Direkt zum Inhalt
© Gerd Sender

Gays in Space II Ab ins All mit SCHOLA CANTOROSA

js - 06.07.2018 - 07:00 Uhr

SCHOLA CANTOROSA sind rund 40 schwule Männer, die mit viel Spaß, Musikalität und Engagement eine Show auf die Bühne zaubern. Aktuell bringt der schwule Chor eine „Next Generation-Version“ seiner Show „Gays in Space“ zum Besten. Martin Wilsmann, verantwortlich für die PR von SCHOLA CANTOROSA, hat uns ein paar Fragen zum Chor und zur Show beantwortet.

Seit wann gibt es SCHOLA CANTOROSA?
Der Chor wurde 1987 gegründet, existiert also tatsächlich schon stolze 31 Jahre mit einer wechselhaften Geschichte und vielen tollen Erlebnissen. Angefangen hat alles mit typischer Chorliteratur, erst später entwickelte sich nach und nach das Showkonzept heraus. Dabei stehen wir ganz bewusst zu überzogenen schwulen Klischees und wollen dadurch in erster Linie das Publikum bestens unterhalten, was meistens wunderbar gelingt.

Wie kann man sich „Gays in Space“ vorstellen?
Seit vielen Jahren schon entwickeln wir hochwertige Programme und schaffen ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Kostümen, Choreographie und Maske. Wir singen bekannte Lieder und vertexten diese so, dass sie insgesamt eine Geschichte erzählen. In der aktuellen Show gehen wir auf eine Weltraumkreuzfahrt und erleben dabei ausgefallene Abenteuer. Schon am Anfang hat das Schiff Probleme wegen Übergewichts die Umlaufbahn der Erde zu verlassen. Die Lösung für dieses Problem ist absolut logisch und physikalisch rein und möchte ich an dieser Stelle noch gar nicht spoilern. Jedes Lied behandelt einen weiteren Aspekt der Raumfahrt im schwulen Universum und der Bordcomputer leitet von Lied zu Lied weiter.

Was ist bei Volume 2 anders?
Wir greifen tatsächlich ein Showthema aus dem Jahre 1995 ein zweites Mal wieder auf, übrigens das erste Mal in unserer Geschichte, und erzählen dieses Thema weiter. Wir haben viele Fans die schon so lange dabei sind, und sofort bemerkt haben, dass das schon einmal da war. Aber keine Sorge, es handelt sich nicht um ein Remake, und auch keine Fortsetzung, sondern eher eine Next Generation mit ganz neuer Geschichte. Gemeinsam haben beide Programme jedoch das Eröffnungslied, das "Rosarote Riesenraumschiff" was von den Fans immer wieder verlangt wird.

Wie lange dauern die Vorbereitungen für solch eine Show?
Wir arbeiten rund 2 Jahre an einer neuen Show. Dafür gibt es innerhalb der Mitglieder eine Kreativgruppe, die sich zusätzlich zu den wöchentlichen Proben ein weiteres Mal trifft und zusammen arbeitet. Hier wird der grundsätzliche Plot entwickelt, die Titel ausgesucht, die Texte entwickelt, Kostüme designt und die Choreographien ausprobiert. Ein besonderes Highlight für den Chor ist immer die Vorstellung der Grundidee für ein neues Programm. Hier lässt sich die Kreativgruppe auch immer was Besonderes einfallen. Und da „Gays in Space“ nun zur Aufführung kommt, wird es in den nächsten Monaten wieder in die Programm-Entwicklung gehen. Für alle Interessierten wäre das übrigens ein guter Zeitpunkt bei uns einzusteigen und einfach mitzumachen.

Wo kann man SCHOLA CANTOROSA in der nächsten Zeit noch sehen?
Unser vergangenes Konzert vom 02. Juni in der Markthalle war einfach großartig für uns und für das Publikum. Die Gäste aus München (Die Philhomoniker) fanden das Hamburger Publikum auch herausragend, alle hatten sehr viel Spaß. Das spornt natürlich an, wir wollen wieder auf die Bühne. Der nächste Auftritt wird am 13. Juli 2018 in der Christuskirche in Wandsbek stattfinden. Unser Chorleiter ist dort der Kirchenmusiker und auch dort haben wir eine große Fangemeinde. Dann haben wir am 11. August 2018 wieder schöne Konzerte um 15:30 Uhr und um 20:00 Uhr im Ohnsorg Theater. Unsere Gäste sind die Schwubs (Schwule Berner Sänger) aus Bern in der Schweiz und das Trio: Die Homonics. Beide Chöre haben wir in München zum Various Voices Festival schon erleben dürfen und sie sind fantastisch. Wir sind glücklich, dass sie unserer Einladung folgen konnten. Das lohnt sich für die Zuschauer auf jeden Fall. Im weiteren Jahresverlauf sind wir zu Gast in Nortorf und in Leipzig. Genaue Termine sind auf unserer Webseite oder über Facebook zu finden (www.schola-cantorosa.de)

