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Staatsschutz ermittelt weiter U2-Angriff in Berlin: Täter mit Hassmotiven festgenommen

Von mr - 04.05.2026 - 12:00 Uhr
U2-Angriff in Berlin: Täter mit Hassmotiven festgenommen
Foto: © iStock / carstenbrand
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Ein 34-jähriger Mann hat am Samstag in der Berliner U-Bahn-Linie U2 am Rosa-Luxemburg-Platz drei Menschen angegriffen und dabei homofeindliche sowie rassistische Beleidigungen geäußert. Nach Angaben der Berliner Polizei bat er eine 19-jährige Frau aggressiv um ihre Kontaktdaten, woraufhin deren Begleitung sie zu schützen versuchte. Der Mann schlug daraufhin einen 33-jährigen Begleiter ins Gesicht und verletzte ihn, außerdem trat er der 29-jährigen Freundin in den Bauch. Fahrgäste griffen ein, hielten den Angreifer fest und alarmierten die Einsatzkräfte. Die Polizei nahm den stark alkoholisierten Tatverdächtigen vorübergehend fest. Der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt wegen Körperverletzung mit homophobem und rassistischem Hintergrund.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Attacke ereignete sich am Samstagnachmittag in einer U-Bahn der Linie U2 in Berlin-Mitte.
  • Bei dem festgenommenen Tatverdächtigen wurden rund 2,6 Promille Atemalkohol festgestellt.
  • Der Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin führt die weiteren Ermittlungen wegen Hasskriminalität.
  • Fahrgäste griffen beherzt ein und verhinderten weitere Übergriffe.
  • Opfer und Zeugen wurden vor Ort durch die Polizei betreut.

 

Angreifer und Ermittlungen

Laut ersten Ermittlungen verhielt sich der 34-Jährige während der gesamten Fahrt auffällig aggressiv. Die 19-jährige Frau wurde zunächst Ziel seiner Belästigungen, ehe sich ihre Freunde schützend vor sie stellten. Der Angreifer reagierte mit massiver Gewalt: Er ohrfeigte einen der Begleiter derart stark, dass dieser mit dem Kopf gegen die Waggonwand stieß, und trat der weiteren Begleiterin in den Unterleib, wie die Polizei bestätigte. Zeugen berichteten von fortdauernden homofeindlichen und rassistischen Beleidigungen.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wie häufig kommt es in Berlin zu queer- und rassismusmotivierten Übergriffen?
Nach aktuellen Zahlen der Berliner Polizei wurden 2023 rund 450 Fälle homo- und trans*feindlicher Gewalt gemeldet, darunter viele Angriffe im öffentlichen Raum.

Welche Unterstützung erhalten Betroffene in der Hauptstadt?
Die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft bieten spezielle Ansprechpersonen für queere Menschen an und fördern niedrigschwellige Beratungsangebote.

Was droht dem Täter nach solch einer Tat?
Bei erwiesener Hasskriminalität gelten strengere Strafrahmen, insbesondere bei kombinierten rassistischen und homofeindlichen Motiven.

 

Hintergrund zu Hasskriminalität in Berlin

Berlin verzeichnet seit Jahren eine überdurchschnittliche Zahl an queerfeindlichen und rassistisch motivierten Angriffen. Die Hauptstadt dokumentiert solche Übergriffe konsequent und bemüht sich ebenso um konsequente Strafverfolgung. Die Behörden setzen dabei verstärkt auf Sensibilisierung im öffentlichen Dienst sowie Kooperation mit Anlaufstellen für Betroffene. Im März 2024 hatte das Landeskriminalamt mitgeteilt, dass allein im Vorjahr insgesamt etwa 5.500 Hassverbrechen jeder Art registriert wurden, wobei Angriffe gegen queere Menschen einen signifikanten Anteil ausmachen. Insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln werden regelmäßig Vorfälle wie der Angriff am Rosa-Luxemburg-Platz bekannt.

 

Ausblick

Die Ermittlungen gegen den festgenommenen Angreifer laufen aktuell beim Staatsschutz weiter. Für viele Betroffene bleibt das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Nahverkehr angespannt. Die Berliner Behörden kündigten an, Präventionsmaßnahmen weiter auszubauen und die Sichtbarkeit ihrer Ansprechpersonen für LGBTIQ+ zu erhöhen. Fachleute fordern verstärkte zivile Präsenz und mehr Solidarität von Fahrgästen, wie sie bei diesem Vorfall durch das beherzte Eingreifen zu sehen war.

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