Direkt zum Inhalt
Aufregung um Cynthia Erivo

Aufregung um Cynthia Erivo US-Christen und Konservative sorgen für Welle von Hass

ms - 07.08.2025 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Die britische Schauspielerin und Sängerin Cynthia Erivo („Wicked“) ist der Teufel – zumindest, wenn es nach konservativen Christen in den USA geht, die seit einigen Tagen massiv gegen die 38-jährige, bisexuelle Künstlerin vorgehen. Der Grund dafür ist ein Musical in Los Angeles. 

Dämonisch und göttlich 

Bereits im Februar dieses Jahres sorgte die reine Ankündigung über ihre neue Produktion für eine Welle von Hass, insbesondere in den sozialen Medien. Seitdem die Grammy-, Emmy- und Tony Award-Preisträgerin nun aber tatsächlich drei Tage lang im bekannten Kult-Musical „Jesus Christ Superstar“ die Rolle des Jesus verkörperte, scheint es keine Grenzen mehr zu geben. Ihre Darbietung sei teuflisch, sie selbst der Teufel oder ein Dämon. Von der „Wicked“-Hexe zur Ausgeburt der Hölle ist es da für manche US-Christen offenbar nur ein kleiner Schritt. 

Ganz anderes die Presse: Die Los Angeles Times bezeichnete ihre Darbietung als „göttlich“ und das Forbes Magazine forderte, die Produktion mit ihr und Adam Lambert in der Co-Hauptrolle „müsse unbedingt auf Tournee gehen.“ Am vergangenen Sonntag endete bereits ihr Gastauftritt im Hollywood Bowl, doch ein Ende des Hasses scheint noch immer nicht in Sicht zu sein. Nach wie vor wird dabei nicht nur Erivo selbst, sondern auch die Veranstalter gnadenlos mit Belehrungen und Hass-Botschaften bombardiert. „Jesus war ein Mann“, bekräftigte einer der Christen, während ein anderer klarstellte, dass „eine schwarze queere Frau als Jesus pure Blasphemie“ sei sowie ein „abscheulicher Angriff auf die christliche Lehre“, mehr noch, ein „Stinkefinger gegenüber Gott.“

Hetze auch von Kollegen 

Die bekannte Abtreibungsgegnerin Kristan Hawkins sagte, die britische Schauspielerin sehe mit ihren langen Fingernägeln in der Show aus wie Nosferatu. „Es ist keine Überraschung, dass sie genau so aussieht, wie Dämonen immer dargestellt wurden. Und seien wir ehrlich: Wenn man sich wie ein Dämon kleidet, sich wie ein Dämon verhält und Gott wie ein Dämon verspottet, sollte man nicht schockiert sein, wenn die Leute es beim Namen nennen. Das ist absichtliche Blasphemie aus Hollywood.“ Gegenwind kommt auch von einigen Kollegen, Hercules-Schauspieler Kevin Sorbo postete auf X einen Clip von der Show und erklärte seinen 2,5 Millionen Followern: „Das ist teuflisch!“

Erivo nimmt es mit Humor 

Erivo selbst nimmt den Tumult glücklicherweise gelassen hin und erklärte gegenüber dem Billboard Magazine augenzwinkernd: „Man kann es eben nicht allen recht machen. Es war eine dreitägige Aufführung im Hollywood Bowl, bei der ich mich so richtig austoben konnte. Ich meine, es ist ein Musical, es ist damit der schwulste Ort der Welt!“

Und der schwule Musical-Kollege Adam Lambert betonte, dass es schon immer das Ziel von „Jesus Christ Superstar“ gewesen sei, zu „provozieren und herauszufordern“. Die Rockoper, die lose auf der letzten Woche Christi vor seiner Kreuzigung basiert, nähert sich der biblischen Geschichte auf sehr besondere Weise und schafft dabei Verknüpfungen zu den späten 1960er Jahren. Seit fast 55 Jahren begeistert das Stück mit der Musik von Andrew Lloyd Webber und dem Text von Tim Rice Millionen Menschen weltweit

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Adultstar Milo Miles

Zehnjähriges Einreiseverbot

Der kanadische Adultdarsteller Milo Miles erhebt schwere Vorwürfe gegen die US-Grenzbehörden und berichtet von Schikane und Diskriminierung.
Bailey als Bond

Kultrolle für den schwulen Briten?

Ein Werbespot mit Jonathan Bailey befeuert die Debatte um die Nachfolge von Daniel Craig als James Bond. Ist die Zeit reif für einen schwulen 007?
Spielberg lobt „Philadelphia“

Der Star-Regisseur und LGBTIQ+

Regisseur Steven Spielberg und zwei Darsteller von „Disclosure Day“ plauderten im Interview jetzt über ihre liebsten LGBTIQ+-Filme.
Qween Jean gewinnt Tony Award

Erste trans* Person der Geschichte

Mit ihrem Tony Award für das Musical „Cats: The Jellicle Ball“ ist Kostümdesignerin Qween Jean als erste trans* Person in die Geschichte eingegangen.
Zukunft von „Wetten, dass..?“

Details zur Show mit Kaulitz-Duo

ZDF-Unterhaltungschef Oliver Heidemann blickt optimistisch auf die Neuauflage von „Wetten, dass..?“ mit den Kaulitz-Zwillingen. Wiederholung möglich?!
Confessions II – The Film

Madonnas Kurzfilm veröffentlicht

Mit „Confessions II – The Film“ stimmt Madonna auf ihr neues Album ein und verbindet Clubkultur, LGBTIQ+ und Promi-Gastauftritte zu einem Kurzfilm.
Krise bei Lagerfelds Katze

Choupette wartet auf Millionen

Mehr als sieben Jahre nach dem Tod von Karl Lagerfeld ist die Zukunft des für seine Katze Choupette vorgesehenen Vermögens weiterhin ungeklärt.
Trauer bei „Heartstopper“

Liebling der Serie verstorben

Trauer bei Heartstopper: Der Tod von Border Collie Echo, der in der Netflix-Serie die Hündin Nellie spielte, sorgt bei Fans für große Bestürzung.
Neue Single von Adam Lambert

Neues Album „Adam“ kommt im Juli

Mit „Under The Rhythm“ präsentiert Adam Lambert die zweite Single seines kommenden Albums „Adam“ - Einblicke in sein bislang persönlichstes Werk.