Australische Schulen Premierminister Scott Morrison will queere Lernende schützen
Australiens Premierminister Scott Morrison will es religiösen Bildungseinrichtungen verbieten, LGBTI* und Menschen aus einem queeren Umfeld auszuschließen.
Berüchtigte Schulpraxis
Das australische Citipointe College hatte bei der Anmeldung von den Eltern eine Unterschrift unter einer Erklärung verlangt, in der LGBTI* als unmoralisch beschrieben wurden. Queersein setzte das Schreiben mit Inzest, Sodomie und Pädophilie gleich. Nachdem die Praxis publik wurde, zog die Schule die Erklärung aufgrund heftiger Kritik zurück.
Schutz explizit sicherstellen
In einem Interview mit Radio B105.3 in Brisbane wurde Morrison laut PinkNews zu diesem brisanten Fall befragt. Obwohl er als politisch rechts gilt und bekennender evangelischer Christ ist, erklärte Morrison sich mit einer solchen Haltung nicht einverstanden. Er fände es auch nicht gut, wenn die katholische Schule seiner Kinder so etwas mache. Das wolle Morrison auch gesetzlich festhalten, und zwar mit einer Erweiterung zu einem Gesetzesentwurf, der es religiösen Einrichtungen eigentlich erlauben soll, gewisse Anti-Diskriminierungsrichtlinien zu umgehen. Schon im Vorfeld legte die Regierung fest, dass durch das Glaubensbekenntnis dabei keine Person oder Personengruppe bedrohen, einschüchtern, verunglimpfen oder belästigen dürfen. Da das jedoch eine recht schwammige Forderung ist, will Morrison den Schutz Lernender ganz konkret sicherstellen. Diese Erklärung brachte ihm die Kritik des rechten Flügels seiner Partei. Religiöse Gruppierungen betrachten Morrisons Versprechen gar als „Verrat“.