Direkt zum Inhalt
ESC in der Schweiz
Foto: iStock / Zeferli
ANZEIGE

ESC in der Schweiz Referendum will den ESC verhindern und spricht von Satanismus, Okkultismus und Steuerverschwendung

ms - 10.07.2024 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Das gab es in dieser Form auch noch nie in der Geschichte des Eurovision Song Contest – gegen die Durchführung des internationalen Musikwettbewerbs im kommenden Jahr in der Schweiz regt sich jetzt massiver Widerstand. Die Rede ist von Satanismus, Okkultismus und Steuerverschwendung. 

Referendum gegen den ESC

Die christlich nationalkonservative Eidgenössisch-Demokratische Union, kurz EDU, sowie auch die Schweizer Volkspartei (SVP) und der Bund der Steuerzahler setzen sich mit Nachdruck für ein Referendum in verschiedenen möglichen Austragungsstädten ein, zunächst in Bern und Zürich, dann auch in Genf und Basel. Wo der ESC nach dem Sieg von Nemo in diesem Jahr in der Schweiz 2025 tatsächlich stattfinden soll, ist bisher noch unklar und entscheidet sich erst Ende August, die Vorbereitungen laufen allerdings bereits.

Ziel des Referendums ist es dabei, zu verhindern, dass Steuergelder für die Durchführung des ESC verwendet werden. In der Tat müssten die angedachten Kosten von umgerechnet rund 41 Millionen Euro größtenteils durch Steuerzahler finanziert werden. Die EDU fordert deswegen nun, dass alle Kredite und Finanzleistungen des ESC vorab durch eine Abstimmung der Bevölkerung legitimiert werden müssen – versagt die Mehrheit das Geld, könnte dies dann das Ende des ESC in der Schweiz bedeuten.  

„Peinlicher Regenbogen-Anlass“

Laut dem Schweizer Tagesanzeiger arbeitet die Partei bereits mit Hochdruck daran, fristgerecht die Anträge für ein solches Referendum fertigzustellen. Die SVP unterstützt in Bern das Vorhaben, in Zürich indes bisher nicht. Allerdings erklärte SVP-Präsident Marcel Dettling, der ESC sei eine Geldverschwendung: „Das Geld sollte besser den schwer betroffenen Unwettergeschädigten gespendet statt für diesen peinlichen Regenbogen-Anlass verschwendet werden.“ Der Bund der Steuerzahler wird höchstwahrscheinlich ebenso der Idee eines Referendums zustimmen. 

Für die christliche Partei EDU scheint das Verhindern des ESC zu einer Herzensangelegenheit geworden zu sein, online fordert sie „Stoppt den ESC in der Schweiz“ und spricht von einer Polit-Show, die zu einem „Imageverlust“ für die Schweiz führen würde. „In den letzten Jahren hat sich der ESC zunehmend zu einer Veranstaltung entwickelt, bei der sich antisemitische Vorfälle häufen und immer mehr Auftritte Satanismus und Okkultismus zelebrieren“, so die EDU weiter. Diese „jugendgefährdenden Kulte“ dürften nicht von Steuergeldern bezahlt werden. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Trey Cunningham selbstbewusst

Hürdenläufer mit Starpotenzial

Der schwule Sportstar Trey Cunningham beendet seine Saison mit Rekord, Modeljobs und viel Selbstbewusstsein – und hat bereits Olympia 2028 im Blick.
Kerle in besonderer Tracht

Lederhose, Lust und Lebensfreude

September ist Oktoberfestzeit. Für schwule Jungs liegt dabei eine besondere Faszination bei Männern in Lederhosen. Doch warum eigentlich?
Netflix und LGBTIQ+

Die zehn erfolgreichsten Serien

Netflix' meistgesehene Serien zeigen viele LGBTIQ+-Figuren und Geschichten – an der Spitze steht ein sexy Werwolf mit rund 252 Millionen Aufrufen.
Mordversuch mit Bierflasche

Junger Mann in Minnesota attackiert

Ein Mann aus Minnesota wurde mit einer zerbrochenen Bierflasche attackiert und schwer verletzt, weil sein Angreifer ihn fälschlich für schwul hielt.
Nationale Krise auf Fidschi

Massiv steigende HIV-Zahlen

Der Staat Fidschi reagiert auf stark steigende HIV-Zahlen mit einem nationalen Notstand und will Tests, Prävention und Behandlung ausweiten.
Suizide in der EU

Männer deutlich häufiger betroffen

Die Suizidrate in der EU sinkt langsam, doch Männer und sexuelle Minderheiten bleiben besonders stark betroffen, insbesondere in Deutschland.
Kritik an Bundesregierung

LSVD+ betont fehlenden Schutz

Der LSVD+ kritisiert fehlende Maßnahmen der Bundesregierung gegen Queerfeindlichkeit und fordert mehr Beteiligung der queeren Zivilgesellschaft.
Demonstrationen für LGBTIQ+

Proteste vor türkischen Botschaften

Proteste heute vor Botschaften: Internationale Organisationen und Regierungsvertreter kritisieren die Einschränkungen gegen LGBTIQ+ in der Türkei.
Brutaler Überfall in Berlin

Junger Schwuler attackiert

Ein 26-jähriger schwuler Mann wurde in Berlin angegriffen und beraubt, nachdem ein Unbekannter nach seiner sexuellen Orientierung gefragt hatte.