Homophobie beim Fußball Fußballer Nacho Ruiz stellt sich gegen den Hass
Der spanische, semiprofessionelle Fußballer und bekannte Content Creator Nacho Ruiz wehrt sich jetzt gegen homophobe und sexistische Beleidigungen, die er während eines Spiels am vergangenen Wochenende ertragen musste. Immer wieder war er als „Schwuchtel“ und „Sohn einer Hure“ lautstark beschimpft worden.
Homophobie als Normalzustand?
Ruiz ist Verteidiger beim UB Conquense, einem Verein in der vierten spanischen Liga, und ist überdies als Mode-Influencer sehr erfolgreich. Beim Auswärtsspiels im Derby gegen den Quintanar del Rey eskalierte die Situation dann. Fans des Heimteams grölten immer wieder lautstark homophobe Parolen und das in einer Eindringlichkeit, dass das Spiel durch eine offizielle Ansage über die Lautsprecher des Stadions unterbrochen werden musste. Das will der junge Mann allerdings nicht auf sich beruhen lassen.
„Ich möchte die homophoben und sexistischen Beleidigungen anprangern, die ich während des Spiels gegen Quintanar del Rey von einem großen Teil der Zuschauer gehört habe, darunter Worte und Sätze wie ‚Schwuchtel‘, ‚Sohn einer Hure‘, ‚Zicke‘, ‚Du bist ein Mädchen‘ oder auch ‚Arme Mutter, die eine Tochter und keinen Mann hat‘. Unabhängig davon, ob diese Beleidigungen mich verletzen oder nicht, was sie nicht tun, denke ich, dass es bedauerlich ist, dass wir im 21. Jahrhundert immer noch solchen Hass auf den Fußballplätzen erleben – sei es Homophobie, Sexismus oder Rassismus. Lassen wir nicht zu, dass das normal wird!“
Ruiz betonte weiter, dass er sich nicht als Opfer darstellen möchte, aber er teile die Erfahrung, um sicherzustellen, dass bestenfalls künftig kein anderer Fußballer mehr in Zukunft in eine ähnliche Situation gerät. „Ich erhalte solche Worte oder Drohungen in den sozialen Medien bereits nur aufgrund meiner Kleidung, und ich habe nie öffentlich darüber gesprochen. Aber der Fußball sollte ein Raum des Respekts und des Vergnügens für alle sein!“
Reaktion der Vereine
Ruiz´ Verein UB Conquense gab inzwischen eine offizielle Erklärung ab, worin sie ihre Solidarität ausdrücken und die Vorfälle ebenso scharf verurteilen: „Fußball sollte ein Raum des Respekts für alle Beteiligten sein, einschließlich der Fans. Solche Situationen wie die in Quintanar sollten im 21. Jahrhundert niemals mehr vorkommen.“ Der Verein forderte, dass die Verantwortlichen für die Beleidigungen identifiziert und entsprechend bestraft werden. Auch der Club Quintanar del Rey zeigte sich solidarisch und kündigte an, dass eine gründliche Untersuchung des Vorfalls eingeleitet werde. Der Verein bekräftigte zudem sein Engagement im Kampf gegen jede Form von Diskriminierung im Fußball.
Das Problem: Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass in Spanien Fußballspiele von homophoben Gesängen begleitet werden. Erst vor zwei Wochen wurde der homosexuelle Torwart Alberto Lejarraga Ziel von homophoben Beleidigungen in einem Spiel gegen den CF Rayo Majadahonda. In einem Zeichen der Solidarität teilte Lejarraga Ruiz' Instagram-Post und schrieb: „Wie immer sagt das viel mehr über die Person aus, die versucht zu beleidigen, als über die Person, die beleidigt wird.“