Direkt zum Inhalt

Hilfe für LGBTI*-Obdachlose Rund 2.500 LGBTI*-Menschen in London sind obdachlos, zumeist schwule Männer.

Von ms - 12.07.2023 - 11:00 Uhr
Hilfe für LGBTI*-Obdachlose
Foto: iStock / coldsnowstorm
ANZEIGE
Loading audio player...

Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat jetzt versprochen, obdachlosen LGBTI*-Menschen in der Stadt mehr zu helfen – in einem ersten Schritt soll eine neue Unterkunft speziell für Homosexuelle und queere Menschen entstehen. Die Stadt will insgesamt zusätzlich umgerechnet rund 23,5 Millionen Euro investieren, um die Obdachlosigkeit zu minimieren.

Londons Bürgermeister will helfen!

Der Großteil der Summe dient dabei der Bereitstellung des Dienstes „No Second Night Out“ (NSNO), der Menschen unterstützt, die das erste Mal auf der Straße schlafen müssen. Ein Viertel des Geldes geht dann an weitere Organisationen, die jenen Personen helfen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind. Zudem soll es eine kostenfreie Telefonberatung für obdachlose Menschen geben.

Carla Ecola, Geschäftsführerin von The Outside Project, einer LGBTI*-Gemeinschaftsunterkunft in London, erklärte dazu: „Nach unserem Pilotprojekt für eine gemeinschaftlich geführte Winterunterkunft im Jahr 2017 haben wir uns zu einem 24/7-Wohnangebot für LGBTI*-Menschen entwickelt. Dieses einzigartige Angebot von und für Menschen wäre ohne die kontinuierliche Finanzierungszusage des Bürgermeisters von London seit 2018 nicht möglich.“

2.500 obdachlose LGBT*-Menschen in London

Die jüngsten Ankündigungen sind auch eine Reaktion auf die steigenden Fallzahlen von Obdachlosigkeit, gerade unter LGBTI*-Menschen. Binnen eines Jahres war die Zahl der Obdachlosen um rund 21 Prozent auf knapp über 10.000 Personen in London angestiegen (Combined Homelessness and Information Network CHAIN), jeder vierte davon ist Mitglied der LGBTI*-Community (Albert Kennedy Trust AKT), die meisten sind männliche Homosexuelle.

Rund 77 Prozent von ihnen leben auf der Straße, weil sie nach ihrem Coming-Out von der eigenen Familie abgelehnt worden sind, oftmals erleben sie dann in klassischen Unterkünften für Obdachlose erneut Anfeindungen, viele Mitarbeiter (44%) sind zudem nicht geschult oder sensibilisiert im Umgang mit LGBTI*-Menschen. Genau deswegen pochte auch zuletzt im Juni der britische Sondergesandte für LGBTI*-Rechte im Vereinigten Königreich, Nick Herbert, auf eine schnelle Verbesserung der Lage – London hat als einzige Stadt bisher darauf reagiert.

Khan erklärte weiter, er halte die jüngsten Zahlen für „zutiefst alarmierend“ und kündigte auch Schulungen und weitere Maßnahmen an, um gerade auch für LGBTI*-Menschen Unterkünfte ansprechender zu machen. „Es ist eine meiner obersten Prioritäten als Bürgermeister, dieses Leben ähnlich eines wilden Tieres in der Hauptstadt endgültig zu beenden und ein besseres, gerechteres London für alle zu schaffen.“

Anzeige

Auch Interessant

Queerfeindlicher Hass an der FU

Hakenkreuze nach Flaggen-Attacke

Pride-Flagge abgerissen, Hakenkreuze entdeckt: Die FU Berlin verurteilt Angriffe am Institut für Theaterwissenschaft. Die Polizei ermittelt.
Lara Heubeck lebt offen

DSC-Kommentatorin macht Mut

Lara Heubeck spricht über ihr Leben als trans Frau. Die Kommentatorin des Deggendorfer SC berichtet von großer Unterstützung nach ihrem Coming-out.
Solidarität mit Casa Kuà

Hunderte protestieren nach Razzia

Rund 500 Menschen demonstrieren in Berlin für trans* Gesundheitsversorgung. Nach der Razzia im Casa Kuà wächst der Protest gegen den Polizeieinsatz.
Schwules Paar getötet

60 Jahre Haft für Ex-Polizeichef

Polizisten töteten Eldin und Milton in Guatemala. Zwei Täter erhalten je 60 Jahre Haft. Tonaufnahmen halfen, das Verbrechen aufzuklären.
Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.