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Affenpocken am Ende? Entwarnung kommt laut WHO viel zu früh!

Von ms - 02.12.2022 - 13:00 Uhr
Affenpocken am Ende?
Foto: iStock / angelp
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Mit guten Meldungen richtete sich das Robert-Koch-Institut diese Woche an die Öffentlichkeit: Erstmals seit dem Auftreten der Affenpocken in der Bundesrepublik wurden in der vergangenen Woche keine neuen Infektionen verzeichnet. Ein Novum seit Beginn der Übertragungen im Mai dieses Jahres. Sind die Affenpocken also am Ende?

Ohne zweite Impfung kein ausreichender Schutz

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt davor, vorschnell in Freude zu verfallen – im Gegenteil sogar. Es sei wichtiger denn je, dass vor allem schwule, sexuell aktive Männer, die bis heute rund 96 Prozent aller Affenpocken-Fälle ausmachen, einen vollständigen Impfschutz haben – dazu bedarf es im Abstand von einem Monat zwei Impfungen, anderenfalls könne es abermals zur Weitergabe der Virus-Infektion kommen. Die meisten Homosexuellen haben sich in Deutschland bisher nur einmal impfen lassen, Impfstoff steht inzwischen in ausreichendem Maß zur Verfügung.  

Deutschland hat besondere Verantwortung

Eine besondere Bedeutung kommt dabei jenen Ländern in Europa zu, in denen die Affenpocken am stärksten ausgeprägt waren – nebst Spanien, Frankreich und Großbritannien ist das auch Deutschland mit insgesamt 3.671 verzeichneten Fällen aktuell (RKI). Insgesamt sind im europäischen Wirtschaftsraum 46 Länder, weltweit sogar über 100 Staaten davon betroffen. Erst zu Beginn dieser Woche meldete Argentinien einen ersten Todesfall in Zusammenhang mit den Affenpocken – ein Grund, warum die WHO die Krankheit nach wie vor als "Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite" einstuft.

Diskriminierung durch Namensgebung?

Zudem hat die WHO ebenso in dieser Woche beschlossen, die englische Bezeichnung “Monkeypox“ in “Mpox“ zu ändern. Man wolle damit rassistischen Stigmatisierungen entgegenwirken, zudem geht man inzwischen davon aus, dass die Pockenart mit Affen gar nichts zu tun hat. Der Name kam auf, weil die Erkrankung erstmals 1958 bei Laboraffen festgestellt worden war, erst 1970 wurde die Virusinfektion auch bei Menschen nachgewiesen.

Für den deutschen Begriff der Affenpocken gibt es bislang noch keine offizielle neue Bezeichnung. In Fachkreisen sorgt die politisch korrekte Neubenennung gelegentlich für Erheiterung, weil im Zuge dessen dann auch die Frage aufkommt, ob andere Krankheiten in der Schlussfolgerung ebenso umbenannt werden müssten. Dazu zählen zum Beispiel die deutschen Kuhpocken ebenso wie die englische Bezeichnung für die Windpocken: Chickenpox. Das dürften manche Hühner zweifelsfrei als diskriminierend empfinden. 

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