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Auch FDP kritisiert Alice Schwarzer „Alice Schwarzer spricht den Menschen das Gefühl für sich selbst und ihre Selbstbestimmung ab.“

Von ms - 30.03.2022 - 14:05 Uhr
FDP kritisiert Alice Schwarzer // © instagram.com/juergenlenders/
Foto: FDP kritisiert Alice Schwarzer // © instagram.com/juergenlenders/
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Nun meldet sich auch der LGBTI*-Sprecher der FDP in der Causa Alice Schwarzer zu Wort: Jürgen Lenders kritisiert ebenso wie der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, mit scharfen Worten die Herausgeberin des Frauenmagazins EMMA. Schwarzer veröffentlichte zusammen mit Redakteurin Chantal Louis ein neues Buch zum Thema Transsexualität und wirft darin einen kritischen Blick auf das neue, von Grünen und FDP geplante Selbstbestimmungsgesetz, das Kindern ab 14 Jahren per Sprech-Akt und ohne zwingend notwendige, psychologische Begutachtung einen Geschlechtswechsel vollziehen lässt.

Lenders zeigt sich empört über die Kritik von Schwarzer:

„In einer trans-freundlichen Gesellschaft haben mehr Menschen den Mut sich zu outen. Wer wie Alice Schwarzer Transgeschlechtlichkeit als ein neues ´Massenphänomen´ und ´Trans-Mode´ betitelt, spricht den Menschen das Gefühl für sich selbst und ihre Selbstbestimmung ab. Sie zeichnet unnötige Schreckensbilder und sorgt damit für Verunsicherung, gerade bei trans-Jugendlichen.“

Für Lenders sind die aktuellen Aussagen der Feministin daher noch mehr Ansporn, den neuen Gesetzentwurf zeitnah umzusetzen: „Noch vor der parlamentarischen Sommerpause werden Justiz- und Familienministerium einen Referentenentwurf für ein Selbstbestimmungsgesetz vorlegen. Die transfeindlichen Bemerkungen von Schwarzer sind unhaltbar und zeigen, wie wichtig der morgige Tag der Trans-Sichtbarkeit ist.“

Im weiteren Verlauf bekräftige Lenders zudem auch die Politik der Ampel-Regierung:

„Es ist die Aufgabe liberaler Politik, die Grundlagen für eine Gesellschaft zu schaffen, in der jeder Mensch freiheitlich leben kann und sein kann wie er ist. Menschen, die in einem Geschlecht leben, das andere ihnen zugeschrieben haben, haben verständlicherweise Bedenken vor ihrem Coming-Out. Es gibt leider immer noch viele Vorurteile, Hass und Gewaltenteilung gegen trans-Personen. Wir setzen uns für einen Nationalen Aktionsplan für Akzeptanz und Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ein und werden das veraltete Transsexuellengesetz, das so viel Leid gebracht hat, endlich abschaffen!“

Zuvor hatten bereits der LSVD und auch Sven Lehmann, der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, die zusammengetragenen Aussagen und Statements von Herausgeberin Alice Schwarzer scharf kritisiert. Während Lehmann sich enttäuscht von der Feministin zeigte und meinte, die renommierte Autorin habe sich verrannt, nannte der LSVD das neue Buch zum Thema Transsexualität „grundlegend falsch, gefährlich und unverantwortlich“.

Mit-Autorin Chantal Louis gab daraufhin bekannt, nach 20 Jahren aus dem Lesben- und Schwulenverband auszutreten, denn: „Was ihr behauptet, ist 'grundlegend falsch' und 'unverantwortlich', weil ihr IdeologInnen seid, die ihr Ding durchziehen wollen. Dass gerade lesbische Mädchen und Frauen dabei auf der Strecke bleiben, ist euch egal."

Das Exklusiv-Interview mit Alice Schwarzer gibt es in der aktuell erschienenen Aprilausgabe von SCHWULISSIMO und hier online. Wir sprachen mit ihr über den Fall Ganserer, Transsexualität und das neue Selbstbestimmungsgesetz.

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