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Auszeichnung für Aktivist

Auszeichnung für Aktivist Kampf um Menschenrechte in einem Land mit Todesstrafe

ms - 14.05.2026 - 14:00 Uhr
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Der ugandische LGBTIQ+-Menschenrechtsaktivist Frank Mugisha ist mit dem Inamori Ethics Prize 2026 ausgezeichnet worden. Der Preis wird vom Inamori International Center for Ethics and Excellence an der Case Western Reserve University in den Vereinigten Staaten vergeben und ist einer der wichtigsten Auszeichnungen im Bereich der Menschenrechte. Ein besonderes Symbol auch mit Blick auf die Lage in Uganda, wo seit 2023 eines der extremsten Anti-Homosexuellen-Gesetze existiert, dass nebst hohen Haftstrafen auch die Todesstrafe für Schwule und Lesben vorsieht. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Frank Mugisha erhält den Inamori Ethics Prize 2026
  • Geehrt wird sein jahrzehntelanger Einsatz für LGBTIQ+-Menschenrechte in Uganda
  • Mugisha engagiert sich trotz anhaltender Bedrohungen gegen homophobe Gesetze
  • Unterstützer und internationale Institutionen würdigen seinen „moralischen Mut“
  • Die Preisverleihung soll im September 2026 in den USA stattfinden

Mugisha ist Geschäftsführer der Organisation Sexual Minorities Uganda (SMUG) und gilt als einer der bekanntesten LGBTIQ+-Aktivisten Ugandas. Die Auszeichnung würdigt seinen langjährigen Einsatz für Menschenrechte in einem Land, in dem homosexuelle Menschen weiterhin massiv diskriminiert und mit dem Tode bedroht werden. „Es ist wirklich zu viel der Ehre, gemeinsam mit den inspirierenden früheren Preisträgern des Inamori Ethics Prize ausgezeichnet zu werden“, erklärte Mugisha nach Bekanntgabe der Ehrung bescheiden. 

Der Inamori Ethics Prize wird seit 2008 an internationale Persönlichkeiten verliehen, die sich durch ethische Führung und besonderes Engagement für die Menschheit hervorgetan haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem die Bürgerrechtsanwältin Marian Wright Edelman sowie Schauspieler LeVar Burton. Mugisha erklärte weiter: „Diese Auszeichnung bedeutet mir persönlich sehr viel, aber auch den Gemeinschaften, denen ich dienen darf. Sie stärkt unsere Entschlossenheit, weiterhin Menschenrechte, Gleichberechtigung und ethische Führung voranzubringen.“

Zielstrebigkeit und Mut

Der Präsident der Case Western Reserve University, Eric W. Kaler, bezeichnete Mugishas Arbeit als inspirierend. „Herr Mugishas Einsatz und Engagement für Menschenrechte ist inspirierend. Getrieben von Wirkung und Zielstrebigkeit verändert Herr Mugisha Leben auf der ganzen Welt“, sagte Kaler. Bereits seit seinem 14. Lebensjahr setzt sich Mugisha für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen in Uganda ein. Dabei wurde er wiederholt bedroht und angefeindet.

Auch Universitäts-Prorektorin Joy K. Ward würdigte den Aktivisten. „Frank Mugisha verkörpert den Geist des Inamori International Center for Ethics and Excellence – geprägt von Menschenwürde, globalem Bewusstsein und moralischem Mut. Seine Führung fordert uns dazu auf, über Unterschiede hinauszublicken und unsere gemeinsame Menschlichkeit zu stärken.“ Mugisha engagiert sich zudem juristisch gegen homophobe Gesetze in Uganda und unterstützt mehrere Verfahren gegen diskriminierende Regelungen. Dazu gehört auch die aktuelle Berufung gegen das umstrittene Anti-Homosexuellen-Gesetz (AHA) vor dem Obersten Gerichtshof des Landes.

Kampf seit über zwei Jahrzehnten

Trotz mehrfacher Gefährdung seines eigenen Lebens habe er seine Arbeit nie aufgegeben. Die Direktorin des Inamori Centers, Eileen Anderson, erklärte: „Frank Mugisha verkörpert moralischen Mut in seiner höchsten Form. Seit mehr als zwei Jahrzehnten führt er den Kampf für Menschenwürde und Gleichberechtigung in Uganda und verwandelt persönliches Risiko in globale Wirkung.“ 

Der Preis ist nicht Mugishas erste internationale Ehrung. Er erhielt bereits den Robert F. Kennedy Human Rights Award sowie den Thorolf Rafto Memorial Prize. Zudem war er 2014 für den Friedensnobelpreis nominiert. Das Magazin TIME nahm ihn 2024 in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen weltweit auf. Die Nachricht über die Auszeichnung wurde in Uganda von Unterstützern gefeiert. Menschenrechtsanwalt Nicholas Opiyo schrieb auf X: „Herzlichen Glückwunsch, Frank. Deine bahnbrechende und mutige Arbeit hat viele Leben gerettet und zahlreiche Überzeugungen und Kulturen herausgefordert. Viel Erfolg.“

Auch die Kuchu Times Media Group gratulierte öffentlich: „Herzlichen Glückwunsch an Frank Mugisha zum Gewinn des Inamori Ethics Prize 2026! Wir fühlen uns geehrt, einen furchtlosen Kämpfer für Menschenrechte und Gerechtigkeit zu feiern. Absolut verdient!“ Die offizielle Preisverleihung soll im September 2026 auf dem Campus der Case Western Reserve University stattfinden.

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