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Erhöhte Gefahrenlage vor ESC Die Polizei ist mit einem Großaufgebot in Malmö vor Ort - keine Spur von Partystimmung

Von ms - 03.05.2024 - 11:00 Uhr
Erhöhte Gefahrenlage
Foto: IMAGO / TT
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Der Nationale Sicherheitsrat (NSC) Israels hat jetzt zum Eurovision Song Contest in der kommenden Woche seine Reisewarnung noch einmal verschärft. Ende dieser Woche teilte der Rat mit, dass das Risiko von einer potenziellen Bedrohung (2) auf eine mittlere Bedrohung (3) angehoben wird. Die Warnung gilt während der gesamten Zeit des ESC vom 7. bis zum 11. Mai. 

Hohes Gewaltpotenzial in Malmö

Bereits im Vorfeld hatte es schon Bedrohungen und Hass-Botschaften gegeben, sowohl gegen die Sängerin aus Israel wie aber auch gegen den nicht-binären Kandidaten Nemo aus der Schweiz. Im ersten Fall war die Hetze dabei maßgeblich ins Leben gerufen und angefeuert worden durch die Gruppe „Queers for Palestine“. 

Der NSC legt Israelis konkret nahe, einen möglichen Besuch der ESC-Gastgeberstadt Malmö in der kommenden Woche noch einmal zu überdenken. Zur Begründung erklärt der Rat weiter, dass die schwedische Stadt eine „hohe Konzentration syrischer, libanesischer, irakischer und iranischer Migranten“ habe und es daher sehr schnell zu antiisraelischen sowie antisemitischen Protesten und Gewalt gegenüber jüdischen Menschen kommen könne. 

Malmö sei laut dem NSC auch deswegen ein Hotspot für derartige Gewalt, weil es nach dem Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober vergangenen Jahres in Israel kurz darauf in der schwedischen Stadt zu zahlreichen Freudenbekundungen gekommen sei. Die extremistische Gruppe hatte rund 1.200 Menschen ermordet und 250 weitere Personen in den Gazastreifen verschleppt.  

„Konkrete Sorge“ über ESC

Zudem verweist der Sicherheitsrat auf die aktuellen Aufrufe radikaler Islamisten, Anschläge auf westliche Ziele zu verüben. Der internationale Musikwettbewerb mit einer besonderen Nähe zur LGBTI*-Community könnte hier ein besonderes Ziel darstellen. Erst im März dieses Jahres waren zwei Islamisten in Thüringen festgenommen worden, die offensichtlich einen Anschlag mit Schusswaffen in Schweden geplant haben sollen. Der NSC spricht von einer „konkreten Sorge“, dass es auch im Umfeld des ESC zu einem Anschlag kommen könnte. 

Gedrückte Stimmung und hohe Vorsichtsmaßnahmen

Schweden selbst hat inzwischen die Sicherheitsvorkehrungen in Malmö massiv verstärkt. Bereits jetzt Tage vor dem ESC gibt es deutlich mehr antisemitische Vorfälle in mehreren schwedischen Städten, wie die ARD berichtet. Die Polizei ist bereits jetzt mit einem Großaufgebot in der Stadt präsent und wird verstärkt von Kollegen aus Dänemark und Norwegen. Eine öffentliche Partymeile wurde bereits abgesagt, alle anderen ESC-Veranstaltungen sollen ausschließlich in abgeschlossenen Gebieten und Räumen stattfinden, in denen Taschen tabu sind. 

„Sie werden Polizisten sehen, die mit den üblichen Waffen ausgestattet sind, aber auch mit schwereren Waffen. Das sind die Menschen in Schweden und Malmö zwar nicht gewohnt, die Polizei muss aber Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um auf einen schwerwiegenden Zwischenfall vorbereitet zu sein“, so Polizeichefin Petra Stenkulla. Inzwischen wurden auch bereits zwei Großdemos gegen Israel in der ESC-Woche mit jeweils über 10.000 Teilnehmern angemeldet. Laut der ARD ist von ausgelassener Vorfreude in Malmö derzeit daher wenig zu spüren. 

Wird es chaotisch und gewalttätig?

„Ein Cocktail an Problemen könnte auf die Stadt Malmö und den ESC zukommen. Demonstranten werden versuchen, die Wege von Delegationen zu den Veranstaltungsorten abzusperren, kleine gewaltbereite Gruppen wie die Antifa werden versuchen, die Polizei und andere zu konfrontieren. Es kann also richtig chaotisch und eventuell gewalttätig werden“, so der Terrorismus-Experte und Politik-Wissenschaftler Magnus Ranstorp gegenüber der ARD. Insgesamt werden kommende Woche rund 100.000 ESC-Besucher in der Stadt erwartet.

Schweden selbst hat bereits seit letzten Sommer die Terrorwarnstufe auf vier erhöht, die zweithöchste im Land. Der Grund ist eine hohe Gefahr von islamistischen Anschlägen, nachdem es in Schweden zuletzt zu öffentlichen Koranverbrennungen als Protest gegen Islamisten gekommen war. 

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