Direkt zum Inhalt
Ehe? Nein Danke!
ANZEIGE

Ehe? Nein Danke! Nur rund 8.800 schwule und lesbische Paare haben 2024 geheiratet

ms - 05.02.2026 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Das Bundesamt für Statistik hat heute die jüngsten Zahlen zu Eheschließungen in Deutschland veröffentlicht: Noch nie seit 1950 haben sich in einem Jahr so wenige Menschen das Ja-Wort gegeben. Im Jahr 2024 waren es so gerade einmal rund 349.000 Ehen, rund drei Prozent davon waren Schwule und Lesben. 

Rund 8.800 homosexuelle Ehen 

Nach der Einführung der Ehe für alle im Oktober 2017 gehen seit dem ersten vollen Berichtsjahr 2018 auch gleichgeschlechtliche Eheschließungen in der Statistik immer weiter zurück, wie die Bundesbehörde attestiert. Waren es 2018 noch 21.757 gleichgeschlechtliche Paare, die den Bund fürs Leben eingingen, sagten im Jahr 2024 nur noch  8.818 homosexuelle Ehepaare „Ja“ vorm Standesamt, etwas mehr Frauen (4.706) als Männer (4.112).  

Die weiteren Eckdaten: Mehr als drei Viertel (79 %) der frisch Vermählten im Jahr 2024 heiratete zum ersten Mal. Aktuell ist damit jede zweite erwachsene Person in Deutschland (34,6 Millionen Menschen) verheiratet – unter Homosexuellen ist das Verlangen nach der Ehe deutlich niedriger. Bis Ende 2024 haben in Deutschland 93.663 Paare geheiratet, das entspricht rund 2,5 Prozent der Schwulen, Lesben und Bisexuellen in der Bundesrepublik (Ipsos Studie 2024/2025).  

Jeder Dritte ist ledig 

Doch auch insgesamt gehen die Fallzahlen deutlich zurück, vor knapp 30 Jahren lebten noch rund 60 Prozent aller volljährigen Deutschen in einer Ehe, wenig überraschend sind dabei auch 2024 noch rund zwei Drittel der 65- bis 69-Jährigen vermählt. „Im selben Zeitraum sind die Zahl der volljährigen ledigen Personen und ihr Anteil an der Bevölkerung ab 18 Jahren deutlich gestiegen. Ende 2024 waren 23,1 Millionen Menschen ab 18 Jahren ledig, also nicht verheiratet, verwitwet oder geschieden. 1994 waren es gut 16 Millionen Volljährige. Der Anteil der Ledigen an der Bevölkerung ab 18 Jahren stieg binnen 30 Jahren von 24 Prozent auf gut 33 Prozent“, so das Bundesamt weiter. 

Erste Heirat mit 30+

Dazu kommt: Das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung ist binnen 30 Jahren um rund sechs Altersjahre gestiegen: Im Jahr 2024 waren Frauen bei ihrer ersten Heirat im Schnitt 32,9 Jahre alt, Männer 35,3 Jahre. 1994 lag das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung sowohl bei Frauen wie auch bei Männern noch unter der Marke von 30 Jahren.  

Auch bei den Scheidungen sind Frauen und Männer älter als früher. Im Jahr 2024 lag es bei 44,6 Jahren bei Frauen und bei 47,6 Jahren bei Männern. Binnen 30 Jahren ist es um gut acht Jahre bei Frauen und Männern gestiegen. Seit der Einführung der Ehe für alle im Oktober 2017 bis Ende 2024 wurden in Deutschland auch tausende gleichgeschlechtliche Ehen wieder geschieden. Allein im Jahr 2024 ließen sich 1.545 homosexuelle Paare scheiden, das Jahr zuvor waren es 1.300 Paare. Die Zahl der Scheidungen von lesbischen und schwulen Paaren ist seit 2018 kontinuierlich gestiegen. 

Zugleich halten Ehen insgesamt aber länger als früher: 2024 lag die Durchschnittsdauer einer Ehe bis zur Scheidung bei 14,7 Jahren. Im Jahr 1994 waren Ehepaare bis zur Scheidung im Schnitt noch 12,0 Jahre verheiratet. Gemessen an der Bevölkerung wird in Deutschland zudem etwas häufiger geheiratet als im EU-Durchschnitt. Die meisten Ehen pro 1.000 Einwohner gibt es laut der EU-Statistikbehörde Eurostat in Rumänien, Lettland und Ungarn. Am wenigsten „Ja“ zueinander sagen die Menschen in Bulgarien, Italien und Slowenien. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Massenfestnahmen in Istanbul

Protest gegen LGBTIQ+-Razzien

Bei einem LGBTIQ+-Protest in Istanbul gegen die Razzien bei queeren Vereinen vom letzten Wochenende wurden jetzt mindestens 150 Menschen festgenommen.
Überfall nach Online-Chat

Prozessbeginn in Mainz

Prozess in Mainz: Ein 31-Jähriger Syrier wirft zwei jüngeren Landsleuten einen homophoben Überfall vor: Sie sollen erklärt haben, er müsse sterben.
Prozess in Oberbayern

Vorwürfe gegen trans* Polizistin

Im oberbayerischen Traunstein steht eine suspendierte trans* Polizistin wegen schwerer Sexual- und Pornografiedelikte vor Gericht.
Härtere Regeln nach Anschlag

Zehn-Punkte-Plan der Regierung

Nach dem CSD-Anschlag in Berlin plant die Bundesregierung jetzt schärfere Strafen und zusätzliche Befugnisse für Sicherheitsbehörden.
Bekennervideo CSD Anschlag

Ermittler finden neue Hinweise

Neue Ermittler-Hinweise: Ein Bekennervideo des Berliner CSD-Attentäters Abdul Ballout soll bei einer britischen IS-Anhängerin in Syrien gelandet sein.
Joe Locke in heikler Rolle

Trailer sorgt für großes Rätsel

Aufregung um Joe Lockes umstrittenen Film „Black Church Bay“ – darin wird die intime Beziehung zwischen einem Schüler und seinem Lehrer erzählt.
Freizügige Bilder im Wahlkampf

US-Kandidat wird zum Internet-Hit

Alte sexy BDSM-Fotos von Demokrat Chris Gallant sorgen im US-Wahlkampf derzeit für viel Aufsehen – und überwiegend für positive Reaktionen.
Der erste schwule US-Präsident

US-Bevölkerung ist bereit dazu

Demokrat Pete Buttigieg hält Amerika für bereit für einen schwulen Präsidenten, legt sich aber noch nicht auf eine Kandidatur 2028 fest.
Kieferbruch bei Timo Cavelius

Schwuler Judoka schwer verletzt

Der schwule deutsche Judoka Timo Cavelius erlitt nach einem Kampf einen Kieferbruch und muss Monate pausieren - ist die Olympia-Teilnahme in Gefahr?