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CSD-Wochenende mit Rekorden Hunderttausende Menschen auf den Straßen: Friedlich in Stuttgart, Körperverletzungen in Berlin

Von ms - 28.07.2025 - 10:00 Uhr
CSD-Wochenende mit Rekorden
Foto: IMAGO / Arnulf Hettrich
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Das vergangene CSD-Wochenende feierte Rekorde – in mehreren Städten wurden neue Höchstzahlen bei Teilnehmern und Pride-Besuchern erreicht, die beiden größten Demonstrationen fanden in Stuttgart und Berlin statt, beide standen unter dem Motto „Nie wieder still!“.  In der Regenbogenhauptstadt kam es gleich mehrfach zu gewaltvollen Attacken, auch zwei CDU-Politiker wurden angegriffen. 

Ohne Regen keinen Regenbogen

In Baden-Württemberg nahmen am Stuttgarter CSD 161 Gruppen teil, mehrere hunderttausend Menschen feierten auf den Straßen, teilweise im strömenden Regen. Nach Angaben der Polizei verlief der CSD „störungsfrei“, es seien „keinerlei Vorfälle“ zu vermelden gewesen. Warum es erfreulicherweise so friedlich geblieben ist? Augenzwinkernd erklärte ein Polizeisprecher das so: „Vielleicht lag es am Regen… aber vielleicht auch daran, weil es so gut organisiert war.“

Betina Starzmann aus dem Vorstand des CSD-Vereins erklärte gegenüber dem SWR: „Wir sind super zufrieden mit der Demo, es war Superstimmung, und trotz des Regens waren sehr, sehr viele Menschen bei der Kundgebung auf dem Schlossplatz und danach bei den Bühnen auf dem Markt und am Schillerplatz.“ Nach den Feierlichkeiten habe sie „nur in glückliche Gesichter geschaut“, so Starzmann weiter. Und zum nassen Wetter betonte sie abschließend:  „Wir wissen ja, ohne Regen gibt es keinen Regenbogen.“

Festnahmen und Angriffe in Berlin

Anders die Lage in Berlin, hier wurden über 60 Personen festgenommen – einerseits handelte es sich dabei laut SWR vereinzelt um Rechtsextreme, die zu einer sehr kleinen Gegendemonstration zusammengekommen waren, andererseits vor allem um queere Palästina-Aktivisten. Rund 10.000 Menschen nahmen laut Angaben der Polizei an der „Internationalist Queer Pride for Liberation“ teil, 57 Linksextremisten wurden dabei festgenommen. Die Veranstalter hatten vorab zu einem „antikolonialen, antirassistischen, antikapitalistischen Freiheitskampf“ aufgerufen. Immer wieder attackierten Demonstranten offenbar auch Polizisten, bewarfen diese mit Flaschen und Farbbeuteln und sollen auch versucht haben, mit Fahnenstangen auf die Beamten einzuschlagen. Schlussendlich wurde deswegen die Protestaktion vorzeitig von der Polizei aufgelöst. 

Attacken auf CDU-Politiker

Zu Gewalt kam es auch gegenüber der CDU und der Berliner LSU, dem Verband für Lesben und Schwule in der Union. Während der Pride-Parade wurden immer wieder Flaschen und Dosen gegen den Truck geworfen, außerdem wurden zwei junge CDU-Politiker verletzt – einem jungen Mann wurde mit der Faust ins Gesicht geschlagen, die queerpolitische Sprecherin der Berliner CDU, Lisa Knack, wurde ins Gesicht gespuckt. 

Der LSU-Landesvorsitzende René Powilleit erklärte dazu gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Das war eine neue Dimension, die wir so bisher nicht beim CSD gekannt und erlebt haben und auf das Schärfste verurteilen. Gewalt darf kein Mittel der Auseinandersetzung sein.“ Der LSU Chef der Stadt hatte sich erst im Juni zuletzt gegen Hasskriminalität ausgesprochen. Berlins Regierender CDU-Bürgermeister Kai Wegner war ebenso vor Ort und erklärte zu den Attacken: „Ich verurteile die Angriffe auf die Mitglieder der LSU während des CSD aufs Schärfste. Der CSD ist doch gerade eine politische Demonstration für Vielfalt, gegenseitigen Respekt und Toleranz. Wer Hass, Hetze und Gewalt anwendet, tritt auch die Werte des CSD mit Füßen.“ Insgesamt leitete die Polizei in Berlin so 84 Strafermittlungsverfahren ein. 

Gleichberechtigung ist kein Selbstläufer

Ansonsten kamen erneut mehrere hunderttausend Menschen zur Pride in der Regenbogenhauptstadt zusammen, mit dabei war auch wie in den Jahren zuvor zahlreiche politische Prominenz wie Bundestagsvizepräsidentin Josephine Ortleb (SPD): „Wir erleben, wie queere Menschen zunehmend ins Visier rechter Hetze geraten – in Wahlprogrammen, in politischen Debatten, auf der Straße. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Der Berliner CSD erinnert uns daran, dass Gleichberechtigung kein Selbstläufer ist. Er ist ein Raum der Sichtbarkeit und der Solidarität. Als Bundestagsvizepräsidentin stehe ich an der Seite der queeren Community – laut, klar und entschlossen gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit.“

Beim CSD gab es auch bei den Teilnehmern einen Rekord, über 80 Fahrzeuge sowie weit mehr als 100 Fußgruppen waren mit dabei. Die Kontroverse um die Regenbogenbeflaggung am Bundesrat und das Verbot am Bundestag tauchte dabei als zentrales Thema immer wieder auf Bannern und Plakaten auf. Bei der Abschlusskundgebung wurde außerdem der Soul of Stonewall Award an die Aktion „Nie wieder leise“ von Woman Life Freedom vergeben; musikalischer Höhepunkt waren die Reunion von Monrose sowie der Auftritt von DJ-Star Felix Jaehn. 

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