Direkt zum Inhalt
Aufregung um Regenbogentreppe

Aufregung um Regenbogentreppe Konservative und Rechte kritisieren CDU in Arnsberg

ms - 10.02.2026 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Die CDU in Nordrhein-Westfalen sieht sich aktuell eines homophoben Shitstorms ausgeliefert, nachdem sie online für Vielfalt und LGBTIQ+ eingetreten ist. Konkret hat sich dabei die CDU in Arnsberg ausdrücklich in den sozialen Netzwerken auch zur Regenbogenfahne bekannt. In einem Beitrag erklärte der Stadtverband: „Respekt, Vielfalt & Demokratie. Der Regenbogen und Schwarz-Rot-Gold gehören zu uns. Beides steht für Offenheit, Freiheit und unser Grundgesetz. Demokratische Symbole sind kein Spielball für Extreme. Respekt gilt allen Menschen.“

Vandalismus am Busbahnhof 

Anlass für die Stellungnahme war ein erneuter Vorfall von Vandalismus am Busbahnhof im Stadtteil Neheim. Unbekannte hatten dort eine Regenbogentreppe mit den Farben der deutschen Nationalflagge übermalt. Nach Angaben des WDR geschah dies bereits zum wiederholten Mal. Die Treppe war zuvor von den Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums in Arnsberg gestaltet worden.

Das Posting der CDU stieß dann in den sozialen Medien wie Facebook auf massive Kritik. Der Regenbogen sei dabei „reine Ideologie“, die Pride-Flage stehe für „psychische Erkrankungen“, so einige Kritiker. Ein anderer User erklärte: „Zu uns gehört weder der Regenbogen noch der Islam. Wir sind das Volk, und wir wollen das nicht. Akzeptiert das endlich.“ Parallel dazu nahmen auch rechtsextreme Akteure die CDU ins Visier. 

Vorwürfe an die CDU

In entsprechenden Netzwerken wurde der Partei vorgeworfen, wegen ihrer Haltung zu queeren Menschen „links“ zu sein. Bereits vor der Stellungnahme der CDU hatten Vertreterinnen und Vertreter anderer Parteien den Vorfall am Busbahnhof ebenso kritisiert, ein besonderer Fokus liegt wohl indes auch deswegen auf der CDU, weil die Stadt im Wahlkreis Hochsauerlandkreis liegt, in dem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sechs Mal direkt in den Bundestag gewählt wurde.

Der Arnsberger Bürgermeister Ralf Paul Bittner (SPD) erklärte: „Da sie ohne Abstimmung übermalt wurde, handelt es sich um eine Veränderung und Beschädigung öffentlichen Eigentums, die wir wie in allen Fällen grundsätzlich zur Anzeige bringen.“ Für die Sprecherin der Grünen, Verena Verspohl, ist das Übermalen einer Regenbogentreppe in den Farben Schwarz-Rot-Gold sogar eine „klare rechtsextreme Aussage gegen Vielfalt, Queers und eine bunte Gesellschaft.“ Für dieses Statement erntete auch Verspohl viel Spott in den sozialen Medien. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Offener Brief an Senegal

Kritik an Anti-Homosexuellen-Gesetz

Rund 30 Persönlichkeiten aus Afrika und der Diaspora fordern Senegal in einem offenen Brief zur Aussetzung des Anti-Homosexuellen-Gesetzes auf.
Stigmatisierung in den USA

Warnmeldungen im TV-Programm

Mehr als 40 Verbände kritisieren Pläne der US-Medienaufsicht FCC, künftig Warnhinweise für trans* und nicht-binäre Inhalte im Fernsehen vorzuschlagen.
LGBTIQ+-Debatte in Russland

Tumult auf Psychiatrie-Fachkongress

Eine russische namhafte Psychiaterin hat auf einem Fachkongress Transgeschlechtlichkeit und Homosexualität als psychische Erkrankung dargestellt.
Kritik am Pride Month

Viele fühlen sich ausgeschlossen

Eine neue Umfrage zeigt, dass sich viele LGBTIQ+-Menschen vom Pride Monat nicht ausreichend repräsentiert fühlen und wenig damit anfangen können.
Tatort Schule

Mehr Suspendierungen in England

Englische Schulen registrieren aktuell deutlich mehr Suspendierungen wegen trans*- und homosexuellenfeindlicher Übergriffe sowie wegen Rassismus.
Rekordzahl bei CSDs in Bayern

LSVD+ kritisiert Queerpolitik

Mit 42 CSDs verzeichnet Bayern 2026 bundesweit die meisten Pride-Events – zugleich kritisiert der LSVD+ Bayern mangelnden Schutz für queere Menschen.
LGBTIQ+-Proteste in Kiew

Keine Homo-Ehe in der Ukraine

LGBTIQ+-Aktivisten in der Ukraine protestierten in Kiew gegen einen Gesetzentwurf, der das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen beibehalten soll.
Prozessbeginn in Hamburg

Schwere Vorwürfe gegen 18-Jährigen

Ein 18-Jähriger soll Mädchen im Internet manipuliert und zudem homosexuelle Männer angegriffen haben – nun beginnt in Hamburg der Prozess.
Kritik an „Don’t Say Trans“

US-Repräsentantenhaus stimmt zu

Das US-Repräsentantenhaus hat einen umstrittenen Gesetzentwurf verabschiedet, der Schulen den Umgang mit trans* Menschen stark einschränken würde.