Direkt zum Inhalt
Große Freude in Thailand

Große Freude in Thailand Pride-Teilnehmer in Bangkok feiern die baldige Einführung der Homo-Ehe

ms - 05.06.2024 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Thailands Gay-Community hat allen Grund zum Feiern – und das wurde jetzt zu Beginn des Pride Monats bei der Bangkok Pride sehr deutlich. 16 Jahre lang durfte in der Stadt gar kein CSD stattfinden, im Jahr 2022 war es dann endlich wieder soweit. In diesem Jahr nun gerade einmal zwei Jahre später nahm erstmals auch der thailändische Premierminister Srettha Thavisin an der Parade teil. 

Rund 200.000 Menschen zogen mit Transparenten und Regenbogenfahnen durch die Innenstadt, lautstark begleitet von Musik-Trucks und einer großen Gruppe Trommler. Auf der ganzen Wegstrecke wurden riesige Regenbogenfahnen geschwenkt, auf dem Pride-Marsch selbst wurde eine 200 Meter lange Flagge in Regenbogenfarben getragen. 

Die Ehe für alle kommt

Die Freude ist auch deswegen so groß bei Schwulen und Lesben, weil in diesem Jahr die gleichgeschlechtliche Ehe endlich Realität werden dürfte. Premierminister Srettha Thavisin betonte so auch die Wichtigkeit der gleichgeschlechtlichen Ehe und zeigte sich derweil lächelnd umringt von feiernden Pride-Teilnehmern, eine Regenbogenschärpe um seine rechte Schulter gelegt. Begleitet wurde er dabei von Paetongtarn Shinawatra, dem Vorsitzenden der Pheu Thai Partei.

Schrittweise scheint sich das Land so zum Besseren zu wandeln. Seitdem die neue Regierung letztes Jahr an die Macht kam, sind LGBTI*-Themen zudem stärker in den Fokus gerückt. Erst vor wenigen Monaten stimmte so auch das Unterhaus für die Einführung der Homo-Ehe, die zweite Abstimmung im Senat soll voraussichtlich noch in diesem Monat erfolgen. Unterzeichnet final Thailands König das Gesetz, wird Thailand das erste Land in Südostasien sein, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet – und zudem erst das dritte Land auf dem gesamten asiatischen Kontinent nach Taiwan und Nepal. 

Mehr Rechte für LGBTI*-Menschen

Beim Bangkok Pride bekräftigte Thavisin zudem, dass er sich auch für queere Menschen starkmachen möchte und darauf hinarbeitet, dass nicht-binäre, inter und Trans-Menschen ihr Geschlecht in den offiziellen Dokumenten anpassen können. So scheint der Premierminister das Motto des diesjährigen Pride tatsächlich verinnerlicht zu haben: Celebration of Love. Inzwischen stehen die Chancen sogar gut, dass Thailand 2030 den World Pride ausrichten darf. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

WM-Kuss wird Symbol

Liebesbekundung in Mexiko

Ein spontaner Kuss bei einer WM-Fanfeier in Mexiko-Stadt geht viral und wird für viele zum Symbol für LGBTIQ+-Sichtbarkeit im Fußball.
Unvereinbarkeit von Positionen

Rechtspopulistische Strategie

Der Christopher Street Day (CSD) in Erkrath, Nordrhein-Westfalen, hat den Antrag der AfD auf einen eigenen Infostand abgelehnt.
Nasty Pig-Gründer Lauterstein

Kampf gegen Altersdiskriminierung

Nasty-Pig-Mitgründer David Lauterstein ruft ältere schwule Männer dazu auf, selbstbewusst aufzutreten und ihre Lebenserfahrung als Vorteil zu nutzen.
Bottoming Fever

Grippesymptome nach Analsex

Nach intensivem Analverkehr können bei manchen Menschen grippeähnliche Beschwerden auftreten. Die Forschungen zum „Bottoming Fever“ laufen.
Neue Straftatbestände gelten

Besonders Studierende betroffen

Queere Studierende in Victoria sind auf Dating‑Apps gezielt unter Druck gesetzt, körperlich attackiert und mit „Outing“-Erpressung bedroht worden.
Social Media-Verbote

Klare Absage der Expertenkommission

Die Expertenkommission der Regierung hat sich gegen pauschale Social Media-Verbote ausgesprochen. Ministerin Prien kann sich dies trotzdem vorstellen.
Schule zahlt nach Coming-Out

Streit um Abschluss in Tennessee

Eine christliche Schule in Tennessee hat nach dem Ausschluss einer Schülerin wegen ihres Coming-Outs eine Entschädigung von 10.000 Dollar gezahlt.
Amoklauf in Montreal

Schießerei nahe Pornhub-Hauptsitz

Drei Menschen starben bei einem Amoklauf in Montreal nahe der Pornhub-Zentrale. Der Täter hatte es unter anderem auf Pornodarsteller abgesehen.
Prides in Europa unter Druck

Mehr Hass und weniger Geld

Prides in Europa erleben zunehmend mehr Hass bei zeitgleicher Reduzierung der Finanzen, so der neue EPOA-Bericht.