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Eklat im Weißen Haus Queere Pro-Palästina-Aktivistinnen forderten Ende des Gaza-Krieges

Von ms - 11.07.2024 - 11:00 Uhr
Eklat im Weißen Haus
Foto: Instagram / autostraddle
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Eklat bei der Pride Party im Weißen Haus in Washington – zwei junge queere Pro-Palästina-Aktivistinnen wollten während der Pride-Feierlichkeiten auf die Lage im Gaza-Streifen aufmerksam machen und forderten ein sofortiges Kriegsende. Unter Protest wurden die beiden jungen Frauen vom Sicherheitspersonal rausgeworfen, nachdem sie zuvor auch direkt First Lady Jill Biden mit ihren Vorwürfen konfrontiert hatten. 

Pride vs. Völkermord 

Bei den beiden queeren Frauen handelt es sich um die jüdische Trans-Pädagogin und selbsterklärte Rabbinerin Abby Stein sowie um ihre Freundin Lily Greenberg Call, eine ehemalige Mitarbeiterin der Biden-Administration, die zuvor bereits aus Protest gegen die Gaza-Politik der USA gekündigt hatte. Der Vorfall ereignete sich bereits im Juni, wurde aber erst jetzt publik – auch durch die beiden Aktivistinnen selbst. 

Auf Instagram kritisierten beide das Vorgehen der Biden-Regierung. Man habe auch den Präsidenten selbst „respektvoll“ angesprochen und erklärt, dass es keinen Pride im Umfeld eines Völkermordes geben könne. Amerika müsse seine Unterstützung Israels sofort einstellen. Die Forderungen sind identisch mit jenen der Gruppe Queers for Palestine, die sowohl innerhalb wie außerhalb der LGBTI*-Community auf viel Kritik und Unverständnis stößt. 

Queere Befreiung nur ohne die USA?

Die beiden queeren Frauen halten indes weiterhin an ihrer politischen Einstellung fest und erklärten zuletzt, sie hätten sich bereits während der Pride-Feierlichkeiten im White House sehr unwohl gefühlt: „Auf einer Veranstaltung zu sein, auf der die Befreiung der Queers gefeiert wird und die im Epizentrum der Macht stattfindet, während wir wissen, dass diese Regierung zum elenden Leiden des palästinensischen Volkes beigetragen hat, war äußerst beunruhigend.“

Für die beiden Aktivistinnen ist klar, dass Palästina für queere Menschen erst dann frei sein kann, wenn die USA ihre Hilfe für Israel einstellt: „Es kann keine queere Befreiung unter Besatzung geben. Queere Menschen in Palästina werden jeden Tag mit Bomben aus amerikanischer Produktion in einem Krieg getötet, der von amerikanischen Entscheidungsträgern unterstützt wird. Wenn wir die queere Geschichte ehren und queere Leben heute wertschätzen wollen, können wir uns nicht weiterhin am Pinkwashing der israelischen Kriegsverbrechen und der Entmenschlichung des palästinensischen Volkes beteiligen.“ 

Kein offen Schwuler in Gaza

Queere Aktivisten, die sich in den letzten Monaten immer wieder für Palästina eingesetzt haben, sorgen dabei weiterhin zumeist für ein verstörtes Kopfschütteln in der LGBTI*-Community sowie in der allgemeinen Gesellschaft. Jair Lapid, Oppositionsführer der israelischen Partei Jesch Atid, brachte dies zuletzt so auf dem Punkt: „Warum gibt es keine einzige Trans-Person in Gaza? Warum gibt es keinen einzigen offen Schwulen in Gaza? Sie werden dort ermordet! Es ist eine Terrororganisation! Wenn wir den Krieg gegen die Hamas nicht gewinnen, dann werden sie auch auf euch losgehen. Sie werden nach Deutschland kommen.“ 

CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hatte dazu gesagt, ihm fehle für einen solchen Aktionismus jedes Verständnis: „Man möchte sich nicht vorstellen, was mit einem Menschen aus der LGBTQ-Szene, der sich nur eine Stunde im Herrschaftsgebiet der Hamas aufhalten würde, passieren würde.“

Hinrichtungen von Homosexuellen

Im Gazastreifen und im Westjordanland ist die LGBTI*-Community seit Jahren massiven Angriffen ausgesetzt, Homosexualität in jedweder Form ist illegal und wird mit hohen Gefängnisstrafen, Folter und Hinrichtungen geahndet. Seit der Übernahme des Gazastreifens durch die islamistische Terror-Organisation Hamas 2007 hat sich die Lage noch einmal verschärft. 

Wer kann, flüchtete als LGBTI*-Mensch aus der Region. Immer wieder soll es in den letzten Jahren auch zu öffentlichen Hinrichtungen von schwulen Männern gekommen sein. Im August 2019 gab die Palästinensische Autonomiebehörde bekannt, dass LGBTI*-Verbände im Westjordanland verboten seien, da sie „den höheren Werten und Idealen der palästinensischen Gesellschaft schaden.“

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