Direkt zum Inhalt
„Don´t Say Trans“

„Don´t Say Trans“ Ausschluss von trans* Themen landesweit in den USA geplant

ms - 27.02.2026 - 07:45 Uhr
Loading audio player...

Republikaner im US-Repräsentantenhaus haben Ende dieser Woche den Gesetzentwurf HR 7661 eingebracht. Die Initiative zielt darauf ab, die Existenz von trans* Personen an öffentlichen Schulen landesweit zu zensieren.

Vages Gesetz mit viel Interpretationsspielraum 

Der Vorstoß erfolgte kurz nach der Rede von Ex-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation, in der er Schulen vorwarf, trans* Kinder „heimlich sozial zu transitionieren“. Der Gesetzentwurf würde allen bundesstaatlich finanzierten Schulen bis zur 12. Klasse untersagen, „irgendetwas zu entwickeln, umzusetzen, zu ermöglichen, zu veranstalten oder zu fördern“, das „sexuell orientiertes Material enthält“. Als „sexuell orientiertes Material“ gilt laut Entwurf alles, was „Geschlechtsdysphorie oder Transgenderismus betrifft“.

Aufgrund seiner Parallelen zu Floridas „Don’t Say Gay“-Gesetz von 2022 wird der Entwurf von Kritikern als „Don’t Say Trans“-Gesetz bezeichnet. Die Regelung würde nicht nur Unterrichtsinhalte betreffen, in denen trans* Personen erwähnt werden, etwa in der Sexualerziehung, sondern auch entsprechende Lehrmaterialien und schulische Unterstützungsangebote. Dazu könnten Bücher zählen, in denen trans* Personen vorkommen, sowie Schulklubs oder queerpositive Gruppen, sogenannte GSAs (Gender and Sexuality Alliances) sowie auch weitere Unterstützungsprojekte, die sich mit trans* Themen befassen.

Queere Kritiker verweisen auf die aus ihrer Sicht viel zu vage Formulierung des Gesetzentwurfs. Diese könne trans* Lehrkräfte dazu zwingen, ihre Identität zu verbergen, und Schulen davon abhalten, die Identität von trans* Schüler anzuerkennen – aus Angst vor möglichen Sanktionen.

Entzug von Führerscheinen 

Auch anderweitig wird weiter gegen trans* Menschen vorgegangen, zuletzt sorgte in diesen Tagen der US-Bundesstaat Kansas für Schlagzeilen. Dort verlieren trans* Personen mit Inkrafttreten eines neuen Gesetzes ihre bisherigen Führerscheine, sofern diese nicht ihr „bei der Geburt zugewiesenes Geschlecht“ ausweisen, so die zuständigen Behörden. Ihre bisherige Fahrerlaubnis ist damit seit gestern ungültig. Zudem verbietet das neue Gesetz trans* Personen, Toiletten in öffentlichen Gebäuden zu benutzen, die nicht ihrem „biologischen Geschlecht“ entsprechen – es drohen Geldstrafen von 1.000 US-Dollar. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Statistik von Pornhub

Vorlieben schwuler Jungs online

Eine Auswertung zum Pride Monat 2026 zeigt, welche Kategorien und Suchbegriffe bei schwulen Pornoinhalten weltweit besonders gefragt waren.
"Patriarchat muss brennen"

Kritik an martialischer Sprache

Der Christopher Street Day (CSD) in Freiberg sorgt mit seinem Motto „Farbe bekennen – das Patriarchat muss brennen" für Aufsehen.
Dating-Masche in Indien

Festnahmen nach Erpressung

Ein Mann in Indien soll über eine Dating-App in eine Falle gelockt, misshandelt und anschließend erpresst worden sein.
Bittere Zahlen

WM und der Einsatz für LGBTIQ+

Eine neue Auswertung zeigt: Gerade einmal acht der fast 1.300 Fußballer bei der laufenden WM setzen sich aktiv für LGBTIQ+-Themen ein.
Klage gegen queeren US-Verband

US-Agenda schreitet weiter voran

Die US-Regierung verschärft ihren Kurs gegen Organisationen, die Standards für geschlechtsangleichende Behandlungen entwickeln.
Kasachstan sperrt Webseite

Vorgehen gegen queere Gruppe

Kasachstan hat im Rahmen des neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes eine erste Webseite mit LGBTIQ+-Themen gesperrt.
Erneute Kritik an FIFA

Sind die eigenen Regeln egal?

Der britische Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell wirft der FIFA vor, ihre eigenen Antidiskriminierungsregeln nicht konsequent durchzusetzen.
Verbot für Deepfakes

EU votiert für neue KI-Regeln

Die EU verschärft den Kampf gegen missbräuchliche KI-Anwendungen. Die queere Community ist uneins bei der Frage, ob das gut oder schlecht ist.