise in Ostafrika Hilferuf von Gay-Aktivisten an die Vereinten Nationen

ms - 06.01.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Horrormeldungen aus dem nächsten Land in Ostafrika – die LGBTI*-Organisation All-Out schlägt Alarm, weil in Dschibuti die Menschenrechte von Homosexuellen offenbar komplett ignoriert werden. Es sei eine der größten humanen Krisen derzeit, so der Verein. „Willkürliche Verhaftungen, Folter und sogar Morde werden im Namen der Scharia verübt. Gleichzeitig schaut die Regierung weg und bietet homosexuellen Personen keinerlei Schutz.“

Missachtung der Menschenrechte

Die Selbstverpflichtung der Regierung, die Menschenrechte zu schützen, werden demnach komplett missachtet. Dschibuti hat eigentlich mehrere internationale Verträge ratifiziert, wie den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, die den Schutz sexueller Minderheiten garantieren sollten – die Realität sehe dabei anders aus. 

„Es gibt keine Antidiskriminierungsgesetze, keine sicheren Räume und Schwule, Lesben und Bisexuelle sind systematischer Diskriminierung und Gewalt schutzlos ausgeliefert. Mitglieder der Community leben in ständiger Angst vor Vergeltung“, so ein Sprecher von All-Out weiter. In einer verzweifelten Aktion richten sich Gay-Aktivisten vor Ort nun mit Unterstützung der LGBTI*-Organisation an die Vereinten Nationen und den UN-Menschenrechtsrat.  

Hilferuf an die Vereinten Nationen

„Wir fordern die Vereinten Nationen dringend auf, Maßnahmen zu ergreifen, um diese unhaltbare Situation zu beenden: Dschibuti muss aufgefordert werden, die ratifizierten internationalen Verträge vollständig zu respektieren und konkrete Reformen umzusetzen, um die Rechte und Sicherheit sexueller Minderheiten zu gewährleisten. Zudem müssen die Misshandlungen sexueller Minderheiten öffentlich verurteilt und die dschibutische Regierung aufgefordert werden, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um diese Verstöße zu beenden. Niemand sollte in Angst leben müssen, nur weil er so ist, wie er ist, oder weil er liebt, wen er liebt.“ 

Der UN-Menschenrechtsrat verabschiedete bereits 2011 eine Resolution zur Bekämpfung von Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität. Dschibuti stimmte gegen diese Resolution. Die Republik hat rund eine Million Einwohner, offiziell verboten ist Homosexualität im Land nicht, wird aber weder von den Behörden noch der Bevölkerung geduldet. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Unsicherheit beim ESC

Sender kämpfen ums Überleben

Wirtschaftliche und politische Veränderungen bei mehreren Rundfunkanstalten könnten die ESC-Teilnahmen einiger Länder für 2027 gefährden.
US-Athlet Jacob Harmon

Offen auf der Matte und im Leben

Der offen schwule Turner Jacob Harmon erfüllte sich seinen College-Traum und möchte jetzt anderen jungen LGBTIQ+-Sportlern Mut machen.
Amnesty kritisiert J.K.Rowling

Frauenhilfszentrum im Fokus

Amnesty International UK stuft J. K. Rowlings Krisenzentrum für Frauen als „rechtefeindlich“ ein und löst damit erneut eine Debatte aus.
Eklat bei der L.A. Police

Homophobe Polizisten im Fokus

Ein LAPD-Beamter könnte angeklagt werden, nachdem er Kollegen bei homophoben, rassistischen und sexistischen Aussagen aufgenommen hat.
Sam Neill ist tot

Ein Star mit Haltung

Schauspieler Sam Neill ist mit 78 Jahren gestorben. Neben seiner Filmkarriere wurde er auch für seine Unterstützung der LGBTIQ+-Community geschätzt.
Spätes Urteil nach Jahrzehnten

Mord mit homophobem Hintergrund

Nach mehr als 40 Jahren sind zwei Brüder wegen des Mordes an dem schwulen Beamten Anthony Littler verurteilt worden.
Bromance bei der WM

Freundschaft trotz Viertelfinale

Nach dem WM-Viertelfinale zwischen England und Norwegen sorgen Erling Haaland und Jude Bellingham mit ihrer Freundschaft für Aufmerksamkeit.
Historische Klage in Botswana

Lesbisches Paar kämpft weiter

Zwei Frauen kämpfen vor Botswanas Oberstem Gericht um die Anerkennung ihrer Ehe – ein Verfahren mit Signalwirkung für ganz Afrika.
Schwerbehindert und LGBTIQ+

Viele leben doppelt benachteiligt

Millionen Menschen leben mit einer Schwerbehinderung. Hunderttausende LGBTIQ+-Personen kämpfen dabei zudem mit mehrfachen Diskriminierungserfahrungen.