Direkt zum Inhalt

HIV-Lage in Berlin Finanzielle Kürzungen drohen Erfolge zunichte zu machen

Von ms - 26.09.2025 - 10:00 Uhr
HIV-Lage in Berlin
Foto: iStock / Arvydas Lakacauskas
ANZEIGE
Loading audio player...

Heute und morgen debattierten HIV-Experten und Politiker in Berlin beim fünften Fast Track City Berlin Summit darüber, wie Geschlechtskrankheiten wirksamer zurückgedrängt werden können – ein besonderes Problem gerade in der sexpositiven queeren Community der Regenbogenhauptstadt. Berlin hat sich dabei der globalen Fast-Track Cities-Initiative verschrieben, deren Ziel es ist, Neuinfektionen mit HIV bis 2030 zu beenden. Zahlreiche Städte weltweit haben sich dem Projekt der Vereinten Nationen sowie der International Association of Providers of AIDS Care (IAPAC) angeschlossen. 

Finanzkürzungen bedrohen HIV-Prävention

Unter dem Motto „Gemeinsam Prävention gestalten für HIV, STIs, virale Hepatitis und Tuberkulose“ werden Fachleute, Politiker und Communityvertreter ab heute über Strategien für Prävention, Diagnostik und Versorgung diskutieren. Ein Bündnis von fünfzehn Vereinen hatte zuletzt mehrfach gefordert, die immer wieder angedachten, finanziellen Kürzungen bei der HIV-Prävention in Berlin zu streichen. Der Entwurf für den Doppelhaushalt 2026/2027 der Stadt Berlin sieht laut dem Tagesspiegel aktuell Kürzungen von etwa elf Prozent bei sogenannten Integrierten Gesundheitsprogrammen vor – daraus werden beinahe alle HIV-Anlaufstellen und HIV-Schwerpunktpraxen bezuschusst. 

Stephan Jäkel von der Schwulenberatung Berlin hatte dazu bereits Ende 2024 erklärt: „Berlin hat als Fast Track City das Versprechen abgegeben, Aids bis 2030 zu beenden. Die UNAIDS hat das Ziel ´Aids beenden bis 2030´ vorgegeben. Dieses Ziel hat die Bundesregierung mit ihrer ´BIS 2030 Strategie´ aufgegriffen. Berlin hat sich mit dem Beitritt zur Fast Track City Initiative selbst verpflichtet, alles zu unternehmen, um dieses Ziel zu erreichen und Aids bis 2030 in Berlin zu beenden.“ 

Zielsetzung gescheitert?

Zum Bündnis gehört unter anderem auch der Checkpoint BLN sowie Mann-o-Meter: „Mit den drohenden Kürzungen (…) werden wir das Ziel, Aids bis 2030 in Berlin zu beenden, nicht erreichen. Die bisherigen Erfolge müssen unbedingt abgesichert bleiben um das Erreichte nicht durch ein Wiederaufflammen von Infektionsgeschehen zu gefährden. Ein Reduzieren der Bemühungen erhält nicht einmal den Status Quo. Wir dürfen bei Infektionskrankheiten so lange nicht nachlassen, bis sie beendet sind.“ In Berlin leben nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts aktuell derzeit rund 18.300 Menschen mit HIV / Aids, fast 16.000 davon sind Männer. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazSchwuler Lehrer über Outing: „Als ob eine Bombe platzt“tazJubel, Trubel, Hassverbrechen: Weitgehend friedliche Einheitsfeier in BremenFrankfurter Allgemeine ZeitungAuf dem Heimweg: Angriff auf homosexuelles Paar in BremenDER STANDARDRegenbogenbank in Berliner Tiergarten nach CSD-Anschlag erneut beschädigtAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

AGG-Reform im Bundestag

55.000 fordern stärkeren Schutz

Vor der heutigen Anhörung zur AGG-Reform übergibt ein Bündnis 55.000 Unterschriften und fordert mehr Rechte für Betroffene von Diskriminierung.
Gewalttat beim CSD Landshut

Kripo ermittelt nach Pride-Parade

Nach zwei Vorfällen beim Landshuter CSD ermittelt jetzt die Kriminalpolizei – unter anderem wegen eines Schlags gegen einen Teilnehmer.
Attacke in Bremen

Homosexuelles Paar angegriffen

Nach dem Einheitsfest in Bremen wurde ein homosexuelles Paar von einer Gruppe arabischer Männer beleidigt und geschlagen – der Staatsschutz ermittelt.
Razzia in Taipeh Schwulenbar

Polizeieinsatz löst Proteste aus

Nach einer seltenen Polizeirazzia in einer Schwulenbar protestierten am Sonntag rund 100 Menschen in Taipeh gegen das Vorgehen der Behörden.
36 Jahre Deutsche Einheit

Leben nach dem Mauerfall

Vom Mauerfall bis zur Ehe für alle: Für LGBTIQ+-Menschen brachte die deutsche Einheit neue Freiheiten – aber auch unerwartete Rückschritte.
NHL entdeckt „Heated Rivalry“

Schwule Romanze soll Fans locken

Mit der PR-Aktion „Hot for Hockey“ greift die NHL den Erfolg von „Heated Rivalry“ auf – doch die Marketingstrategie stößt bei Fans auf viel Kritik.
Tom Ford zeigt Haut

Männer-Tanga wird Luxusmode

Tom Ford macht den Männer-Tanga zum Luxus-Look: Kreativdirektor Haider Ackermann verbindet in Paris schwulen Sexappeal mit eleganter Herrenmode.
US-Basketball-Coach sagt Ja

Liebe auf den ersten Blick

US-Basketballtrainer Matt Lynch und Cody Aaron haben sich nach mehr als zwei Jahren Beziehung verlobt – die Hochzeit soll 2027 folgen.