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Alfonso Pantisano gewinnt Diakonie-Journalistenpreis 2026

Berliner Queerbeauftragter Alfonso Pantisano gewinnt Diakonie-Journalistenpreis 2026

kw - 08.04.2026 - 16:30 Uhr
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Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano ist für seinen persönlichen Bericht über das Schicksal italienischer Gastarbeiterkinder mit dem Diakonie Journalistenpreis Baden-Württemberg 2026 ausgezeichnet worden. Pantisano erhält den Preis in der Kategorie Text für seinen im Dezember 2025 im „Tagesspiegel“ erschienenen Beitrag „Das Leid italienischer Gastarbeiter-Kinder“. Die Ehrung findet am 22. Juli 2026 in Stuttgart statt und würdigt seine schonungslose Schilderung der oft übersehenen Perspektiven auf die Migrationsgeschichte der Bundesrepublik.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Alfonso Pantisano gewinnt den Diakonie Journalistenpreis Baden-Württemberg 2026 in der Kategorie Text.
  • Sein Beitrag wurde im „Tagesspiegel“ im Dezember 2025 veröffentlicht.
  • Pantisano schildert das Aufwachsen als Kind italienischer Gastarbeiter in Baden-Württemberg.
  • Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert; insgesamt wurden 143 Beiträge eingereicht.
  • Die Preisverleihung findet am 22. Juli 2026 in Stuttgart statt.

 

Preisträger Pantisano und sein Thema

Pantisano, 1975 in Waiblingen geboren und Sohn kalabrischer Einwanderer, rückt mit seinem Text eine oft marginalisierte Seite der deutschen Migrationsgeschichte ins Zentrum. Im Beitrag beschreibt er anschaulich, wie viele Kinder italienischer Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten während der 1960er bis 1980er Jahre von ihren Eltern zeitweise getrennt wurden: Um ihren Lebensunterhalt in Deutschland sichern zu können, schickten zahlreiche Eltern ihre Kinder zu Verwandten nach Italien oder in Internate. Diese Trennung und die damit verbundenen emotionalen Belastungen prägen viele Betroffene bis heute. Die Jury würdigte insbesondere, wie es Pantisano gelingt, ein Stück Sozialgeschichte lebendig und zugänglich zu machen.

 

Bedeutung des Preises für die Migrationsgeschichte

Der Diakonie Journalistenpreis zeichnet jährlich herausragende Berichterstattung zu sozialen Themen mit Bezug zu Baden-Württemberg aus. Pantisanos Beitrag hebt eine Facette der deutschen Integrationsrealität hervor, die bislang wenig öffentliche Aufmerksamkeit erfahren hat. Über vier Millionen Menschen kamen im Rahmen des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und Italien ab 1955 nach Deutschland. Noch immer sind die Erfahrungen dieser Familien punktuell in gesellschaftlichen Debatten präsent, jedoch selten im Fokus journalistischer Produktivität. Mit der Auszeichnung signalisiert die Jury die Relevanz persönlicher Migrationserfahrungen für das kollektive Gedächtnis in Deutschland.

 

Ein Perspektivwechsel in der Erinnerungskultur

Pantisano selbst betonte in einer Stellungnahme, er habe den Text geschrieben, „weil eine Geschichte in der deutschen und auch in der italienischen Erinnerung lange zu wenig erzählt wurde: die Geschichte der Kinder italienischer Gastarbeiter*innen“. Er wolle mit seinen Erinnerungen und Recherchen dazu beitragen, dieses wichtige Kapitel sichtbar zu machen. Die persönliche Dimension seines Beitrags wahrt dabei die Verallgemeinbarkeit, wie die Resonanz bei der Jury und der Preis selbst zeigen.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Warum ist die Perspektive der Gastarbeiterkinder bedeutend? Viele der betroffenen Kinder tragen bis heute die Folgen der Trennung und Prägung durch das Gastarbeitersystem in sich; ihre Biografien blieben lange unbeachtet.

Wer entscheidet über die Vergabe des Journalistenpreises? Über die Auszeichnungen entscheidet eine unabhängige Jury, die Beiträge mit besonderem Bezug zu sozialen Themen in Baden-Württemberg auswählt.

In welchem Rahmen findet die Preisverleihung statt? Die Verleihung erfolgt jährlich in Stuttgart, 2026 werden fünf Beiträge in unterschiedlichen Medienkategorien prämiert.

Die Auszeichnung für Alfonso Pantisano rückt die Erfahrungen der Kinder italienischer Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten ins Licht und könnte neue Impulse für die gesellschaftliche Aufarbeitung der Migrationsgeschichte setzen. Auch Jahre nach der Phase intensiver Arbeitsmigration bleibt der wertschätzende Umgang mit den Lebenswegen der zweiten Generation eine zentrale Herausforderung für Erinnerungskultur und Integrationspolitik in Deutschland.

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