Hilfe für queere Jugendliche Winterzeit wird für LGBTIQ+-Menschen zur besonderen Gefahr
Die britische LGBTIQ+-Jugendorganisation Akt hat jetzt den „Notstand“ ausgerufen – queere Jugendliche seien jetzt in der Winter- und Weihnachtszeit besonders gefährdet. Einerseits drohen demnach verstärkt Anfeindungen und Ablehnung auch im familiären Umfeld, andererseits könnten junge homosexuelle und queere Menschen obdachlos werden, wenn sie zu Hause nicht mehr erwünscht sind.
Zunahme der Feindseligkeit
Der Verein Akt fordert daher jetzt zeitnah dringende Maßnahmen, nachdem das Vereinigte Königreich in den europäischen Rankings der LGBTIQ+-Rechte massiv gefallen ist. Die Organisation appelliert an die Öffentlichkeit, jungen LGBTIQ+-Personen in der kalten Jahreszeit Schutz und Unterstützung zu bieten. Im Mai dieses Jahres erlebte Großbritannien einen dramatischen Rückgang in der Rainbow Map von ILGA-Europe. War das Land noch 2015 vielfach führend in Europa im Bereich LGBTIQ+-Rechte, so rutschte es 2025 auf Platz 22 von 49 ab. Diese Entwicklung löste Besorgnis und Ängste in der Community aus, da zu befürchten ist, dass sowohl die politische als auch die gesellschaftliche Atmosphäre zunehmend noch feindseliger gegenüber LGBTIQ+-Menschen werden könnte.
Besondere Dramatik zur Winterzeit
Davor ist leider auch die nahende Advents- und Weihnachtszeit nicht sicher. Akt hat daher eine neue Winterkampagne ins Leben gerufen, um queeren Jugendlichen in Großbritannien Sicherheit und Unterstützung anzubieten. „Viele junge LGBTIQ+-Menschen haben weder Schutz noch einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen können“, erklärte die Organisation in einem Social-Media-Post. „Angesichts der zunehmenden Feindseligkeit fürchten immer mehr junge Menschen, was passieren könnte, wenn sie sich zu Hause outen.“ Für einige bedeute dies die Wahl zwischen einem Leben in ständiger Angst oder der Flucht, so ein Sprecher von Akt weiter: „Zu viele Jugendliche werden gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen, ohne einen sicheren Platz zu haben, an den sie gehen können.“
Notunterkünfte für queere Jugendliche
Akt hebt zudem hervor, dass die Nachfrage nach Beratung und Hilfe innerhalb der queeren Community nie so hoch war wie aktuell. In diesem Winter würden dabei viele junge Menschen gezwungen sein, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Bibliotheken oder in kalten Hauseingängen zu schlafen. „Jede Spende hilft, einem jungen Menschen Wärme, Sicherheit und Hoffnung zu bieten, der sich allein fühlt. Schon 44 Pfund können einer Person eine sichere Nacht abseits der Straßen ermöglichen“, bekräftigt die Organisation weiter.
„Dies ist ein Notfall“, so Akt eindringlich – die Forderung an die Öffentlichkeit ist dabei klar: Sie müsse alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um sicherzustellen, dass junge LGBTIQ+-Menschen in dieser Winterzeit einen sicheren Platz zum Schlafen finden. Die Organisation sieht sich mit einer „beispiellosen“ Nachfrage konfrontiert und ruft dazu auf, aktiv zu werden, um queeren Jugendlichen einen sicheren Hafen zu bieten. Durch die „Kraft der Gemeinschaft“ will die Organisation so auch in schwierigen Zeiten Hoffnung vermitteln: „Gemeinsam können wir einen Unterschied machen und das Leben junger Menschen schützen, die durch die aktuelle gesellschaftliche Lage besonders gefährdet sind.“