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Klage in England Ungerechte Behandlung zweier schwuler Militär-Veteranen

Von ms - 08.04.2026 - 12:00 Uhr
Klage gegen Verteidiungsministerium
Foto: Mark Shephard
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Zwei schwule ehemalige Angehörige der britischen Streitkräfte haben jetzt rechtliche Schritte gegen das Verteidigungsministerium (MoD) eingeleitet. Sie geben an, durch das frühere Verbot von homosexuellen Soldaten „anhaltenden Schaden“ erlitten zu haben.

Klage gegen Ministerium 

Mark Shephard aus Taunton, Somerset, und Steven Stewart aus Südwestengland erklärten, sie seien aufgrund ihrer sexuellen Orientierung de facto gezwungen gewesen, die Streitkräfte zu verlassen. Ihre Anwälte betonen, ihnen sei eine volle Entschädigung verweigert worden, weil sie nicht formell entlassen worden seien, obwohl sie sich durch ein „Ultimatum“ zum Austritt gedrängt fühlten.

Die beiden Männer bestreiten nun rechtlich die Richtlinien für Entschädigungszahlungen für homosexuelle Veteranen, wie sie seit Ende 2024 schrittweise umgesetzt werden. Diese sehen bis zu 70.000 britische Pfund für schwule und lesbische Personen vor, die aufgrund ihrer Homosexualität aus dem Militär entlassen wurden. Eine bürokratische Lücke indes besteht demnach bei jenen Veteranen, die intern genötigt wurden, die Streitkräfte zu verlassen, aber nie offiziell belangt worden sind. Das Ministerium äußerte sich bisher nicht zu laufenden Verfahren, räumte jedoch ein, dass die frühere Behandlung von homosexuellen Veteranen „völlig inakzeptabel“ gewesen sei.

Zwischen 1967 und 2000 durften homosexuelle Personen nicht in den Streitkräften dienen. Wer dennoch für „verdächtig“ gehalten wurde, sah sich Befragungen und Entlassungen ausgesetzt. Dies führte bei einigen Betroffenen zu fehlenden Militärpensionen, Isolation von Familie und Freunden und eingeschränkten Karrierechancen. Die 2024 eingeführte Entschädigungsregelung sieht zwei Zahlungen vor: einen Pauschalbetrag von 50.000 Pfund für Entlassene und „Impact Payments“ von bis zu 20.000 Pfund für zusätzliche Belastungen. 

Persönliche Schicksale 

Stewart, der von 1988 bis 1995 als Korporal bei der Royal Military Police diente, erklärte, er sei unsicher über seine sexuelle Orientierung gewesen. Nach Androhung eines Kriegsgerichts und möglicher Haft habe er selbst gekündigt. „Ich hatte nichts Falsches getan, aber mir blieb keine wirkliche Wahl. Unter diesen Umständen zu gehen, war verheerend“, sagte er.

Shephard wiederum diente von 1995 bis 2001 in der Royal Air Force und berichtete von „anhaltendem und schwerem Mobbing“ durch Kollegen. 1999 sei er direkt von seinem Vorgesetzten gefragt worden, ob er homosexuell sei. Er habe dies bestätigt, da ihm das Verbot damals nicht bekannt war. Später beantragte er einen freiwilligen Austritt, um eine sofortige Entlassung zu vermeiden. Shephard sagte, er habe erst kürzlich seine Familie und Freunde über den wahren Grund seines Austritts informiert.

Beide erhielten Impact Payments von 7.000 Pfund (Stewart) beziehungsweise 5.000 Pfund (Shephard). Ihre Anträge auf die höhere Pauschalzahlung wurden indes abgelehnt, Berufungen abgewiesen. Ihre Anwältin Kate Gallafent KC betonte, dass die Männer unter „intensiver Untersuchung, öffentlicher Demütigung, anhaltenden psychischen und sozialen Schäden sowie vorzeitiger Beendigung ihrer Karrieren“ gelitten hätten. Sie wies zudem auf die Etherton-Studie hin, wonach 44 Prozent der befragten homosexuellen Veteranen durch „inoffizielle Maßnahmen oder allgemeine Feindseligkeit“ zum Ausscheiden gezwungen wurden. Hunderte Veteranen seien dadurch „noch stärker traumatisiert“ worden. 

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