Nehmt Ihr noch weitere Sänger auf und was sollten Interessenten mitbringen?
Ja, wir nehmen immer sehr gerne neue Sänger in unseren Reihen auf. Singen macht Spaß und ist nachweislich gesund. Neben dem Gesang sind wir auch einfach eine tolle Truppe, fast schon einer Familie. Das heißt, Interessierte sollten neben Ihrer Stimme auch ein Teil ihrer Freizeit einplanen. Schön sind dabei immer die Konzertreisen, die uns durch ganz Deutschland und zum Teil auch ins Ausland führen. Notenkenntnisse sind nicht wichtig, auch Leute die noch nie in einem Chor gesungen haben, sind willkommen. Musikalisches Grundverständnis ist in der Regel bei Jedem vorhanden. In der Gruppe erkennen wir schon recht gut wo das Potential vorhanden ist und in welcher Stimmgruppe Mann am besten aufgehoben ist.

Wir proben jeden Montag um 19:30 Uhr im MHC. Interessierte können einfach dazukommen, sich das erstmal unverbindlich ansehen und vielleicht schon ein paar Töne mitsingen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Vorabinformationen kann man trotzdem bekommen, per Mail, über Nachrichtenaustausch auf Facebook oder per Telefon. Auf unserer Webseite sind dazu alle Informationen vorhanden.

Auch Interessant

Im Interview

Tim Fischer

Tim Fischer ist der erfolgreichste deutschsprachige Chansonnier der Jetztzeit, der in diesem Monat sein 30jähriges Bühnenjubiläum feiert.
Plötzlich schwul?

Für Martina war sein Outing hart

SCHWULISSIMO sprach mit Martina (Name v.d. Redaktion geändert). Sie ist seit 21 Jahren mit ihrem Mann zusammen. Sie ahnte, dass ihr Mann schwul ist.
SCHWULISSIMO Umfrage

Wie habt ihr euch kennengelernt

Ich wollte auf Gran Canaria einen Urlaub mit „Sex, Drugs und Alkohol“ verbringen und eigentlich nur Spaß haben, doch es kam anders.
Schwuler Flüchtling abgelehnt

Abschiebung droht

Der russische schwule Asylbewerber Andrei Preece ist seit 2015 in Deutschland. Nun wurde sein Antrag auf Asyl abgelehnt. Er erzählt seine Geschichte.
Dermot Kennedy

Der irische Musiker im Gespräch

Der irische Singer-Songwriter Dermot Kennedy veröffentlicht am 4. Oktober sein Album "Without Fear". SCHWULISSIMO sprach mit ihm über die Musikwelt.
Liebe - Pärchen Oktober 2019

Sebastian & Dominic - Date zum CSD

„Als ich die Treppe zu Dominic Wohnung hoch kam, sah ich Ihn dort stehen, ich sah seine hellblauen Augen und sein Lächeln und dann war es geschehen."
Clayton Sia - OXA

Ich glaube an die Kraft in jedem

Clayton Sia alias OXA mischt zur Zeit die PRO7 Show „The Voice“ auf und
hat die erste Runde bereits überstanden.SCHWULISSIMO traf sich zum Interview.
SCHWULISSIMO Leserumfrage

Zukunft in 30 Jahren?

Meine Wunschvorstellung, wie mein Leben als offen schwul lebender Mann aussehen soll, wäre, dass ich überall mit meinem Mann Hand in Hand gehen kann.
SCHWULISSIMO Umfrage

Das war peinlich, aber lustig!

SCHWULISSMO hat wieder einmal die Leser gefragt. Was war Dir besonders peinlich in deinem Leben und trotzdem lustig genut, um darüber zu lachen?