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Brandanschlag auf Lesben

Brandanschlag auf Lesben Drei lesbische Frauen sterben nach Attentat in Buenos Aires

ms - 14.05.2024 - 12:00 Uhr
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Eine Wahnsinnstat schockt aktuell die Gay-Community in Argentinien: Wie erst jetzt bekannt wurde, wollte ein unbekannter Mann in einer Armen-Unterkunft im Stadtviertel Barracas in Buenos Aires bereits Anfang Mai vier lesbische Frauen ermorden. Zu diesem Zweck warf er auf die schlafenden Frauen eine selbstgebaute Brandbombe. Drei der Frauen starben inzwischen bereits an ihren schweren Verletzungen, die vierte Frau liegt mit schwersten Brandwunden im Krankenhaus – ob sie überleben wird, ist aktuell unklar. Das Zimmer der vier Frauen brannte komplett aus.

Das vierte Opfer kämpft ums Überleben

Die Informationslage ist nach wie vor auch deswegen so dürftig, weil die großen Medien in Argentinien die grausame Tat offenbar weitestgehend ignorieren oder bagatellisieren, vielerorts ist so nur von einem „Streit unter Nachbarn“ die Rede. Das Interesse sei nach Angaben örtlicher LGBTI*-Verbände so gering, weil vier arme Frauen betroffen sind, die überdies lesbisch waren. Bei den Opfern handelt es sich um zwei lesbische Paare, die ersten zwei Frauen verstarben bereits binnen der ersten 48 Stunden, knapp eine Woche nach dem Anschlag erlag dann das dritte Opfer ihren schweren Verletzungen – 75 Prozent ihres Körpers wiesen Verbrennungen auf. Das vierte Opfer namens Sofia kämpft derzeit um ihr Leben. 

Die vier Frauen lebten seit Monaten in der Armutsunterkunft, die in Argentinien kurz „Hotel Familiar“ genannt werden. In solchen Einrichtungen haben die Menschen ein eigenes Zimmer, teilen sich aber mit anderen Einwohnern Bad und Küche. Auch der flüchtige Täter lebte dort, der kurz nach der Tat noch versucht hatte, Suizid zu begehen – das Vorhaben scheiterte allerdings. Anscheinend kam es im Vorfeld außerdem immer wieder zu verbalen Attacken auf die vier lesbischen Frauen. 

Demonstrationen gegen Diskriminierung

Ende letzter Woche dann kam es zu ersten Demonstrationen von aufgebrachten LGBTI*-Menschen, die gegen die Missachtung und Diskriminierung im Land protestierten. Eine zweite Kundgebung fand gestern statt, mehrere hundert Menschen versammelten sich im Stadtviertel, das bis heute vom Tourismusverband als „gayfriendly“ beworben wird. 

Online erklärte die Protestgruppe: „Wir fordern Gerechtigkeit. Der Staat ist verantwortlich! Dies ist kein Einzelfall, es ist ein Hassverbrechen in einem patriarchalischen System. Vom ersten Tag an haben wir darauf hingewiesen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt und dass der Grund dafür weder in den Wohnverhältnissen noch in den wirtschaftlichen Verhältnissen noch in den geistigen Fähigkeiten der Person lag, die ihn provoziert hat: Es handelte sich um ein Hassverbrechen gegen vier Lesben. Die Hassreden der nationalen Regierung, die von den Medien im Einklang mit ihrer Ideologie unterstützt und verbreitet werden, finden ihren Niederschlag in konkreten Gewalttaten in der Gesellschaft.“

Strikte Anti-LGBTI*-Politik im Land

Bereits vor dem grausamen Anschlag kam es immer wieder zur heftiger Kritik gegen die Politik von Präsident Javier Milei. Durch seinen strikten Sparkurs habe der selbsternannte „Anarchokapitalist“ alle staatlich finanzierten Programme im Bereich LGBTI* zusammengestrichen und das Ministerium für Frauen, Gender und Diversität geschlossen.

Offenbar ist der Hardliner auch kein besonderer Freund von Frauen im Allgemeinen, so ließ er die Frauenhalle im Präsidentenpalast kurzerhand in die „Halle der Helden“ umbenennen und erließ, dass alle Bilder von historischen weiblichen Führungspersönlichkeiten durch Porträts von Gründungsvätern und Soldaten ersetzt werden. 

Milei habe dabei „die Uhr zurückgedreht“, so die generelle Kritik. Der 53-jährige, rechtspopulistische Politiker bezeichnete auch die Menschenrechtsbewegungen als „Kult einer Gender-Ideologie.“ Trans-Aktivistin Alba Rueda sagte dazu gegenüber NBC News: „Leider machen wir einen Rückschritt. Was wir erreicht haben, wird diskreditiert.“ Inzwischen hat der Präsident weitere Gesetze für obsolet erklärt, die die Rechte von LGBTI*-Menschen gesichert haben.  

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