Direkt zum Inhalt
Erleichterung in Ungarn
ANZEIGE

Erleichterung in Ungarn Staatspräsidentin zwang Parlament zu Gesetzesänderungen!

ms - 24.05.2023 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Aufatmen in Ungarn – ein besonders homophobes Gesetzesvorhaben wurde dank Staatspräsidentin Katalin Novák gestoppt und musste daraufhin vom Parlament überarbeitet werden. Jetzt wurde das sogenannte „Whistleblower“-Gesetz ohne den homofeindlichen Passus verabschiedet. Dieser hatte in seiner ersten Fassung noch vorgesehen, dass Bürger anonym Anzeige gegen Regenbogenfamilien mit gleichgeschlechtlichen Eltern hätten machen können, da diese „die wahre Bedeutung der in der ungarischen Verfassung definierten Familie leugnen oder verändern“ würden.

Ungarische Verfassung widerspricht EU-Rechten

Das Gesetzesvorhaben bezog sich dabei auf die ungarische Verfassung selbst, die die Ehe noch immer als eine heterosexuelle Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau definiert. Wie lange diese Richtlinien noch rechtlich durchgesetzt werden können, ist grundsätzlich fraglich, nachdem nun auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in dieser Woche erst die Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren gestärkt und zudem bekräftigt hat, dass diese in allen EU-Mitgliedsstaaten anerkannt werden müssen.

Allerdings hat Ministerpräsident Victor Orbán immer wieder in den vergangenen Jahren bewiesen, dass ihn EU-Rechte nur bedingt interessieren. Auch die LGBTI*-Organisation Forbidden Colours erklärte dazu kurz und knapp: „Das Regime von Viktor Orbán nimmt die Europäische Union nicht mehr ernst. Orban hat Moskau über Brüssel gestellt! Er schafft "Kleinrussland" in der Europäischen Union.“

Hoffnung auf Eingeständnis der EU

Das jetzt verabschiedete „Whistleblower“-Gesetz soll künftig Menschen rechtlich besser schützen, die Gesetzesverstöße anzeigen wollen. Die Hoffnung seitens des ungarischen Justizministeriums ist groß, dass mit der Streichung der homophoben Richtlinien die Europäische Union ihrerseits auch ein Stück weit wieder auf Ungarn zugeht – noch immer ist die Freigabe der meisten EU-Gelder eingefroren, da die EU die Demokratie sowie grundsätzliche Menschenrechte und die allgemeine Rechtsstaatlichkeit Ungarns in Gefahr sieht. Dabei noch immer in Kraft ist das Anti-Homosexuellen-Gesetz aus dem Jahr 2021, das Themen rund um Homosexualität an Schulen sowie in den Medien in Ungarn weitestgehend komplett verbietet.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.