Direkt zum Inhalt

Das Ende des Hasses? Muss die US-LGBTI*-Community 2023 noch mehr homophobe Gesetze befürchten?

Von ms - 27.01.2023 - 14:00 Uhr
Das Ende des Hasses?
Foto: iStock / Moussa81
ANZEIGE
Loading audio player...

Positive Nachrichten kommen in diesen Tagen vom State Equality Index der LGBTI*-Organisation Human Rights Campaign: Weniger als zehn Prozent der Gesetzentwürfe, die im vergangenen Jahr in verschiedene US-Bundesstaaten eingebracht worden waren, sind tatsächlich auch in Kraft getreten – der allergrößte Teil der Hass-Gesetze scheiterte.

29 Gesetze gegen LGBTI* sind umgesetzt worden

Das ist einerseits natürlich ein Grund zur Freude, andererseits zeigt sich bei einer Rekordanzahl von über 300 Anti-LGBTI*-Gesetzen binnen eines Jahres aber auch, dass durch die reine Fülle der Initiativen eine – im Vergleich zu vorherigen Jahren – trotzdem durchaus große Anzahl von homophoben Gesetzestexten umgesetzt worden sind. Insgesamt hat die Human Rights Campaign so 29 Gesetze festgehalten, die 2022 in Kraft getreten sind.

Für besonderes Aufsehen hat dabei natürlich Floridas “Don´t Say Gay“-Gesetz gesorgt, das an den Schulen im gesamten Bundesstaat seit Juli 2022 LGBTI*-Themen verbietet. Inzwischen wollen mehrere andere Bundesstaaten ähnliche Gesetze umsetzen. Zudem zeigt die Entwicklung auch, dass das noch junge Jahr 2023 die traurige Rekordmarke noch einmal überbieten könnte: Allein in den ersten drei Wochen des neuen Jahres wurden bisher bereits rund 150 Anti-LGBTI*-Gesetze eingebracht – soviel wie 2022 binnen eines halben Jahres.  

Harte Gegenreaktion auf mehr LGBTI*-Rechte

JoDee Winterhof, Senior-Vizepräsident für politische Angelegenheiten bei der Human Rights Campaign, erklärte dazu, dass die insgesamt 315 homophoben Gesetzentwürfe Teil einer koordinierten konservativen Antwort auf die in den letzten Jahren gewonnenen LGBTI*-Rechte seien: "Wir betrachten dies eindeutig als Teil der Gegenreaktion auf die Errungenschaften rund um die Gleichstellung der Ehe sowie auch auf die Errungenschaften bei der allgemeinen Gleichstellung durch die Gerichte oder durch Städte und andere Staaten." Durch das neue Bundesgesetz zum Schutz der gleichgeschlechtlichen Ehe könnte diese negative Entwicklung weiter an Zulauf gewinnen – gerade auch mit Blick auf die anstehende Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

BILDÜberraschendes Geständnis von Maite Kelly - Ich könnte mich auch in eine Frau verliebenrbb24CSD-Anschlag: Regenbogenbank im Tiergarten immer wieder beschädigtFrankfurter Allgemeine ZeitungBrief aus Istanbul: Das Jahrhundert der AbzockeMOPO„Schwule Scheiße“: St. Pauli-Buhmann Behrens relativiert seine Skandal-AussagenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Warnung von Andrew Scott

Kein Vergessen der Aids-Krise

Der schwule Schauspieler Andrew Scott fordert, die Aids-Krise nicht zu vergessen. Sein neuer Film „Elsinore“ erinnert an jene Zeit.
Schwuler Politiker wehrt sich

BDSM-Fotos sorgen für Wirbel

Alte BDSM-Fotos bringen den schwulen US-Politiker Chris Gallant in die Schlagzeilen. Doch der Kongresskandidat denkt nicht an Rückzug.
Coming-Out bleibt ein Tabu

Schwule Profis schweigen weiter

Thomas Hitzlsperger sieht kleine Fortschritte gegen Homophobie im Fußball. Doch viele schwule Profis fürchten ein Coming-Out selbst nach Karriereende.
Schutz für queere Jugendliche

Mamdani finanziert trans* Medizin

New York stellt neun Millionen Dollar für die Behandlung trans* Jugendlicher bereit, nachdem mehrere Kliniken ihre Angebote eingestellt haben.
Queere Jugendliche in Wien

Mehr Angst vor Anfeindungen

Anfeindungen und Gewalt belasten queere Jugendliche in Wien zunehmend. Experten warnen vor psychischen Folgen und fordern bessere Hilfsangebote.
Russlands Strafen explodieren

Rekordbußen gegen LGBTIQ+

Russland verschärft die Verfolgung von LGBTIQ+-Menschen: 2025 stiegen die Geldstrafen um 83 Prozent, die Verfahren um ein Drittel.
Verbot spaltet Tasmanien

Streit um Homo-Heilung

Tasmanien will über ein Verbot von Konversionsmaßnahmen abstimmen. Während die Befürworter auf Schutz drängen, warnen Gegner vor Einschränkungen.
Behrens rechtfertigt Eklat

Kicker betont "dumme Aussage“

Zwei Jahre nach seinem homophoben Spruch spricht Fußballer Kevin Behrens über die Folgen des Eklats, Anfeindungen und Probleme bei der Vereinssuche.
Niederlande zeigen Lila

Statement gegen Ausgrenzung

Am „Lila Freitag“ zeigen die Niederlande heute Solidarität mit LGBTIQ+-Jugendlichen vor dem Hintergrund sinkender Akzeptanz gegenüber Homosexuellen.