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Angriffe auf LGBTI*-Organisation Größter Hacker-Angriff auf US-Hilfsorganisation für LGBTI*

Von ms - 05.09.2022 - 11:00 Uhr
Trolle legen Suizidhilfe für LGBTI*-Jugendliche lahm
Foto: iStock / gorodenkoff
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Das Trevor-Project ist die größte Hilfs-Organisation für LGBTI*-Jugendliche in den Vereinigten Staaten von Amerika und expandiert seit diesem Jahr, zunächst nach Mexiko. Der Verein, der unter anderem eine 24/7-Telefonhotline sowie einen Online-Chat anbietet, will dabei in den kommenden Jahren auch in Australien und Europa Büros aufbauen. Nun erlebt das Trevor-Project einen bisher einzigartigen digital gesteuerten Angriff – homophobe Hacker und Trolle versuchen, durch koordinierte Angriffe immer wieder, alle Kommunikationsnetzwerke der Organisation massiv zu überlasten. Die Begründung: Man habe den “Sodomiten-Pädophilen" den Krieg erklärt.

Unter dem Namen "Operation Gomorra" geben sich Mitglieder des Forums 4chan als suizidgefährdete Jugendliche aus und überschwemmen die 24/7-Hotline und den Online-Chat der LGBTI*-Organisation. Die Angriffe führten bereits bisher zu sehr langen Wartezeiten für wirklich gefährdete Jugendliche – vor allem LGBTI*-Jugendliche mit akuten Suizidgedanken melden sich zumeist beim Trevor-Project. Die Organisation gilt als Fachverein, der auch namhafte Unternehmen und die Politik zum Thema Suizid unter queeren Jugendlichen berät und zudem auch eigene Studien in Auftrag gibt. "Der Angriff auf ein Krisentelefon, das Selbstmord unter jungen Menschen verhindern soll, ist ungeheuerlich", so The Trevor Project in einer ersten Erklärung. "Unsere Krisenberater arbeiten rund um die Uhr, um für LGBTI*-Jugendliche da zu sein, die das Gefühl haben, sich an niemanden wenden zu können, und es ist erschütternd, dass jemand versucht, unsere Rettungsleine zu gefährden oder zum Selbstmord zu ermutigen."

Kevin Wong, ein Sprecher von The Trevor Project, beschrieb den Vorfall gegenüber Buzzfeed News zudem als "entsetzlich" und sagte, dass die hasserfüllten Bemühungen der Trolle eine massive Gefahr für junge queere Menschen darstellen würden: "Sie überschwemmten unsere Krisendienste - die Krisendienste, die für LGBTI*-Jugendliche gedacht sind, um mit einem ausgebildeten Berater in Kontakt zu treten, damit sie über einige der Dinge sprechen können und Unterstützung bei einigen der Dinge bekommen, die sie als schwierig empfinden." Alex Kaplan, Senior Researcher bei Media Matters for America, veröffentlichte als Beweismaterial einige der Twitter-Screenshots der Hacker-Hass-Gruppe, in der diese beispielsweise erklärt hatte: „Die Mitarbeiter von The Trevor Project sind bekannte Pädophile, die Hilfe für ´Schwuchtel-Jugendliche´ anbieten, um Sex mit Kindern zu normalisieren.“ In einem weiteren Post fordern die Mitglieder der Homo-Hass-Gruppe auch andere Menschen dazu auf, das Trevor Project zu kontaktieren, um "die Warteschlange so sehr zu versauen, damit Sodomiten und Schwuchteln Selbstmord begehen, weil sie keine Hilfe erhalten können."

Das Team des Trevor Projects erklärte indes, dass es auch weiterhin gefährdeten LGBTI*-Jugendlichen helfen sowie Unterstützung und weitere Dienstleistungen anbieten werde: "Jede Sekunde zählt, wenn man in der Suizidprävention arbeitet, und wir verurteilen aufs Schärfste diese Absicht, unsere Leitungen zu blockieren und noch mehr Barrieren für LGBTI*-Menschen zu schaffen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, unsere Berater und die Jugendlichen, die uns brauchen, vor dieser Störung zu schützen", so das Trevor Project weiter.

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