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Prince Damien // © vvg

Im Interview Prince Damien

vvg - 06.11.2019 - 11:15 Uhr

Prince Damien (mit ganzem Namen: Messiah Prince Sheridan Damien Ritzinger) hat deutsche und südafrikanische Wurzeln. Er gewann 2016 die 13. Staffel der Gesangs-Castingshow DSDS. Neben seiner Sängerkarriere arbeitet er auch als Songwriter, Choreograf, Tänzer, Tanzlehrer und Vocal-Coach.

2014 kam dein Mini-Alb­um „Mr. EASY“ mit 6 Songs heraus, ist deine Karriere eher easy oder busy?

Sie ist eher easy. Ich glaube, eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern, welche zwei Nebenjobs hatte, um die Miete zu zahlen, ist da eher busy.

2014 warst du in einer Bravo Fotolove-Story neben deinem Gitarristen Eduard ein Vollblutmusiker, ist aus der Story Realität geworden?

Die Foto-Love-Story ist tatsächlich über Umwege zur Realität geworden, nur dass ich den Traum ohne meinen Gitarristen lebe.

Mit Eduard hast du dich 2015 dann in der 12. Staffel der englischen Show X-Factor beworben. War das die Vorbereitung für DSDS?

Nicht wirklich. Wir wollten einfach fernab der deutschen Medien schauen, wie weit wir kommen könnten. Ich hatte für die Show eine Einladung erhalten und wollte auch selbst gern in einem englischsprachigen Land auf der Bühne stehen. Das war echt eine sehr sehr schöne Erfahrung

2016 bist du Dank Michelles „Goldener CD“ in der 13. DSDS-Staffel direkt in den Recall auf Jamaika gelandet. Warst du zur richtigen Zeit am richtigen Ort?

Oh ja, das Timing hätte nicht besser sein können. Ich wollte ursprünglich gar nicht zum Casting. Aber mein Opa hatte mich einige Tage zuvor so geschimpft und hatte mir eindringlich geraten zu Dieter zu gehen. So sind Edi und ich dann spontan doch zum Casting gegangen.

Was rätst du jungen Talenten, die dich als Vorbild sehen?

Ich würde jedem aufstrebenden Künstler raten, immer weiter an sich zu arbeiten und so viele Auftritte zu machen, wie es nur möglich ist. Ob es einen in eine Castingshow verschlagen muss, kann man dann immer noch entscheiden. Meiner Meinung nach ist DSDS eine einmalige Chance, seinen Traum, von der Musik leben zu können, ein großes Stück näher zu kommen.

Das einzig Negative an DSDS war, dass du dich von deinem Gitarristen trennen musstest; habt ihr trotzdem noch Kontakt?

Wir hielten bis ein Jahr nach meinem Sieg immer noch Kontakt und konnten sogar kurzzeitig da anschließen, wo wir damals aufgehört hatten. Doch aktuell haben wir leider keinen Kontakt mehr.

Wo liegen denn die Unterschiede zwischen den Castingchefs Simon Cowell (X-Faktor) im Vergleich zu Dieter Bohlen (DSDS)?

Die Unterschiede liegen tatsächlich nur in der Sprache und der Haarfarbe. (lacht)

Dann warst du im Computeranimationsfilm „Sing“ die deutsche Synchronstimme von einem Frosch. Zu einem weiteren Frosch hast du sogar eine ganz besondere Beziehung?

Oh ja! Der liebe Luca Hänni, DSDS-Sieger der neunten DSDS-Staffel, synchronisierte nämlich auch einen Frosch. (Der dritte Frosch wurde übrigens von Lukas Pratschker synchronisiert, der mit seinem Hund Falco 2013 das Supertalent gewann.)

Mit Luca hast du dann einen weiteren Sieg eingefahren…

Genau. Das war in der RTL-Tanzshow „Dance, Dance, Dance“. Die Zeit war sehr sehr intensiv und wir sind in dieser Zeit echt zusammengewachsen.

Woher kommt das Tanzfieber und dein Rhytmusgefühl sowie deine Begeisterung für Musik und Tanz?

Ich war als Teenager einmal in ein Mädchen meiner Klasse verknallt, welche aber nie Zeit für mich hatte. Sie sagte immer, sie müsse zum Tanzen gehen. Naja, eines Tages bin ich dann einfach mitgegangen. Sie hat zwischenzeitlich mit dem Tanzen aufgehört, ich habe aber weitergetanzt.

