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Neue Ausstellung in Berlin Rosa von Praunheims malerische Seite

Von kw - 24.03.2026 - 17:30 Uhr
Praunheims malerische Seite: neue Ausstellung in Berlin
Foto: © galeriemond.de
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Die Berliner Kunstszene erlebt derzeit ein außergewöhnliches Ereignis: Die Ausstellung „Rosa in the Sky“ in der Galerie Mond würdigt das erstmals umfassend gezeigte bildnerische Œuvre von Rosa von Praunheim, der Ende 2025 verstorben ist. Diese Schau öffnet den Blick auf eine Seite des berühmten Filmemachers und LGBTIQ+-Aktivisten, die bisher weitgehend im Schatten seiner Filme stand – und konfrontiert das Publikum mit Werken, die aktueller nicht sein könnten.

 

Expressive Bildwelten jenseits des Kinos

Lange galt Rosa von Praunheim fast ausschließlich als singuläre Kraft des Neuen Deutschen Films und als radikaler Vordenker der queeren Bewegung. Doch in seinem malerischen und zeichnerischen Werk begegnet uns eine weitere Schicht seines Schaffens. Die ausgestellten Bilder strotzen vor Farben und Gesten, zeigen Außenseiterinnen und Außenseiter, Liebende, Aktivistinnen und Aktivisten. Ihre Körper sind verletzlich, widersprüchlich und doch voller Widerstand. Gerade das macht die Arbeiten nahezu prophetisch: In einer Zeit wachsender Polarisierung und andauernder Debatten um Geschlecht und Zugehörigkeit wirken Praunheims Bildwelten wie ein dringender Aufruf zur gesellschaftlichen Selbstbehauptung.

 

Kunst als Kampfansage

Von Praunheims Bilder sind keine gefälligen Dekorstücke. Sie fordern Betrachterinnen und Betrachter heraus, nehmen Stellung, wirken wie Interventionen. Die expressive Überzeichnung der Figuren dient nicht der Verzerrung, sondern entlarvt soziale Masken. Malerei wird hier zu einer Form politischer Aussage: Das Persönliche bleibt untrennbar mit dem Politischen verbunden. Dass diese Ästhetik heute als wichtiger Beitrag zur queeren Kunst wahrgenommen wird, zeigen zahlreiche internationale Festivals und Museen, die in den letzten Jahren verstärkt auf Künstlerinnen und Künstler mit ähnlicher Perspektive setzen.

 

Der existenzialistische Impuls

Im Fokus steht dabei ein existenzialistisches Menschenbild: Identität erscheint nicht als feste Kategorie, sondern als Prozess. Praunheims Kunst bekennt sich radikal zum Unvollkommenen, zur Performance des eigenen Selbst. In aktuellen gesellschaftlichen Spannungsfeldern, in denen trans* Personen und queere Identitäten häufig erneut Gegenstand von Angriffen sind, gewinnen seine Arbeiten neue Schärfe. Eine aktuelle Studie zu Diskriminierungserfahrungen in Europa zeigt, dass Sichtbarkeit und künstlerischer Ausdruck weiterhin zentrale Felder des queeren Lebens sind.

 

Ausblick: Kunst als gelebter Appell

Die Ausstellung läuft noch bis 4. April 2026. Sie lädt alle ein, sich nicht nur als Zeuginnen und Zeugen einer historischen Epoche zu verstehen, sondern als Teil eines lebendigen Diskurses. Praunheims Kunst ist ein andauernder Appell: Sich einzumischen, neue Perspektiven zu wagen und Solidarität offen zu feiern. In einer Welt des Umbruchs bleibt sein Werk so unbedingt gegenwärtig.

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