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Droge Fentanyl in Umlauf Schnelltests sollen Drogenkonsumenten das Leben retten

Von ms - 22.12.2022 - 13:00 Uhr
Droge Fentanyl in Umlauf
Foto: iStock / Darwin Brandis
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Bereits vor einigen Tagen warnte die Deutsche Aidshilfe davor, dass ein neues Opioid in Deutschland immer mehr in Umlauf ist – Fentanyl. In den letzten Tagen verdichteten sich dabei die Anzeichen, dass die Droge, die gerne als Beimischung Verwendung findet, auch bereits in der LGBTI*-Party-Community angekommen ist. Nun gibt es zeitnah erste Schnelltests für Konsumenten, um sich nicht unbewusst der lebensgefährlichen Substanz auszusetzen.

Lebensgefahr für queere Partygänger

Die Schnelltests sind ein Modellprojekt der Deutschen Aidshilfe (DAH), wobei der Verein explizit hervorhebt, wie gefährlich vor allem illegal hergestelltes Fentanyl ist, das immer öfter auch in Deutschland als Beimengung zu Heroin auftaucht – mit lebensgefährlichen Folgen. Von Amerika und Kanada kommend fand die synthetische Droge seinen Weg über Estland nach Europa und wird offensichtlich bereits auch in der queeren Partyszene konsumiert. Fentanyl ist ein hochwirksames Opioid, ursprünglich kommend aus der Schmerztherapie. Dort findet pharmazeutisches Fentanyl beispielsweise zur Schmerzlinderung bei fortgeschrittenem Krebs Anwendung. In Deutschland wurden im Jahr 2021 bereits 102 Todesfälle durch illegale fentanylhaltige Drogen (mit)verursacht.

Winzige Mengen reichen für Überdosis

In jüngster Zeit gibt es dabei vermehrt Berichte über besonders schwere Drogennotfälle, bei denen die in Deutschland übliche Dosis des lebensrettenden Notfallmedikaments Naloxon kaum noch ausreicht. Experten gehen laut der DAH davon aus, dass den konsumierten Drogen illegal hergestelltes Fentanyl beigemischt worden sein könnte. „Straßenheroin ist normalerweise gestreckt und die Konsumenten haben Erfahrungswerte, wie stark die Drogen wirken. Wenn sie aber nicht wissen, dass hochwirksames Fentanyl beigemischt ist, kann der Konsum lebensgefährlich sein. Schon eine winzige Menge, etwa so viel wie ein paar Salzkörnchen, kann eine tödliche Überdosierung auslösen!“, so Projektleiterin Maria Kuban von der DAH.

Tests sind schnell, anonym, kostenlos

Das Kernziel durch die zeitnah vorhandenen Schnelltests ist es so auch, Drogenkonsumenten ein Mittel an die Hand zu geben, mit dem sie vor der Einnahme von Substanzen diese auf ihren Inhalt hin überprüfen können. Der Test funktioniert mit einem einfach anzuwendenden Teststreifen, anonym und kostenlos. „Wer sein Heroin im Drogenkonsumraum auf Fentanyl testen lassen will, muss nichts von der Substanz abgeben. Analysiert werden Rückstände nach dem Aufbereiten der Droge, aber vor dem Konsum. Dazu werden die Rückstände in ein wenig Wasser gelöst und dann mit einem Teststreifen geprüft. Das Ergebnis liegt nach kürzester Zeit, spätestens nach fünf Minuten vor. Bei einem negativen Ergebnis findet der Konsumvorgang wie gewohnt statt. Bei einem positiven Ergebnis schließt sich eine kurze Beratung zu möglichen Maßnahmen der Risikominderung an. Das kann zum Beispiel ein Aufteilen der Substanz in kleinere Mengen oder das Bereitstellen des Notfallmedikaments Naloxon sein“, so die DAH weiter.

Dramatische Lage in den USA

In den USA ist die Lage binnen kürzester Zeit immer dramatischer geworden, keine andere Droge bedroht inzwischen in den Vereinigten Staaten mehr Menschenleben als Fentanyl. Die US-Ermittlungsbehörde DEA hat allein in diesem Jahr eine solch große Menge des Opioids beschlagnahmt, dass damit die gesamte Bevölkerung des Landes getötet werden könnte – insgesamt über 50 Millionen Pillen und mehr als 4.500 Kilogramm Fentanyl-Pulver. Die Menge reicht aus, um rund 380 Millionen Menschen zu töten.

Die DEA erklärte dazu in diesen Tagen: "Fentanyl ist die tödlichste Drogengefahr für dieses Land. Es ist ein höchst süchtig machendes künstliches Opioid, das 50 Mal stärker ist als Heroin. Nur zwei Milligramm Fentanyl, die kleine Menge, die auf die Spitze eines Stiftes passt, wird als potenziell tödliche Dosis angesehen.“ Geschätzt starben 2021 in den Vereinigten Staaten von Amerika rund 110.000 Menschen an einer Überdosis Drogen, eine Steigerung von rund 17 Prozent binnen eines Jahres. Für die DEA ist Fentanyl dabei maßgeblich für die massive Steigerung verantwortlich.

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