Frankreich gegen Homophobie 40-Punkte-Plan zur Aufklärung und Sensibilisierung
Der Alltag französischer LGBTI* wird zunehmend von Diskriminierung und Gewalt geprägt: 2019 registrierte man im Land 1.870 Opfer von homophober und transphober Gewalt. Mehr als die Hälfte aller queeren Franzosen erfuhren in ihrem Leben bereits LGBTI*-feindliche Handlungen, ein Viertel erlebte Diskriminierung am Arbeitsplatz. Dagegen möchte die Regierung unter Emmanuel Macron nun vorgehen. Staatssekretärin Élisabeth Moreno stellte dazu einen nationalen Aktionsplan vor, der für Gleichberechtigung sorgen und Diskriminierung eliminieren soll.
Der Plan sieht 42 konkrete Maßnahmen vor, die laut dem Ministerium „alle Bereiche des täglichen Lebens betreffen“. Dazu soll auch eine Website gehören, die Unterrichtsmaterial zu LGBTI*-Themen bereitstellen wird. Außerdem will man die medizinisch unterstützte Fortpflanzung für Paare und alleinstehende Frauen öffnen und herausfinden, warum gleichgeschlechtliche Paare trotz Öffnung der Adoption oft dabei scheitern. Verwaltungsformulare sollen angepasst werden, sodass auch Regenbogenfamilien angesprochen werden. Weiterhin möchte die Regierung gegen Konversionstherapien vorgehen, ein Bewusstsein für Diskriminierung schaffen und LGBTI*-Referenten bei der Polizei ausbilden.