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Flucht aus den USA Rekordzahlen bei Asylanträgen von LGBTIQ+-Amerikanern

Von ms - 23.06.2026 - 11:00 Uhr
Flucht aus den USA
Foto: iStock / Chalabala
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Eine wachsende Zahl von LGBTIQ+-Menschen in den Vereinigten Staaten versucht, das Land zu verlassen und in anderen Staaten Asyl zu beantragen. Das geht aus einem Bericht der Organisation Rainbow Railroad hervor, der jetzt veröffentlicht wurde.

Das Wichtigste im Überblick

  • Rekordzahl an LGBTIQ+-Menschen in den USA beantragt Ausreise- oder Asylhilfe über Rainbow Railroad
  • Anstieg um 51 Prozent im Vergleich zu 2024
  • Rund 6.300 LGBTIQ+-Menschen wollten 2025 die USA verlassen
  • Viele Anfragen inzwischen direkt aus den USA
  • Kritik an verschärfter US-Asyl- und Migrationspolitik

Flucht vor der US-Politik 

Demnach reagieren die Betroffenen auf die als diskriminierend beschriebenen politischen Maßnahmen gegen trans* Personen. Gleichzeitig gehe die Zahl LGBTIQ+-Flüchtlinge aus anderen Ländern zurück, die Asyl in den USA beantragen. Als Grund nennt die Organisation die restriktivere Einwanderungspolitik der US-Regierung. Im vergangenen Jahr habe Rainbow Railroad rund 20.200 direkte Anfragen zur Unterstützung bei Umsiedlungen erhalten. Das sei ein Anstieg um 51 Prozent gegenüber 2024 und der höchste Wert seit der Gründung der Organisation im Jahr 2006.

Besonders auffällig sei der steigende Anteil von Anfragen aus den USA selbst gewesen. Rund 31 Prozent der Hilfsersuchen stammten demnach von dort lebenden Personen, im Vorjahr habe der Anteil noch bei etwa 13 Prozent gelegen. In Summe sind das rund 6.300 queere US-Amerikaner, die flüchten wollen. Während zuvor vor allem bereits eingewanderte queere Menschen Unterstützung suchten, seien 2025 etwa 88 Prozent der Anfragen aus den USA von US-Staatsbürgern gekommen, die angaben, vor der aktuellen Regierungspolitik zu fliehen. Ein deutlicher Ausschlag zeigte sich dabei unmittelbar nach der Wiederwahl des Präsidenten. Insgesamt 1.177 Menschen in den USA hätten sich laut Rainbow Railroad am darauffolgenden Tag gemeldet. Devon Matthews, Chief Programs Officer der Organisation, sagte gegenüber The Los Angeles Blade: „Allein an diesem Tag gingen mehr als doppelt so viele Hilfsanfragen aus den gesamten USA ein wie in den vorherigen zehn Monaten zusammen.“

Einschränkungen im US-Asylsystem

Fachleute sehen zudem eine zunehmende Verschärfung im Umgang mit LGBTIQ+-Asylsuchenden. Die Anwältin Rebekah Wolf vom American Immigration Council erklärte gegenüber dem Time Magazine, dass US-Einwanderungsgerichte unter Trump häufiger Anträge von LGBTIQ+-Flüchtlingen ablehnten als in früheren Jahren. Früher konnten queere Menschen über das US Refugee Admissions Program (USRAP) Schutz erhalten, ein seit 1980 bestehendes Bundesprogramm zur Aufnahme verfolgter Menschen. Mitte Januar erließ Präsident Donald Trump dann jedoch eine Verordnung, die die Aufnahme von Flüchtlingen auf unbestimmte Zeit aussetzte und das Programm faktisch stoppte. Dadurch gerieten rund 32.000 bereits zugelassene Flüchtlinge in Unsicherheit und verloren teilweise Zugang zu Unterstützungsleistungen.

Während unter der Biden-Regierung mehr als 233.000 Menschen über USRAP aufgenommen worden seien, habe die US-Regierung zwischen Oktober 2025 und Mai 2026 nur noch 6.668 Flüchtlinge aufgenommen. Mehr als 99 Prozent davon seien laut offiziellen Angaben weiße Südafrikaner gewesen, die vor Diskriminierung flohen.

Abschiebungen in Drittstaaten

Auch bereits in den USA lebende LGBTIQ+-Flüchtlinge seien laut Experten von Abschiebung bedroht. Die US-Einwanderungsbehörde ICE habe mehrere queere und trans* Personen in sogenannte „Drittländer“ bringen wollen – Staaten, die weder Herkunfts- noch vorherige Aufenthaltsländer seien. Dies geschehe teils trotz gerichtlicher Schutzanordnungen. Viele dieser Staaten hätten selbst queerfeindliche Gesetze, sagte Rebekah Wolf: „Eine meiner größten Sorgen ist, dass Menschen einer Selbstabschiebung zustimmen – also faktisch in ihr Herkunftsland zurückkehren –, weil die Angst besteht, dass eine trans* Person aus El Salvador in Uganda landen könnte, was in manchen Fällen noch gefährlicher ist.“

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