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HIV-Heilung Stammzellentherapie gibt Hoffnung für die Forschung, nicht aber für einen breiten zeitnahen Einsatz

Von ms - 21.02.2023 - 11:00 Uhr
HIV-Heilung
Foto: iStock / Motortion
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Neue Details zum Fall der sogenannten „New Yorker Patientin“, einer Frau, die als vierte Person weltweit durch eine Stammzellentherapie von HIV geheilt worden ist. Die risikoreiche Behandlung erfolgte bereits 2017, viereinhalb Jahre später setzte die Frau schließlich die HIV-Medikamente ab. Jetzt im Februar dieses Jahres wurde nach 14 Monaten ohne die Einnahme von HIV-Medikamenten eine erste Bilanz gezogen – bis heute lassen sich keine Viren mehr nachweisen. Die Frau scheint von HIV geheilt zu sein. Die Patientin ist damit die erste Person, bei der Stammzellen aus Nabelschnurblut erfolgreich zum Einsatz gekommen sind.

Hoffnung für die Forschung

HIV-Fachärzte, Experten aber auch Vereine wie die Deutsche Aidshilfe (DAH) geben dabei allerdings klar zu bedenken, dass eine solche Vorgehensweise bisher keineswegs dazu geeignet ist, HIV generell zu heilen. Die DAH erklärt so: „Das Verfahren ist mit großen Risiken verbunden und es ist schwierig, geeignete Spender zu finden. Das Verfahren ist daher nicht breit einsetzbar. Mit HIV-Medikamenten kann man aber gut und lange leben.“

Bei der Frau kam die Stammzellentherapie nur zum Einsatz, um als letzte Möglichkeit gegen ihre akute myeloische Leukämie (AML) vorgehen zu können, eine besonders aggressive Form von Blutkrebs. Nach der Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut bekam die Patientin auch noch eine Spende von Blutstammzellen einer verwandten Person, ein sogenanntes erwachsenes Transplantat. Die HIV-Heilung der New Yorker Patientin ist also kein Durchbruch, aber der Fall gibt Hoffnung, gerade im Bereich Forschung. Die Stammzellen-Behandlung bleibt eine sehr risikoreiche Therapie, die in vielen Fällen tödlich enden kann und in der Regel auch bei Krebs-Patienten ohne HIV nur als letztes Mittel der Wahl Anwendung findet.  

Stammzellentherapie nur bei wenigen Patienten denkbar

Bereits zuvor gab es drei Fälle, bei denen es gelungen war, mit Hilfe einer Stammzellentherapie, HIV bei Krebs-Patienten zu heilen – allerdings ohne Nabelschnurblut. Dabei handelt es sich um den sogenannten „Berliner Patienten“ Timothy Ray Brown, der als erster geheilter HIV-Patient weltweit gilt, sowie den „Londoner Patienten“ Adam Castillejo und den „Düsseldorfer Patienten“. Die Fälle wurden bisher stets nach den Städten benannt, in denen die Personen behandelt worden waren. Trotzdem sprechen die behandelnden Ärzte lieber von einer „Remission“ denn von einer Heilung. Aktuell schätzen die Fachleute, dass es in den USA vielleicht rund 50 HIV-positive Patienten mit Krebs gibt, auf die eine solche Therapie anwendbar wäre – bei rund einer Million Menschen mit HIV allein den USA eine sehr geringe Anzahl.

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