Oper über schwulen Aktivisten Theaterfestival erzählt über südafrikanischen Bürgerrechtler Nkoli
Das Theater der Welt Festival 2026 in Chemnitz stellt sein erstes Programm vor. Geplant ist unter anderem eine Oper über den südafrikanischen, schwulen Anti-Apartheid-Aktivisten und frühen Verfechter der Rechte von Lesben und Schwulen, Simon Nkoli.
Hybrider Abend mit Lebensfreude
Das Stück stammt vom südafrikanischen Komponisten Philip Miller und ist kein klassisches biografisches Porträt. Vielmehr handelt es sich um einen hybriden Abend mit Musikerinnen und Musikern, Sängerinnen und Sängern sowie Tänzerinnen und Tänzern. Ziel sei es, „das Publikum zu einem großen Ball einzuladen, voller Energie, Lebensfreude und mit einer klaren politischen Botschaft“, heißt es in der Ankündigung.
Das Festival „Theater der Welt“ gilt als das größte Festival für zeitgenössische darstellende Kunst in Deutschland und findet alle drei Jahre statt. Zuletzt waren Frankfurt am Main und Offenbach Gastgeber. Vom 18. Juni bis zum 5. Juli 2026 wird Chemnitz zum Zentrum des internationalen Theatergeschehens. Die künstlerische Leitung übernehmen neun Kuratorinnen und Kuratoren aus verschiedenen Ländern. Sie wählen etwa 30 Produktionen von allen Kontinenten aus.
Ein Leben im Einsatz für Menschenrechte
Simon Nkoli (1957-1998) war ein südafrikanischer Anti-Apartheid-Aktivist und schwuler Bürgerrechtskämpfer. Er engagierte sich in den 1980er-Jahren in der Organisation „Gay and Lesbian Organisation of the Witwatersrand“ (GLOW) und war Mitglied des African National Congress (ANC). Nkoli setzte sich sowohl für die Abschaffung der Rassentrennung als auch für die Rechte von Lesben und Schwulen in Südafrika ein.
1988 wurde er aufgrund seines Engagements und seiner sexuellen Orientierung inhaftiert, jedoch 1989 vorzeitig freigelassen. Er war Mitbegründer der „National Coalition for Gay and Lesbian Equality“, die sich für die rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Personen einsetzte. 1994 nahm Nkoli als Berater an der Ausarbeitung der südafrikanischen Verfassung teil, die als eine der ersten weltweit Schutzrechte für sexuelle Minderheiten vorsah. Nkoli starb am 30. November 1998 in Johannesburg an den Folgen einer HIV/AIDS-Erkrankung. Er hatte zuvor öffentlich über seine HIV-Infektion gesprochen und sich stark für Aufklärung und Prävention im Kampf gegen AIDS engagiert.