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Polyamorie in den USA Beziehungen jenseits der Monogamie erleben viel Diskriminierung

Von ms - 04.05.2026 - 12:00 Uhr
Polyamorie in den USA
Foto: iStock / igor_kell
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Polyamorie, das gleichzeitige Führen mehrerer romantischer Beziehungen mit dem Wissen und der Zustimmung aller Beteiligten, gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit in den USA – doch rechtliche Schutzmaßnahmen fehlen. In den Vereinigten Staaten gibt es nach wie vor keine gesetzlichen Regelungen, die polyamore Beziehungen vor Diskriminierung schützen. Dies sorgt für Unsicherheit und Diskriminierung in verschiedenen Bereichen des Lebens, bekräftigt jetzt die queere Recherche-Plattform Uncloseted Media.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Polyamorie in den USA: Polyamorie gewinnt an Aufmerksamkeit, aber es gibt keine rechtlichen Schutzmaßnahmen gegen Diskriminierung polyamorer Beziehungen.
  • Gesellschaftliche Akzeptanz: 61 % der Amerikaner sind offen für nicht-monogame Beziehungen, und 16 % haben bereits polyamore Beziehungen erlebt.
  • Rechtliche Probleme: Polyamore Menschen haben oft nicht die rechtlichen Rechte, die in monogamen Beziehungen üblich sind, z. B. bei medizinischen Entscheidungen oder Bestattungsrechten.
  • Diskriminierung: Diskriminierung gegenüber polyamoren Menschen wird häufig mit der Diskriminierung von queeren Menschen verglichen, oft durch religiöse und politische Einflüsse.
  • Schrittweise Anerkennung: Einige Städte wie Somerville und Berkeley erkennen Polyamorie als geschützte „Familienstruktur“, aber landesweit bleibt die rechtliche Anerkennung begrenzt.

Mehrheit offen für diverse Beziehungsmodelle 

Dreier-Beziehungsmodelle erleben keinerlei rechtlichen Schutz im Land und werden dabei oftmals zur Zielscheibe religiöser Gruppen, wie mehrere Betroffene gegenüber der Plattform berichten. Trotzdem werden in den USA die traditionellen Familienstrukturen zunehmend in Frage gestellt. Laut Daten des US Census Bureau passt nur noch ein geringer Teil – etwa 18 Prozent – der amerikanischen Familien in das „klassische Modell“. Bereit im Jahr 2021 berichteten dabei rund 16 Prozent der Amerikaner, dass sie sich für polyamore Beziehungen interessierten, und etwa 11 Prozent gaben an, diese bereits erlebt zu haben. In einer aktuellen Umfrage erklärten 61 Prozent der Amerikaner, dass sie sich für nicht-monogame Beziehungen offen zeigen.

Vielfältige Probleme

Trotzdem bleiben die alltäglichen Herausforderungen für Menschen, die polyamore Beziehungen haben, vielfältig. Bob McGarey, ein 74-jähriger Polyamorie-Befürworter aus Austin, Texas, lebte über 40 Jahren in einer polyamoren Beziehung. Als seine langjährige Partnerin Pam  verstarb, hatte McGarey keine der rechtlichen Rechte, die ein verheirateter Partner gehabt hätte, wie etwa das Recht, über die medizinische Behandlung oder die Bestattung zu entscheiden.

„Es gibt nichts Falsches an Monogamie, aber für mich hat dieses Modell einfach nicht funktioniert. Es geht mir darum, eine Beziehung zu führen, die auf Liebe und Ehrlichkeit basiert, und nicht auf den Normen, die uns vorgegeben werden“, so McGarey. 

Diskriminierung ähnlich wie bei LGBTIQ+

Lily Lamboy, Geschäftsführerin des Modern Family Institute, einer Organisation, die sich für die Anerkennung nicht-traditioneller Familienstrukturen einsetzt, erklärte, dass Diskriminierung aufgrund von Polyamorie oft mit der gleichen Logik einhergeht wie die Diskriminierung von queeren Menschen. „Die Idee, dass jemand seine nicht-normative Identität preisgibt, um sexuelle Absichten zu hegen, ist noch immer weit verbreitet“, so Lamboy. Sie führt dies auf politische und religiöse Einflüsse zurück, die enge, „biblische“ Familienmodelle bevorzugen und alles andere als Bedrohung ansehen.

Schrittweise erste Anerkennung 

Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch positive Entwicklungen. In einigen US-Städten, wie etwa in Somerville, Massachusetts, wurde Polyamorie als geschützte „Familienstruktur“ anerkannt. Auch andere Städte, wie Berkeley und Oakland in Kalifornien folgten diesem Beispiel. „Rechtliche Anerkennung kann dazu beitragen, den Druck von Menschen in nicht-traditionellen Beziehungen zu nehmen“, betont Brett Chamberlin, Geschäftsführer der Organisation für Polyamorie und ethische Nicht-Monogamie.

„Ich hoffe auf eine ähnliche Entwicklung wie bei der Akzeptanz von LGBTIQ+-Menschen“, so Chamberlin weiter. „Dass Menschen, die sich als nicht-monogam outen, nicht mehr erklären oder sich rechtfertigen müssen.“ Insgesamt zeige sich, dass Polyamorie – trotz wachsender Akzeptanz in der Gesellschaft – noch immer rechtlich und gesellschaftlich marginalisiert wird. Während die Zahl der Menschen wächst, die Polyamorie leben oder zumindest offen dafür sind, bleibt die gesetzliche Anerkennung in vielen Bereichen ein ungelöstes Problem.

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