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Coming-Out im Rugby

Coming-Out im Rugby Jahre des inneren Kampfes bei Ex-Profi Kane Evans

ms - 09.06.2026 - 12:30 Uhr
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Der frühere australische National-Rugby-League-Spieler Kane Evans hat sich öffentlich als schwul geoutet und über die persönlichen Belastungen gesprochen, die ihn über viele Jahre begleitet haben. Nach eigenen Angaben fühlt sich der 34-Jährige jetzt erstmals frei und im Reinen mit sich selbst.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ex-Rugby-Profi Kane Evans macht seine Homosexualität öffentlich.
  • Der 34-Jährige spricht über jahrelange innere Konflikte, Sucht, Obdachlosigkeit und Suizidgedanken.
  • Nach eigenen Angaben lebte er lange in Verleugnung seiner sexuellen Orientierung.
  • Evans ist der erste aktive oder ehemalige Profi der Männer-Rugby-League seit Ian Roberts, der öffentlich als schwul auftritt.
  • Unterstützung erhielt er von Ex-Spieler Joe Galuvao, der Rugby League Players Association und seinem früheren Verein.
  • Seit seinem Coming-Out fühlt sich Evans nach eigenen Worten „frei“ und hat „inneren Frieden“ gefunden.
  • Rugby-Pionier Ian Roberts reagierte bewegt auf die Offenheit des ehemaligen National-Rugby-League-Spielers.

Outing im TV 

Evans ist der erste professionelle Rugby-League-Spieler im Männerbereich Australiens, der sich seit Ian Roberts zu seiner Homosexualität bekannte. Roberts outete sich 1995. In einem emotionalen Interview in der Fernsehsendung „100% Footy“ berichtete Evans von seinem jahrelangen Leben in Verdrängung. Neben seiner sexuellen Orientierung kämpfte er nach eigenen Angaben auch mit Suchtproblemen, Obdachlosigkeit und Suizidgedanken. „Ich habe einen Krieg in mir selbst geführt, seit ich etwa 15 Jahre alt war, und das ist nicht dauerhaft durchzuhalten“, so Evans.

Der ehemalige Prop Forward erklärte, dass er zwar seine sportlichen und persönlichen Ziele erreicht habe, darunter eine Karriere in der National Rugby League sowie der Kauf eines Hauses für seine Eltern. Dennoch habe er lange geglaubt, dass er sich eines Tages das Leben nehmen würde, weil er nicht akzeptieren konnte, wer er sei. Einen Wendepunkt in seinem Leben habe die Unterstützung des früheren Rugby-Profis Joe Galuvao sowie der Rugby League Players Association dargestellt. Beide hätten ihn dabei unterstützt, professionelle Hilfe anzunehmen und sein Leben neu zu ordnen.

Professionelle Hilfe vor Outing 

Durch diese Unterstützung habe er erkannt, dass „der Tod vielleicht doch noch nicht für mich vorgesehen ist“. Auch dem Trainer der Sydney Roosters, Trent Robinson, sprach Evans seinen Dank aus. Robinson habe ihn nach einer Rehabilitationsphase wieder im Verein aufgenommen und einen Teil seiner Lebenshaltungskosten übernommen, damit er sich auf seine psychische Gesundheit konzentrieren konnte. Im Mai feierte Evans nach eigenen Angaben vier Monate ohne Alkohol oder andere Suchtmittel. 

Sein öffentliches Coming-Out habe ihm zudem eine neue innere Ruhe gegeben. „Ich habe das mein ganzes Leben mit mir herumgetragen“, sagte Evans über das Verbergen seiner sexuellen Orientierung. „Ich bin heute hier, um den Menschen zu zeigen, dass man nicht so leben muss. Jetzt fühle ich mich ein Stück freier, einfach dadurch, dass ich es laut ausgesprochen habe. Ich habe es ans Licht gebracht. Ich spüre Frieden in mir, und ich habe das Gefühl, als wäre eine Last von meinen Schultern gefallen. Ich bin ein bisschen stolz auf mich und wenn ich jetzt in den Spiegel schaue, werde ich lächeln und nicht mehr diese schlechten Gedanken haben.“

Bewegende Worte von Kollegen

Besonders große Resonanz löste das Interview bei Ian Roberts aus. Der ehemalige Rugby-Profi hatte 1995 als erster Spieler der Männer-Rugby-League öffentlich gemacht, dass er schwul ist. Gegenüber dem Daily Telegraph erklärte Roberts, dass ihn die Aussagen von Evans tief bewegt hätten: „Alles, was er gesagt hat... da dachte ich: ,Dieser arme Junge.‘ Ich weiß genau, wo er gedanklich steht, was er durchmacht, diese extremen Unsicherheiten über die eigene Identität und darüber, wie andere Menschen einen wahrnehmen.“ 

Mit seinem Schritt setzt Evans ein leider noch immer seltenes Zeichen im internationalen Männersport. Öffentliche Coming-Outs aktiver oder ehemaliger Spitzensportler in körperbetonten Mannschaftssportarten gelten nach wie vor als Ausnahme. Evans hofft nach eigenen Worten, mit seiner Offenheit anderen Menschen jetzt Mut machen zu können, die ähnliche Erfahrungen durchleben.  

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