Jetzt bist du zusammen mit Juliette Schoppmann - der Zweiten der ersten DSDS-Staffel – Vocalcoach und bringst den Kandidaten die richtigen Töne bei. Bist du ein Naturtalent oder gibt es dazu eine Ausbildung?

Ich glaube das Leben ist die beste Schule. Ich hatte in meiner DSDS-Staffel auch einen super Vocalcoach zur Hand und es gab nach meinem Sieg auch weiterhin privates Gesangstraining. Ich glaube, ich gebe einfach gerne das Wissen, das ich mir durch diese und diverse andere Erfahrungen angeeignet habe, weiter.

Wie war denn dein persönliches Urteil als Vocalcoach: Nick oder Davin?

Da werde ich nichts zu sagen. Als Coach sollte man möglichst nicht urteilen und die Personen da abholen, wo sie sind. Aber beides waren sehr sehr starke Kandidaten, die das gewisse Etwas in der Stimme mitbrachten.

Dein DSDS Siegerlied hieß „Glücksmoment“ – was war dein persönlichster Glücksmoment in deinem bisherigen Leben?

Tatsächlich habe ich schon sehr viele Glückmomente erleben dürfen. Aber wenn ich einen nennen müsste, dann ist es sicher der Zeitpunkt an dem Oliver Geissen sagte, dass ich der Sieger der Staffel bin. Seither war und ist, im beruflichen, nichts mehr wie es einmal war.

Prince Damien // © vvg

Hast du auch schon mal eine richtige Panne erlebt?

Nicht nur eine, sondern ganz viele (lacht). Zum Beispiel erfinde ich ab und zu auf der Bühne die Songtexte neu.

Was macht dich richtig wütend – wofür kämpfst du?

Das ist in erster Linie Unzuverlässigkeit und wenn man nicht zu seinem Wort steht, macht mich das sehr wütend. Ich bin ein Mensch, der das Wort anderer öfter für bare Münze nimmt.

Stört es dich, dass man dich einen „Paradiesvogel“ nennt?

Überhaupt gar nicht. Mir ist ja bewusst, dass ich nicht der Norm entspreche und so ist es ja klar, dass man mich nicht als „normal“ bezeichnen kann. Anders wäre mein Leben ja noch langweiliger.

Wie kam es zum „Nieten-Piercing“ an der Augenbraue?

Ich wollte mir immer mal ein Piercing stechen lassen – an der Zahl so drei bis sechs, um genauer zu sein. Da ich aber durch das Beispiel meiner Schwester feststellte, dass man die dadurch gestochenen Löcher ein Leben lang sehen wird, musste ich mir eine Alternative einfallen lassen, welche nicht so invasiv ist.

Bist du eigentlich religiös, schließlich entwischt dir sehr oft ein „Oh, mein Gott!"?

Ich bin da so eine Art Pippi Langstrumpf: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ - Ich bin religiös erzogen worden, aber immer wieder bastele ich mir meine eigene Religion zusammen. So ist mein Gott kein strafender, sondern ein gütiger Gott. Und Menschlichkeit ist für mich höher angesiedelt, als ein Regelwerk von überholten und unverständlichen Verboten.

Was sind deine Lieblings-Hits, momentan?

Von Juju der Song „Bye bye“ und „Auf das, was da noch kommt“, ein Duett der beiden Liedermachen und Songschreiber Max Giesinger und LOTTE, finde ich sehr gut und höre ich zurzeit viel.

Hast oder hattest du musikalische Vorbilder?

Ich bin nach wie vor ein Fan der 90er und so ist Britney Spears immer noch ein Mega-Vorbild für mich.

Momentan rockst du in München das Deutsche Theater, du spielst und singst ein Band-Mitglied im Musical „The Band“, wie siehst du deine Zukunft und wo möchtest du in 20 Jahren stehen?

Ich fühle mich auf der Bühne total wohl und bin glücklich auch mal den Traum eines Musicaldarstellers leben zu können. 20 Jahre sind echt eine ganz schön lange Zeit und wenn wir so sehen, wie unsere Umwelt durch uns Menschen zerstört wird, weiß ich nicht, ob wir in 20 Jahren noch so gut leben können, wie heute. Also hoffe ich, dass ich in 20 Jahren noch „stehen“ kann.

Wir von SCHWULISSIMO wollen natürlich zum Schluss auch noch etwas über dein sexuelles Leben wissen. Was möchtest du uns preisgeben?

Naja, dass ich immer noch für beide Geschlechter zu haben bin, natürlich (lacht)

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