Direkt zum Inhalt
Marokkanische Schwule massenhaft geoutet und schickaniert
ANZEIGE

Ans Licht gezerrt Marokkanische Schwule massenhaft geoutet und schickaniert

co - 28.04.2020 - 11:50 Uhr
Loading audio player...

Trans-Model und Influencerin Sofia Taloni rief laut BBC News Frauen dazu auf, sich mit falschen Namen bei schwulen Dating-Apps anzumelden. Damit wollte sie eigentlich die Scheinheiligkeit der marokkanischen Gesellschaft aufdecken und zeigen, wie viele Männer insgeheim schwul sind. In Marokko nutzen viele Schwule solche Apps, um sich zu vernetzen, da LGBTI*-Organisationen und -Treffpunkte in dem muslimischen Land illegal sind.

Der Aufruf führte jedoch dazu, dass private Fotos von App-Nutzern öffentlich geteilt und sie so geoutet wurden. Gerade im heiligen Monat Ramadan seien die Menschen besonders „moralisch“, so Samir el Mouti von der Facebook-Gruppe The Moroccan LGBT Community. „Viele Leute werden zu Aufpassern für sogenannte Missetaten und outen Menschen, fordern sie zum Bereuen auf.“ Einige Betroffene sind nun in der Corona-Krise mit ihren konservativen, teils gewalttätigen Familien eingesperrt. Andere wurden aus dem Haus geworfen oder konnten fliehen und wissen nun nicht, wohin – denn alle Hotels haben geschlossen. Von der Polizei können die Verfolgten keine Hilfe erwarten.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kritik an der US-Polizei

Queere Menschen im Fokus?

Eine neue Studie offenbart: In Kalifornien werden Menschen, die als trans* wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei durchsucht und festgenommen.
Aktivisten verlassen Kamerun

Community massiv unter Druck

In Kamerun bedrohen Exil, Erschöpfung und sinkende Fördermittel die Strukturen der LGBTIQ+-Community und ihre bisherigen Erfolge.
Gay for Pay bei OnlyFans

Zwischen Geld, Sex und Identität

Eine wachsende Gruppe heterosexueller Männer produziert auf OnlyFans explizite Inhalte für ein schwules Publikum und ändert Debatten über Männlichkeit
Schwules Vampir-Märchen

Sexy Fischer trifft Walfänger

Ein umjubelter schwuler Horrorfilm erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einem Fischer und einem Walfänger auf den Färöer-Inseln.
„Benedictwink“ geht viral

Vom Papst zum Internet-Schwarm

Ein Jugendfoto von Benedikt XVI. sorgt online für schwule Begeisterung – und lenkt den Blick auf seine umstrittene Vergangenheit.
Pride als UNESCO-Kulturerbe

Petition soll Idee vorantreiben

Die Pride-Bewegung soll als immaterielles Kulturerbe anerkannt werden, fordert jetzt auch eine Petition, nominiert von den Niederlanden.
Jetten warnt vor Rückschritten

Niederlande sehen neue Spannungen

Der niederländische Premierminister Rob Jetten warnt vor schwindender LGBTIQ+-Akzeptanz unter jungen Menschen und fordert mehr Engagement.
HIV-Wissen für die Polizei

Aktion in Großbritannien

Ein Londoner Polizist will mit HIV-Schulungen Vorurteile abbauen und setzt sich für verpflichtende Aufklärung bei der britischen Polizei ein.
Spaltung der Community

Kritik an Log Cabin Republicans

Der einstige LGBTIQ+-Verein Log Cabin Republicans in den USA will künftig nur noch LGB-Interessen vertreten und stößt damit auf scharfe Kritik.