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Absage an Stereotypen Skarsgård und Melling über ehrliche Dom/Sub-Beziehungen

Von ms - 23.10.2025 - 16:00 Uhr
Absage an Stereotypen
Foto: IMAGO / Independent Photo Agency Int.
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Die Freude und die Spannung wächst, Ende November startet in Großbritannien der schwule Film „Pillion“. Die Hauptdarsteller Alexander Skarsgård (49) und Harry Melling (36) erklärten jetzt, sie hoffen, dass der sehr freizügige Kinofilm Stereotypen von Dom/Sub-Beziehungen vermeide und ein neues Bild auf schwule Fetischbeziehungen werfen wird.  

Eine jahrelange S/M-Beziehung

Bei dem Filmfestspielen in Cannes sorgte das neue Werk bereits für stehende Ovationen. Erzählt wird die jahrelange S/M-Liebesbeziehung zwischen einem schüchternen Vorstandjungen namens Colin und dem älteren Bikerfahrer und Leder-Fan Ray. Als Vorlage für die sexuell freizügige Master-and-Slave-Story diente der preisgekrönte Roman „Box Hill“ von Adam Mars-Jones. 

Skarsgård spielte schon früher schwule oder bisexuelle Rollen wie in „True Blood“ und ist darüber hinaus durch Blockbuster wie „Legend of Tarzan“ oder auch „Gozilla vs. Kong“ bekannt. Der schüchterne junge Mann wird im Kinofilm von Harry Melling verkörpert, der bisher vor allem als einstmals dicker Cousin Dudley in den Harry-Potter-Filmen bekannt wurde. Anfang Oktober erschien der erste Filmtrailer von „Pillion“, der seitdem insbesondere in der schwulen Community für viel Gesprächsstoff sorgt. 

Authentische Sex-Szenen

Beim 69. London Film Festival erschien Skarsgård jetzt in einem ärmellosen engen Hemd und Lederhose und war der Hingucker des Abends – an seiner Seite Melling. Unterschiedliche Formen von Sex spielen im Film eine zentrale Rolle, so der schwedische Schauspieler, der zudem betonte: „Wir wollten Stereotypen vermeiden und versuchen, diese Szenen authentisch wirken zu lassen. Sex kann auch mal ungeschickt sein, es kann peinlich sein, es kann seltsam sein und es kann auch lustig sein. Er muss nicht immer sexy sein.“ 

Zudem war ihm und Melling auch wichtig, Fetisch-Männer nicht einseitig darzustellen: „Nach der großen Orgien-Szene sind einige Paare sehr liebevoll miteinander und sehr warmherzig und zärtlich, auch wenn sie eine Sub/Dom-Beziehung haben. Das bedeutet nämlich nicht, dass man nicht kuscheln und küssen darf. Wir wollten, dass diese Szenen mit der ganzen Clique authentisch wirken, aber es war auch wichtig, die Paare innerhalb dieser Gruppe zu unterscheiden, denn wir sind keine Kopien voneinander. Colin und Ray küssen sich zum Beispiel nicht. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass das eine Regel für alle innerhalb der Gruppe ist“, so Skarsgård weiter. Mit der Darstellung der unterschiedlichen Grade emotionaler und sexueller Offenheit in verschiedenen Dom/Sub-Beziehungen hofft der Schwede daher, die Realität der Subkultur widerzuspiegeln. Kleine Anmerkung am Rande: Einer der anderen Schauspieler in der Gruppen-Szene ist Jake Shears, Star der Scissor Sisters – er verkörpert einen „Sub Bottom Boy“. 

Ein Film wie kein zweiter 

Melling wiederum betonte, er hoffe, dass der Film Menschen dazu bewegen werde, mehr über die Dom/Sub-Kultur erfahren zu wollen. „Was ich an diesem Film so spannend finde, ist, dass er eine Geschichte erzählt, die nicht oft erzählt wird. Meine Botschaft an alle, nicht nur an die Queer-Community, lautet: Wenn ihr etwas sehen und ein besseres Verständnis für eine Subkultur entwickeln wollt, die ihr vielleicht nicht kennt, dann wird euch dieser Film hoffentlich genau das bieten. Das wäre wirklich der große Wert dieses Films.“

Dabei betonte der 36-Jährige außerdem, dass er kein Probleme hatte, sich auf die Rolle einzulassen, er habe sich „sehr wohl“ dabei gefühlt, wenngleich er solche Schauspielerfahrungen bisher nicht gemacht hat: „Es war großartig. Ich erinnere mich, dass ich mit ein paar Freunden über diese Geschichte gesprochen habe, darüber, was alles dazugehörte. Sie sagten: ´Oh wow, Harry. Wow!‘ Das Gute an den Sexszenen und der Grund, warum ich mich dabei so wohl gefühlt habe, war, dass es sich immer so anfühlte, als würden wir die Geschichte vorantreiben. Vielleicht sagen die Leute deshalb, dass es sich in dieser Hinsicht authentisch anfühlt. Es hat die Beziehung wirklich vorangebracht. Es war großartig, das zu machen, und aus schauspielerischer Sicht sowieso wunderbar.“ Bleibt nur ein Wermutstropfen: Wann und wie der Film in Deutschland erscheint, ist aktuell immer noch unklar. 

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