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Ende von Andrew Christian Kultmodemarke der Gay-Community ist Geschichte

Von ms - 11.12.2025 - 15:00 Uhr
Andrew Christian stellt Betrieb ein
Foto: Andrew Christian
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Die legendäre schwule Unterwäschen-Marke Andrew Christian, bekannt für ihre einzigartige Ausrichtung auf die Gay Community, hat jetzt den Betrieb eingestellt – bereits im Sommer dieses Jahres hatte Markengründer Christian diesen Plan publik gemacht. Online bedankte er sich jetzt zuletzt bei seinen treuen Fans, bevor die Homepage final offline ging. 

Emotionaler Abschied 

Christian hatte sich im Oktober dieses Jahres mit einer letzten Herbst-Winter-Kollektion verabschiedet, nun folgte der finale Schritt, wie der Firmengründer über X mitteilte: „Heute, mit Tränen, Dankbarkeit und einem Herzen voller Erinnerungen, schließen wir die Andrew Christian-Website. Es ist mit einem schweren, aber tief dankbaren Herzen, dass wir uns verabschieden.“

Er fügte hinzu: „Während ich mich nun endgültig verabschiede, möchte ich einfach Danke sagen – an alle, die an mich, meine Arbeit und die Welt, die wir gemeinsam geschaffen haben, geglaubt haben. An jede einzelne Person, die unsere Designs getragen, unsere Vision geteilt und Teil dieser Familie geworden ist – ihr habt dieser Marke ihre Seele gegeben. Was als Überlebensstrategie eines queeren Kindes begann, wurde zu einer Bewegung der Selbstverwirklichung, Sichtbarkeit und unerschütterlichen Freude. Gemeinsam haben wir nicht nur Kleidung gemacht – wir haben Raum geschaffen. Wir haben eine Gemeinschaft aufgebaut. Wir haben Menschen das Gefühl gegeben, gesehen zu werden. Die Seite mag nun dunkel werden, dieses Kapitel mag enden… aber die Liebe, die Geschichten und die Gemeinschaft, die wir gemeinsam aufgebaut haben, werden für immer bei uns bleiben.“ 

Gründe für das Ende der Ära

Zu Beginn der 2000er Jahre war die Marke schnell zum Kult aufgestiegen, nachdem Gründer Christian sich auf sexy Herrenunterwäsche fokussierte und gezielt die Gay-Community ansprach. Mit schwulen Models, Tänzern, Drag-Queens und schwulen Pornostars baute er seine Modelinie konsequent und erfolgreich aus. Immer wieder arbeitete er dabei auch mit schwulen Amateuren vor der Kamera, was zum einzigartigen Look der Marke beitrug: „Es war wunderschön zu beobachten, wie diese Jungs erst ängstlich und unsicher waren und sich dann wandelten hin zu einem selbstbewusstem Auftreten und dem offenen Bekenntnis zu ihrer Sexualität“, so Christian. 

Der Grund für das Ende jetzt ist zum einen dem veränderten Verbraucherverhalten geschuldet, weil immer mehr junge queere Menschen laut dem Designer lieber Billigware aus China einkaufen als Markenprodukte, und zum anderen dem politischen Klima weltweit. „Das politische Klima hat dazu geführt, dass es für große Unternehmen unpopulär geworden ist, in schwule Marken zu investieren. Es gibt eine Abneigung gegen die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die sich auf LGBTIQ+ konzentrieren“, so Christian im Sommer dieses Jahres. 

Abschließend betonte er warnend: „Wenn die LGBTIQ+-Community andere schwule Marken, schwule Bars und ähnliche Unternehmen nicht unterstützt, wird es bald keine schwulen Unternehmen mehr geben. Wir befinden uns an einem kritischen Punkt, an dem unsere eigene Gemeinschaft bewusste Entscheidungen darüber treffen muss, wo wir unser Geld ausgeben, oder wir werden genau die Orte und Marken verlieren, die uns seit Jahrzehnten unterstützt haben.“

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