Direkt zum Inhalt
Razzien in Bali

Erneut Razzien auf Bali Abermals willkürliche Verhaftungen in zwei Schwulensaunen

ms - 07.11.2024 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Die Regierung der Urlaubsinsel Bali geht offenbar immer härter gegen schwule Männer vor – in diesen Tagen machten Razzien in zwei Schwulensaunen Schlagzeilen, mehrere Mitarbeiter sowie die Eigentümer wurden dabei laut dem Magazin Bali Discovery festgenommen. Gäste mussten sich nackt menschenunwürdigen Befragungen unterziehen lassen. 

Razzien in Schwulensaunen

Die stets offizielle Begründung bei einem solchen Vergehen in letzter Zeit: Die Polizei sei davon ausgegangen, dass es dort zu männlicher Prostitution kommen würde – jede Art von Sexarbeit ist dabei in Indonesien verboten. Zunächst hatte die Polizei eine Razzia im Spa Pink Palace durchgeführt, eine ganz in Pink gehaltene Einrichtung mit Spa- , Sauna und Wasserbereichen. Die beiden Eigentümer aus Australien wurden verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, homosexuelle Prostitution angeboten und toleriert zu haben. Als Indiz für diese Behauptung hatten die Beamten festgehalten, dass sie bei der Durchsuchung der Räumlichkeiten auf „muskulöse Männer“ getroffen seien, die sich „verweichlicht verhalten“ hätten.

Im zweiten Fall stürmten die Polizisten das Elegantz Spa & Sauna – der eher diskrete Schwulentreffpunkt verfügt ebenso über mehrere Pools, Wasserfälle, private Badebereiche, Saunen und Whirlpools. Die Beamten befragten hier sowohl Angestellte wie auch Gäste des Etablissements, darunter auch mindestens ein englischer Tourist, der laut Eigenaussage die Befragung komplett nackt unter entwürdigenden Bedingungen über sich hatte ergehen lassen müssen. Schlussendlich nahm die Polizei zehn Mitarbeiter vorläufig fest. Die Schwulensaunen wurden in beiden Fällen geschlossen. 

Kampfansage gegen Homosexuelle

Seit geraumer Zeit geht die Regierung des Landes immer rabiater gegen Treffpunkte von homosexuellen Männern vor, mehrfach kam es auch bereits zu Massenverhaftungen in Hotels oder ähnlichen Einrichtungen. Homosexualität ist bisher im Land zwar nicht verboten, allerdings werden gerne Gesetze gegen Schwule angewandt, die sich auf den Verfall von moralischen Sitten oder eben auf Prostitution beziehen. Durch eine juristische Hintertür soll gleichgeschlechtlicher Sex wahrscheinlich allerdings ab 2026 komplett verboten werden, bei Zuwiderhandlung drohen dann mehrjährige Haftstrafen, auch für Touristen. 

Im Sommer dieses Jahres haben Indonesiens Machthaber zudem ein neues Gesetz verabschiedet, dass das Thema Homosexualität in allen Medien und in der Öffentlichkeit verbietet. Schwule fallen dann unter die Prämisse „Personen mit einem negativen Lebensstil“. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

CSD startet unter Hochspannung

Zehntausende werden erwartet

Frankfurts Oberbürgermeister hat beim diesjährigen Regenbogenempfang im Römer ein deutliches Zeichen für die Rechte queerer Menschen gesetzt.
Starmers letzte Worte

Das „schwulste“ Parlament der Welt

Noch-Premierminister Keir Starmer erklärte die britische Regierung zum „schwulsten“ Parlament weltweit und betonte den Einsatz für LGBTIQ+.
Fünf Festnahmen

Seit Mai vermisst

Ein schwules US-mexikanisches Paar wurde in einem Massengrab nahe La  Marquesa (Ocoyoacac, Mexiko-Stadt) identifiziert.
Eklat um US-Gerichtsurteil

Religionsfreiheit gegen Homophobie

Eine texanische Richterin, die gleichgeschlechtliche Paare aus religiösen Gründen nicht trauen wollte, erhält nun eine hohe Entschädigung.
Mehr als Regenbogen

Klare Erwartungen im Job

Viele LGBTIQ+-Beschäftigte wünschen sich von ihren Arbeitgebern ganzjährige Unterstützung statt symbolischer Aktionen zum Pride Monat.
Hexenjagd in Niger

Festnahmewelle gegen Schwule

Nachdem Verbote gegen Homosexuelle in Niger eingeführt wurden, findet seit Juni eine radikale Festnahmewelle im westafrikanischen Land statt.
Heimliche Betäubung als Gefahr

Polizei zerschlägt Online-Netzwerke

Sexualisierte Gewalt an heimlich sedierten Opfern rückte jetzt verstärkt in den Fokus internationaler Ermittler, auch das BKA arbeitet daran mit.
Statement von Melanie Trump

Unterstützung der LGBTIQ+-Community

First Lady Melania Trump bekennt sich zur LGBTIQ+-Community, unterstützt zugleich aber den Ausschluss von trans* Sportlerinnen aus Frauenteams.
Homosexuelle in Großbritannien

Viel Zustimmung für Ehe für alle

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass mehr als drei Viertel der Erwachsenen im Vereinigten Königreich die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare unterstützen