Direkt zum Inhalt
Aktion gegen Internet-Hass

Aktion gegen Internet-Hass Bundesweite Hausdurchsuchungen bei Autoren von Hass-Postings

ms - 25.06.2025 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

In einer bundesweiten Aktion ging die Polizei unter Federführung des Bundeskriminalamts (BKA) heute in den frühen Morgenstunden gegen Hetze im Internet vor. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur kam es dabei zu mehr als 180 Einsätzen in ganz Deutschland, verstärkt dabei unter anderem in Berlin, Köln, Dortmund sowie in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Thüringen. 

Angriffe von Rechtsextremisten

Die meisten Verfahren betreffen dabei rechtsradikale Äußerungen. Die LGBTIQ+-Community steht laut dem Verfassungsschutzbericht dabei derzeit im besonderen Fokus von Rechtsextremen – sowohl online wie auch bei CSDs nehmen Angriffe auf Schwule, Lesben, Bisexuelle und queere Menschen massiv zu. Das bestätigten zuletzt auch die jüngsten Zahlen zu Hasskriminalität in Deutschland, die 2024 erneut um 24 Prozent angestiegen sind. 

Das BKA hat im vergangenen Jahr rund 10.800 Straftaten im Bereich Hass-Posting erfasst, ein Anstieg von 34 Prozent binnen eines Jahres. Zudem betonte das BKA, dass im vergangenen Jahr viele neue rechtsextreme Gruppen entstanden seien, teils mit jeweils mehreren Hundert Anhängern, die bundesweit gut vernetzt sind und vor allem die Rechte sexueller Minderheiten attackieren. Über die sozialen Medien werden dabei junge Menschen gezielt angeworben und radikalisiert. 

Hausdurchsuchungen bei Rechtsextremisten 

Bei den heutigen Maßnahmen wird den Beschuldigten unter anderem Volksverhetzung aber auch das Beleidigen von Politikern vorgeworfen. Festnahmen gab es keine, sehr wohl aber Haus- und Wohnungsdurchsuchungen, Vernehmungen und sogenannte erkennungsdienstliche Maßnahmen. Die Razzien fanden in allen 16 Bundesländern statt. 

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul betonte dazu: „Digitale Brandstifter dürfen sich nicht hinter ihren Handys oder Computern verstecken können. Viele Menschen haben den Unterschied zwischen Hass und Meinung verlernt. Dabei ist es so einfach: Was man in der echten Welt nicht macht, gehört sich auch digital nicht. Es ist Zeit, für mehr Haltung, offline wie online.“ 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Mpox in der Schweiz

Anstieg der Neu-Infektionen

Die Fälle von Mpox nehmen nach Berlin jetzt auch in der Schweiz wieder zu, vor allem schwerere Verläufe mit der neuen Virus-Variante.
Segnungen in München

HuK begrüßt Entscheidung

Die Arbeitsgruppe „Homosexuelle und Kirche“ begrüßt die Segnungen homosexueller Paare in München, das allein reiche aber langfristig nicht aus.
Scharfe Kritik an Spargesetz

Zusammenbruch der HIV-Versorgung?

Drei HIV-Fachverbände schlagen Alarm, das geplante Spargesetz der Regierung sei radikal gefährlich und könne die HIV-Versorgung massiv gefährden.
Geldstrafe für Fußballklub

15.000 Pfund Strafe

Ein englischer Fußballclub muss jetzt 15.000 Pfund Strafe zahlen. Grund sind die homophoben Gesänge der Fans.
Angst vor Diskriminierung

Gesundheit bei queeren Frauen

Angst vor Diskriminierung ist unter LGBTIQ+-Frauen stark ausgeprägt, belegt eine aktuelle Studie. Viele meiden deswegen beispielsweise Arztbesuche.
Hilfe für schwulen Vater

Perfide Falle in West Hollywood?

Eine Auseinandersetzung zwischen einem schwulen Vater und einem LGBTIQ+-feindlichen Journalisten endet in Kalifornien nun vor Gericht.
Proteste in Italien

Schulreform in der Kritik

Proteste heute in Rom gegen die geplante Schulreform, die alle Themen rund um Sex und LGBTIQ+ von Schulen weitestgehend verbannen möchte.
Hass-Angriffe in Berlin

Rechtsextremismus nimmt zu

Rechtsextreme Attacken bleiben in Berlin omnipräsent, so die Opferberatung Reachout. In knapp jedem fünften Fall sind LGBTIQ+-Personen die Opfer.
Neuer Boykott-Aufruf zum ESC

Über 1.100 Kreative sind dabei

Über 1.100 Musiker und Künstler fordern jetzt den Boykott des ESC aufgrund der Teilnahme Israels am internationalen Musikwettbewerb.