Direkt zum Inhalt
Peter Mandelson wegen Geheimnisweitergabe festgenommen
ANZEIGE

Epstein-Skandal in England Peter Mandelson wegen Geheimnisweitergabe festgenommen

mr - 24.02.2026 - 14:30 Uhr
Loading audio player...

Der frühere britische Minister und langjährige Labour-Stratege Peter Mandelson ist wegen des Epstein-Skandals festgenommen worden. Die Polizei ermittelt gegen den 72-Jährigen wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens im Amt, nachdem Medienberichten zufolge Erkenntnisse aus den so genannten „Epstein-Akten“ auf eine Weitergabe sensibler Regierungsinformationen hindeuten. Mandelson wurde nach wenigen Stunden unter Kaution entlassen, die Untersuchungen dauern an.

 

Ermittlungen gegen Mandelson verstärken Druck auf Starmer

Die britischen Ermittlungsbehörden durchsuchten zwei Liegenschaften im Zusammenhang mit dem Fall. Mandelson geriet ins Visier der Ermittler, da er über Jahre einen engen Kontakt zum verstorbenen US-Multimillionär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein pflegte. Zuletzt war der sozialdemokratische Politiker britischer Botschafter in Washington. Recherchen legen nahe, dass Mandelson während seiner Amtszeit als Wirtschaftsminister Regierungsgeheimnisse an Epstein weitergereicht haben könnte. Es geht insbesondere um Informationen zur damaligen internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise und um einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsfonds. Peter Mandelson, Mitglied des britischen Oberhauses und früherer Labour-Politiker, hat sich öffentlich zu seinem Verhältnis zum wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten und verstorbenen Jeffrey Epstein geäußert. In einem BBC-Interview erklärte Mandelson, er sei wegen seiner sexuellen Orientierung niemals in Epsteins Aktivitäten involviert gewesen und gezielt von dessen „sexueller Seite“ ferngehalten worden.

 

Regierungskrise und Konsequenzen für die Labour-Partei

Die Festnahme hat die Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer in Turbulenzen gestürzt. Starmer stand bereits wegen Mandelsons Ernennung in der Kritik – er wusste Medienberichten zufolge von dessen Freundschaft zu Epstein und soll auch nach Bekanntwerden von Epsteins Verurteilung an Mandelson festgehalten haben. Mehrere Vertraute und Berater des Premiers traten aus Protest zurück, neue Enthüllungen könnten das politische Klima weiter belasten. Inzwischen verlor Mandelson seinen Oberhaussitz und legte seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei nieder, der Titel „Lord“ könnte ihm ebenfalls aberkannt werden. Laut offiziellen Angaben veröffentlicht die Regierung Anfang März eine erste Auswahl dokumentierter Kommunikation aus den Ermittlungen.

 

Epstein-Verstrickungen erschüttern Großbritannien

Der Fall Mandelson ist der jüngste Ausläufer eines Skandals, der weite Kreise zieht: Das Netzwerk rund um Jeffrey Epstein brachte bereits frühere Eliten aus Politik und Adel in Schwierigkeiten, darunter auch den früheren Prinzen Andrew. Die Veröffentlichung der Epstein-Akten wirft ein grelles Licht auf Verflechtungen zwischen Macht, Lobbyismus und persönlichen Interessen im Vereinigten Königreich. Großbritannien steht vor der Frage, wie es künftig den Umgang mit hochsensiblen Posten und vergangene Verfehlungen überprüft – und welchen Preis politische Loyalität im Licht neuer Fakten hat.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.
Nackte setzen Zeichen

Regenbogen-Kunst für Vielfalt

Hunderte Menschen bildeten auf Gran Canaria nackt eine Progress-Pride-Flagge – als Kunstwerk für Vielfalt und Zeichen der Solidarität mit Berlin.
Boy George sorgt für Kritik

Umstrittener neuer Song

Boy George veröffentlichte ein pro-israelisches Lied über den Hamas-Angriff und löst damit jetzt heftige Kritik aus.
Mehr Hass im Stadion

Homophobie nimmt zu

Eine neue Statistik zeigt: Bei fast 15 Prozent der britischen Premier-League-Fußballspiele wurden in der Saison 2025/26 homophobe Vorfälle gemeldet.
CSD Nürnberg findet statt

Sicherheitskonzept erneut überprüft

Trotz der Amokfahrt in Berlin findet der CSD Nürnberg 2026 wie geplant statt – das Sicherheitskonzept wurde jetzt überprüft und nachgeschärft.
Umfragehoch für Buttigieg

Der Weg ins Weiße Haus?

Neue Umfragen sehen den schwulen Politiker Pete Buttigieg bei den möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2028 vorn.
Online-Verbote in Österreich

Social-Media-Grenze für Jugendliche

Österreich plant ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige – Fachverbände warnen vor besonderen Risiken für queere Jugendliche.
Proteste in Hamburg

Trans* Block plant Die-In

Beim CSD Hamburg wollen trans* Menschen und Sexarbeiter mit einem Die-In auf Gefahren, politische Forderungen und Versorgungslücken hinweisen.