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Hassreden und LGBTI* Großbritannien bastelt an neuem Schutzgesetz gegen digitalen Hass

Von ms - 18.10.2022 - 11:00 Uhr
Hassreden und LGBTI*
Foto: iStock @ asiandelight
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Die jährliche Studie des Digital Youth Index zeigt nun in dramatischen Zahlen auf, wie die aktuelle Lebenssituation von britischen LGBTI*-Menschen und insbesondere auch von Homosexuellen ist. Nach Angaben der neusten Studienergebnisse sind LGBTI*-Personen mehr als doppelt so häufig von Hassreden im Internet betroffen wie heterosexuelle Menschen. Mehr noch, über die Hälfte der Homosexuellen hat auch das Gefühl, dass sich das Internet eher negativ denn positiv auf sie auswirkt, sodass sie auch überdurchschnittlich oft mit psychischen Problemen zu kämpfen haben.

Der Bericht kommt des Weiteren zu dem Schluss, dass mehr als zwei Drittel der jungen Menschen bis zu 25 Jahren online mit beunruhigenden Inhalten konfrontiert ist, allen voran in den sozialen Netzwerken von Reddit, Twitter, TikTok und Tumblr. "Es war noch nie so wichtig für junge Menschen, sich online verbunden, einbezogen und sicher zu fühlen", so Paul Fletcher, Geschäftsführer von Nominet, das Unternehmen, dass die Studie in Auftrag gegeben hat und welches das Internetkürzel uk verwaltet. "Die Durchführung dieser Studie über mehrere Jahre hinweg ermöglicht es uns, die digitalen Fähigkeiten junger Menschen, ihre Nutzung von Online-Diensten sowie ihre psychische Gesundheit und ihr allgemeines Wohlbefinden im Laufe der Zeit zu vergleichen. Die Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass junge Menschen lernen, sich in unserer zunehmend digitalen Welt zurechtzufinden“, so Fletcher weiter.

Zudem betonte der Geschäftsführer, dass es ein Anliegen aller Briten sein müsste, Hassbotschaften zu minimieren und die Lebensrealität von jungen LGBTI*-Menschen zu verbessern – ein solches Bestreben käme am Ende allen zugute: „Die Vielfalt der digitalen Talente im Vereinigten Königreich zu vergrößern und die digitalen Fähigkeiten aller jungen Menschen zu verbessern, ist nicht nur für die Verbesserung der sozialen Mobilität und der Wirtschaft von entscheidender Bedeutung, sondern auch für den Aufbau der Gesellschaft, die wir heute und morgen brauchen."

Weitere Ergebnisse der Studie: Drei von zehn Befragten gaben außerdem an, dass ihr Schlaf durch das Internet und digitale Geräte beeinträchtigt wird, wobei mehr als ein Viertel zudem erklärte, sie würden gerne weniger Zeit mit ihren Geräten verbringen. Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent vertrat schlussendlich jedoch dennoch die Ansicht, dass sich die Online-Nutzung positiv auf die Beziehungen zu Freunden ausgewirkt habe. Nach Angaben der Studienfachleute würden die Ergebnisse auch zeigen, dass die Generation Z etwas zu sorglos mit dem Internet umgeht und die komplexere Realität dadurch verdeckt werden würde, sie sprachen daher von den "Internet Natives".

Die britische Regierung plant aktuell auch deswegen die Wiedereinführung des Gesetzes zur Online-Sicherheit (Online Safety Bill), eines gewaltigen Gesetzeswerks, das die Regulierungsbehörde Ofcom mit einer Reihe neuer Befugnisse für Online-Inhalte ausstatten würde. Der Gesetzentwurf hat eine Kontroverse ausgelöst, da er neue Anforderungen an Plattformen enthält, um so genannte "legale, aber schädliche" Inhalte zu kontrollieren sowie neue Straftatbestände wie "schädliche Kommunikation", "falsche Kommunikation" und "bedrohliche Kommunikation" einführt. Wie diese Aspekte genau definiert werden sollen, ist dabei ein weites und aktuell sehr offenes Feld.

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