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Gedenken an LGBTIQ+-Opfer Bundespräsident Steinmeier betont queere Menschen

Von ms - 17.11.2025 - 09:30 Uhr
Gedenken an LGBTIQ+-Opfer
Foto: IMAGO / Christian Spicker
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Ein besonderes Statement in schwierigen Zeiten: Erstmals hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das traditionelle Gedenken am Volkstrauertag um zwei Opfergruppen erweitert: Zum einen betonte er dabei Polizisten und Polizistinnen, die ihr Leben verloren haben, zum anderen benannte er LGBTIQ+-Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt und getötet wurden. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass Homosexuelle und queere Menschen beim Volkstrauertag explizit erwähnt wurden. 

Ein Jahrhundert Trauer 

Das Totengedenken zum Volkstrauertag wurde 1919 eingeführt, damals noch explizit als Gedenken der Opfer des Ersten Weltkriegs. Seit 1952 existiert der Gedenktag in seiner neuen Bedeutung als nationaler Trauertag, ins Leben gerufen damals von Bundespräsident Theodor Heuss. Dabei soll der Fokus auf viele Opfergruppen gelegt werden, sowohl auf Menschen, die unter den zwei Weltkriegen litten, wie auch auf jene, die durch die NS-Herrschaft umgekommen sind. Außerdem werden auch Opfer von gegenwärtigen Kriegen und Hass- sowie Gewalttaten in Deutschland mit einbezogen. Angesichts der Tatsache, dass die Angriffe gegenüber der LGBTIQ+-Community seit Jahren massiv ansteigen, war die Einbindung queerer Menschen ein logischer Schluss, aber keineswegs selbstverständlich. Der Bundestag hielt im Januar 2023 erstmals eine Gedenkstunde ab, die sich explizit den Opfern widmete, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität verfolgt wurden.

LGBTIQ+-Opfer von Hass

In der neuen Passage betonte Steinmeier so gestern: „Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren, etwa wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität, oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde. Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten. Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten, Polizisten und anderen Einsatzkräfte, die im Einsatz für unser Land ihr Leben verloren. Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt Opfer geworden sind. Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserem Land.“ 

Warnung vor „dunklen Zeiten“

Der Volkstrauertag war in diesem Jahr der italienisch-deutschen Freundschaft gewidmet, zu Gast im Deutschen Bundestag war daher gestern auch der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella. Dieser warnte vor neuen „dunklen Zeiten“ und beschwor die Wichtigkeit der Europäischen Union: „Lassen wir es nicht zu, dass heute der europäische Traum, unsere Union, von Nachahmern dunkler Zeiten zerrissen wird. Von Zeiten, die Leid, Elend und Trostlosigkeit hinterlassen haben. Wir haben es geschafft, eine Region des Friedens, der Freiheit, des Wohlstands, der Achtung der Menschenrechte zu schaffen, die ihresgleichen in der Geschichte sucht (…) Der Friede ist kein endgültiges Ziel, sondern ein Ergebnis des unablässigen Bemühens.“

Nebst Mattarella und Steinmeier nahmen an der Gedenkstunde auch Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner teil, die abschließend betonte: „Wer weiß, wohin Hass und Verblendung führen, der darf nicht schweigen, wenn Frieden und Demokratie bedroht werden.“ 

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