Boy George geehrt Schwuler Brit-Popstar plant eigenen ESC-Song für 2027
Sänger Boy George (64) ist bei den British LGBT Awards mit einem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen George O'Dowd heißt, zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten schwulen Persönlichkeiten der internationalen Popmusik.
Das Wichtigste im Überblick
- Boy George ist bei den British LGBT Awards mit einem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden
- Der Sänger sprach auch über seine Enttäuschung beim Eurovision Song Contest
- Für den ESC 2027 würde er lieber einen Song schreiben als selbst auftreten
- Bekannt wurde Boy George in den 1980er-Jahren mit der Band Culture Club und dem Hit „Karma Chameleon“
- Der Musiker gilt als prägende Figur für schwule Sichtbarkeit in der Popkultur
Überraschende Auszeichnung
Die Auszeichnung kam für den Sänger von Culture Club überraschend. Überreicht wurde ihm der Preis bei einer Zeremonie im Zentrum Londons vom französischen Modedesigner Jean Paul Gaultier. Die Veranstalter erklärten, die Ehrung würdige Boy Georges bedeutenden Beitrag zur britischen Musikkultur. Für den 64-jährigen Musiker war es ein erfolgreicher Abend: Zudem setzte er sich in der Kategorie „Musik-Künstler des Jahres“ unter anderem gegen Charli XCX und Doja Cat durch.
Im Gespräch mit der BBC nach der Preisverleihung sagte Boy George, die Ehrung sei eine „echte Überraschung“ gewesen. „Ich bin so emotional, ich saß dort mit meinen besten Freunden… und ich kann gar nicht beschreiben, wie schön das war. Den Preis von Jean Paul Gaultier zu bekommen, ist etwas ganz Besonderes, er ist ein wunderbarer Mensch. Jedes Mal, wenn ich in Paris oder London gespielt habe, egal ob ich gerade erfolgreich war oder nicht – er war immer da.“
Die British LGBT Awards gelten als eine der bedeutendsten Veranstaltungen der LGBTIQ+-Community und werden seit 2014 jährlich ausgerichtet. Zu den Gästen zählen Prominente, Aktivisten und Unterstützer der queeren Community. In diesem Jahr moderierten Ruby Wax und Tom Read Wilson die Veranstaltung. Zu den weiteren Preisträgern gehörten Kate Winslet, die einen „Advocate Award“ erhielt und sich per Videobotschaft bedankte, sowie Stephen Libby, der für den gemeinsamen Sieg in der vierten Staffel von „The Traitors“ als „Medienmoment des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Zu den früheren Gewinnern zählen unter anderem Tom Daley als Sportpersönlichkeit des Jahres sowie „Doctor Who“-Darsteller David Tennant, der als prominenter Unterstützer geehrt wurde.
Neuer Song für den ESC 2027?
Vor der Preisverleihung äußerte sich der 64-Jährige auch zu seiner jüngsten Enttäuschung beim Eurovision Song Contest. Boy George war dort als Gastmusiker für den Beitrag aus San Marino aufgetreten, schaffte es jedoch nicht ins Finale. Für den Eurovision Song Contest 2027 könne er sich dennoch eine Beteiligung vorstellen – allerdings lieber hinter den Kulissen. „Ich denke, der Schwerpunkt sollte auf dem Song liegen. Schreib zuerst den Song und finde dann den Sänger“, sagte er der BBC. Weiter erklärte Boy George: „Du brauchst jemanden mit einer fantastischen Stimme, wie einen großen europäischen Himmelhoch-Jauchzend-Hit und der Song sollte eine Ballade sein, die vorgibt, Disco zu sein, die vorgibt, irisch zu sein, aber ein bisschen schwul. Ich meine, das ist so Eurovision.“
Vorreiter der Community
Der Sänger wurde in den 1980er-Jahren mit der Band Culture Club weltberühmt. Zu den größten Erfolgen zählt der Song „Karma Chameleon“. Aufmerksamkeit erhielt Boy George zudem früh durch sein äußeres Erscheinungsbild und seinen Umgang mit Geschlechterrollen. Bereits 1982 trat er mit Make-up und Schleifen im Haar in der Musiksendung „Top of the Pops“ auf – zu einer Zeit, in der viele Popstars ihre sexuelle Orientierung nicht öffentlich machten. In seiner Karriere sorgte Boy George jedoch auch mehrfach für negative Schlagzeilen. 2006 bekannte er sich schuldig, in New York einen Einbruch vorgetäuscht zu haben. 2009 wurde er in London zu 15 Monaten Haft verurteilt, nachdem er den damaligen Escort und Model Audun Carlsen widerrechtlich in seiner Wohnung festgehalten hatte.