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ESC Vorentscheid

Deutscher ESC Vorentscheid Wer geht für Deutschland zum ESC 2026 nach Wien?

ms - 14.01.2026 - 12:00 Uhr
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Für den Eurovision Song Contest 2026 in Wien bereitet der SWR einen aufwendigen Vorentscheid vor, der am 28. Februar 2026 im Ersten ausgestrahlt wird. Geplant ist eine dreistündige Live-Show, die mit „großartigen Performances“ und dem Ziel, den „perfekten Act“ für Deutschland zu finden, an den Start geht.

Expertin als deutsche ESC-Chefin

Erstmals verantwortlich für den deutschen Vorentscheid, setzt der SWR dabei auf ein umfassendes Konzept: Neben der Liveshow sollen zwei Dokumentationen und ein sorgfältig geplanter Auswahlprozess dazu beitragen, den idealen Künstler oder die perfekte Künstlerin für den ESC zu finden. Die neue ESC-Delegationschefin des SWR, Tina Sikorski, äußerte sich zuversichtlich, dass das deutsche Team 2026 beim 70. Eurovision Song Contest erfolgreich abschneiden wird. Sikorski ist eine externe Expertin und keine interne Kompromisslösung. Sie war zuletzt als Geschäftsführerin der Initiative Musik sowie an der Popakademie Baden-Württemberg tätig. Nun will sie helfen, die zuletzt schwachen Ergebnisse Deutschlands beim ESC zu verbessern.

Im vergangenen Jahr landete Deutschland mit dem Duo Abor & Tynna aus Österreich auf dem 15. Platz im Finale des ESC in Basel. Obwohl dies ein solides Ergebnis war, blieb die erhoffte Spitzenplatzierung aus. Der Vorentscheid 2025 war jedoch ein Erfolg und zog mit 3,55 Millionen Zuschauern die meisten seit 2016 an. An diesem Erfolg wird sich der SWR messen lassen müssen.

ESC unter schwierigen Vorzeichen

Der Eurovision Song Contest 2026 wird aufgrund der geopolitischen Spannungen ein besonderes Event. Der Israel-Konflikt überschattet die Veranstaltung erneut, was dazu führt, dass fünf Länder ihre Teilnahme boykottieren. Der schweizerische ESC-Sieger von 2024, Nemo, gab seine Trophäe aus Protest gegen die Teilnahme Israels zurück. Auch Conchita Wurst, die 2014 für Österreich gewann, kündigte an, sich vom ESC zurückzuziehen – allerdings aus beruflichen und privaten Gründen und nicht aufgrund der politischen Lage. Sie wolle sich anderen Projekten widmen. Der Vorfreude bei den Fans scheint dies allerdings keinen Abbruch zu bereiten, in der Rekordzeit von 20 Minuten waren alle ESC-Tickets in Österreich verkauft

Trotz der politischen Spannungen betont die Europäische Rundfunkunion (EBU), dass der ESC weiterhin ein Ort des Dialogs und der kulturellen Vielfalt sei. Zudem versicherte die EBU, dass Proteste gegen Israels Teilnahme während der Shows nicht unterdrückt werden: „Wir werden keinen künstlichen Applaus irgendwo drüberlegen“, so Green.

Der Weg zum deutschen Vorentscheid

Die Planungen für den deutschen Vorentscheid verlaufen intensiv. Seit Herbst 2025 hat der SWR ein mehrstufiges Verfahren zur Auswahl der Künstler durchgeführt, das Bands und Solokünstler sichtete und mehrere Songwriting-Camps veranstaltete. Die vielversprechendsten Acts wurden einer internationalen Marktforschungsstudie unterzogen, die eine simulierte ESC-Abstimmung beinhaltete. Mit im Auswahlprozess waren Expertenjurys sowie musikaffine Bürger aus verschiedenen Ländern.

Die Anforderungen an die Bewerber sind hoch: Erwartet wird „internationales Appeal“, ein „professionelles Umfeld“ und „Medienerfahrung“. Künstliche Intelligenz soll dabei nicht zum Einsatz kommen. Wer am Vorentscheid teilnehmen wird, soll noch in diesem Monat bekannt gegeben werden. 

Überraschende Gerüchte

Ein Gerücht sorgt in der ESC-Szene bereits für Aufsehen: Sarah Engels, die als Zweitplatzierte bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) 2011 bekannt wurde, könnte sich um ein Ticket für Wien bewerben. Auf Instagram lässt die Sängerin entsprechende Spekulationen aufkommen. In den letzten Jahren hatte sich Engels eher durch ihre Auftritte in Boulevardmedien einen Namen gemacht, nicht durch musikalische Leistungen auf dem Niveau eines internationalen ESC. Ihre Teilnahme würde eher an die weniger erfolgreichen ESC-Jahre der frühen 2000er Jahre erinnern.

Modernes Pop-Entertainment

Ein weiterer Knackpunkt bei den Planungen des SWR: Die Produktionsfirma, die mit der Organisation des Vorentscheids betraut wurde, ist Kimmig Entertainment, bekannt für die Produktion von Schlagershows wie der „Helene Fischer Show“. Während die Firma Erfahrung in der Ausrichtung von großen Shows hat, wird ihr Verständnis von moderner Pop-Show als eher konservativ eingeschätzt. Auch die erneute Suche nach Plattenfirmen erinnert an die früheren Jahre des ESC-Vorentscheids, als der Wettbewerb mehr als Marketingplattform für Nachwuchskünstler genutzt wurde, statt neue, frische Talente zu fördern, die für den ESC typisch sind: Originalität, Authentizität und Mut zum Risiko. Der SWR muss sich also nicht nur an den Erwartungen des Publikums messen lassen, sondern auch an den Erlebnissen der vergangenen Jahre, als Deutschland mit einem innovativen Konzept beim ESC durchaus auch neue Fans gewinnen konnte.

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