Arno und Marvin Paar des Monats Februar 2026
Als Arno in der Bar Marvin anlächelte, begann etwas Leises. Zwischen Köln und Mönchengladbach wurde aus einem zaghaften Blick Liebe, die bleibt.
Arno war müde an diesem Abend im Oktober 2022. Der heute 22jährige saß auf einer Bank in der Bar, der Kopf voll von Proben der nächsten Tage, die ihm bereits im Nacken saßen. Eigentlich wollte er nur kurz bleiben. Dann sah er Marvin. Ein Lächeln, offen und ruhig, eines von denen, die man nicht übersieht. Arno dachte nicht an etwas Ernstes. Er stand trotzdem auf.
Marvin (29) war schon vorher aufmerksam geworden. Er hatte Arno bemerkt, hatte einen Kollegen gefragt, wie dieser junge Mann wohl sei, ob man sich vorstellen könnte. Noch während dieser Gedanken liefen, kam Arno auf ihn zu. Kein Umweg, kein Zögern. Sie redeten. Es fühlte sich leicht an, als würde man ein Gespräch fortsetzen, das irgendwo bereits begonnen hatte. Marvin wusste später nicht mehr genau, was er dachte. Nur, dass Interesse da war. Und Neugier. Und ein gutes Gefühl.

Arno lebte damals noch in Mönchengladbach. Marvin in Köln. Zwei Städte, kein Hindernis. Im November wurden sie ein Paar. Es ging schnell, aber nicht kopflos. Sie lernten sich kennen zwischen Alltag und Wochenende, zwischen Probenplänen und Schichtzeiten, zwischen Theater und Werkhalle. Arno studierte Musical, lebte schon damals für Bühne, Musik und Ausdruck. Marvin arbeitete als Werkzeugmechaniker in der Automobilindustrie, mochte Kino, Kochen, Feiern, Darts. Unterschiedliche Welten, die sich nicht störten. Sie ergänzten sich.
Beide hatten Glück. Ihre Familien akzeptierten sie ohne Vorbehalte. Es gab keine Kämpfe um Anerkennung, keine Diskussionen um das, was selbstverständlich sein sollte. Vielleicht machte gerade das Platz für etwas anderes. Für Ruhe. Für Wachstum. Für das bewusste Gestalten ihrer Beziehung.

Im März 2024 zogen sie zusammen. Kartons, Möbel, Erschöpfung. Ein Umzug ist nie romantisch, aber er zeigt viel. Wie man spricht, wenn man müde ist. Wie man zuhört, wenn etwas schiefgeht. Es war anstrengend, aber es hielt. Kurz darauf kam die nächste Veränderung. Arnos Studium führte ihn nach Tilburg in die Niederlande. Vier Jahre. Getrennte Wohnungen.
Heute sehen sie sich am Wochenende, im Urlaub, in Momenten, die geplant und gleichzeitig kostbar sind. Sie lernen, Nähe anders zu denken. Gespräche ersetzen Umarmungen. Vertrauen ersetzt Gewohnheit. Es ist der Punkt, an dem sie gerade stehen. Kein Drama. Eine Aufgabe.

Was sie verbindet, ist mehr als Romantik. Beide engagieren sich ehrenamtlich beim CSD. Sie wissen, dass ihre Geschichte nicht für alle so leicht beginnt, wie es für die beiden der Fall war, dass Akzeptanz keine Selbstverständlichkeit ist.
Wenn Arno von der Bühne erzählt, hört Marvin zu. Wenn Marvin vom Arbeitsalltag spricht, hört Arno zu. Sie feiern gemeinsam, kochen, gehen ins Kino. Manchmal sitzen sie einfach nebeneinander und sind still. Es braucht nicht immer große Gesten.
Ihre Liebe ist kein lautes Versprechen. Sie ist eine Entscheidung, immer wieder. Zwischen Köln und Tilburg. Zwischen Jetzt und Zukunft. Zwischen dem Wissen, dass Nähe auch bestehen kann, wenn man sie nicht jeden Tag anfassen kann. Arno und Marvin wissen nicht genau, wie alles wird. Aber sie wissen, mit wem.
Credits Fotos: instagram.com/arno.grs & instagram.com/marvinshisaro














